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Ätzfiguren - Lösungsanisotropie oder Korrosion
berthold:
Hallo,
und weil es ja hier wirklich zum Thema passt, ein Bild von einem angelösten (? oder soll ich sagen angeätzten) Fluorit aus Berbes. Deutlich kann man im rechten Eck des stark angelösten Kristalls erkennen, dass die Auflösung den (Oktaeder-) Spaltflächen (-Rissen) gefolgt ist. Das geht so weit, dass teilweise nur noch einzelne Lamellen stehen geblieben sind. Ansonsten ist die Würfel-Kristall-Tracht offensichtlich durch {110}-Flächen bei der Lösung erweitert worden.
Also ich würde das als weiter fortgeschrittene Auflösung -bei gleicher Orientierung- wie bei meinem Bild am Anfang dieses Thread sehen.
@Collector, das Bild werde ich reinstellen, danke für die Hinweise.
Gruß
Berthold
Krizu:
--- Zitat von: Collector am 12 Apr 05, 12:09 ---@berthold
Als Link zu Deinen Ätzfiguren kannst Du ja in meinem Buch auch mal unter Kapitel 1.4.5.2 nachschauen
(Stichworte: > Vizinalflächen, > Vizinale, > Vizinalflächenbildung, > Akzessorien, > Triakisoktaeder,> grenzflächenspezifische Vorgänge, > Baufehler innerhalb der Fläche beim Wachstum oder Auflösung der Kristalle );
als Link zur Parkettierung auch Kapitel 1.4.6.2 ( Stichwort: > Hauy`s Konzept struktureller Einheiten, > Polysynthese, > polysynthetische Wachstumsformen etc . )
--- Ende Zitat ---
Hallo,
darf ich fragen: Welches Buch?
MfG
Frank
Krizu:
--- Zitat von: berthold am 12 Apr 05, 14:03 ---
und weil es ja hier wirklich zum Thema passt, ein Bild von einem angelösten (? oder soll ich sagen angeätzten) Fluorit aus Berbes. Deutlich kann man im rechten Eck des stark angelösten Kristalls erkennen, dass die Auflösung den (Oktaeder-) Spaltflächen (-Rissen) gefolgt ist. Das geht so weit, dass teilweise nur noch einzelne Lamellen stehen geblieben sind. Ansonsten ist die Würfel-Kristall-Tracht offensichtlich durch {110}-Flächen bei der Lösung erweitert worden.
Also ich würde das als weiter fortgeschrittene Auflösung -bei gleicher Orientierung- wie bei meinem Bild am Anfang dieses Thread sehen.
--- Ende Zitat ---
Hallo,
hier stimme ich Dir voll zu.
Aber jetzt die Gegenfrage: Warum sind hier die Spaltrisse knapp einen halben Millimeter auf der vollen Länge weggeätzt, während auf der Fläche nur kleine Gruben bzw. Grubenlinien bei der gleichen Lösung auftreten?
Aber es ist schon richtig, eher von akademischem Interesse.
MfG
Frank
berthold:
Hallo,
der Titel
Fluorit - Daten, Fakten, Weltweite Vorkommen
* Autor: SEROKA, Peter
* Erstauflage: 2001 (vergriffen)
* 2. und 3. Auflage (vergriffen)
* 4. Auflage (in Vorbereitung) 2005 - 2006
558 Seiten, Format A4, Loseblatt oder gebunden (in Spezialordner, erlaubt das Einfügen eigener Informationen)
ist gemeint.
--- Zitat ---Warum sind hier die Spaltrisse knapp einen halben Millimeter auf der vollen Länge weggeätzt, während auf der Fläche nur kleine Gruben bzw. Grubenlinien bei der gleichen Lösung auftreten?
--- Ende Zitat ---
Nun, ich bin der Meinung, dass bei dem Berbes-Stück realtiv viel weggelöst/weggeätzt ist. Das sieht man daran, dass nirgendwo die originale (glänzende, glatte) Oberfläche zu sehen ist, auch die Kanten sind sehr viel weiter angelöst. (jeweils im Gegensatz zu dem ersten Bild).
Gruß
Berthold
Krizu:
Hallo,
das glaube ich nicht so einfach. Es ist richtig: Die 100-Flächen lösem sich deutlich langsamer als die 111-Flächen (Lösungsaniosotropie) So wird zwar die 100 langsam angelöst, aber die Löcher=Ätzgruben sind schneller. Jetzt hast Du einen Spaltriss. Die 111-Flächen gehen schnell weg, es bleibt eine Lamelle zwischen zwei Spaltrissen. Aber warum ist die Geschwindigkeit so hoch? Die Störung ist massiv, ein Riss. Der Lösungsangriff erfolgt schnell über die ganze Spaltfläche. Dagegen sind die Gruben auf den Flächen höchsten 0.5mm groß, oder? Deswegen meine ich, dass die Ursache für die Linien an Ätzgruben im ersten Beispiel kein Riss ist.
Die Parkettierung würde ich eher als beginnende Hohlform bei zu schnellem Wachstum interpretieren. Also der Zustand zwischen Kristall und Dendrit. Ich meine auch, dass die Mitte der seitlichen Flächen leicht gegenüber den Kanten zurückliegt. Das sind keine typischen Flächenversetzungen, wie ich sie meine. Ich könnte Dir ein Bild von Ätzgruben aus einem Buch mailen. Vielleicht wird dann klar was ich meine.
MfG
Frank
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