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Ätzkalipräparation

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Soenke:
Hallo "Grauwacke"! ;)

Ich kenne Ätznatron nicht und kann nicht sagen, ob es eventuell Nachteile bei der Präparation gegenüber Ätzkali hat.
Eventuell haben die Fossiliensammler das mit dem Ätznatron auch einfach verschlafen, weil das Ätzkali ohnehin kein großer Kostenfaktor ist, wenn man es nur für ausgewählte Stücke benutzt, reicht eine 500 Grammdose für 5 Euro Jahre.

Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass es zwischen Ätzkali und Ätznatron irgendeinen kleinen aber feinen Unterschied gibt, der bei der Präparation von Bedeutung ist. Ist aber nur eine Vermutung.

Gruß
Sönke ;)

Zuercherella:
Hallo zusammen,

die Frage mit dem Ätznatron kann ich beantworten: nachdem ich einen Sack davon ausprobiert hatte, komme ich zu einem eindeutigen Ergebnis. Die nach dem betreufeln entstehende Natronlauge ist erheblich schwächer als die Kalilauge. Daher dauert es bei vielen Präparaten erheblich länger, bis sich die Matrix löst, bei den restlichen Stücken passiert praktisch nichts. Hintergrund ist die "Angriffsslust" der Lauge gegenüber allem Nicht-kalkigen. Im Klartext heißt das, dass alle sehr mergeligen Sedimente sehr wohl mit Ätznatron belegt werden können, es dauert nur länger. Ist er Mergelanteil im Gestein niedriger, dauert es zu lange und man nimmt lieber Ätzkali.
Wer beides gebrauchen kann, spart sich bei entsprechendem Material einfach das teure Ätzkali.

Und ein entscheidendes Kriterium kann der Aufbau der Schale sein. Je nach Schicht/Fundort variiert auch der Kalkgehalt der Schalen merkbar, dann ist bei größeren Verunreinigungen das Ätzkali unter Umständen zu stark, und man sollte das sanftere (immer noch hoch ätzende!) Ätznatron nehmen.

Präpariert habe ich mit beiden Plätzchensorten vor allem Seeigel aus kreidigen, kalkigen und mergeligen Sedimenten mit sehr unterschiedlichen Wirkzeiten.

Gruß
Michael

Krizu:
Hallo,

nach der letzten Exkursion in Rheine hatte ich eine kleine Brachiopode auf den Tipp von Michael in KOH eingelegt. 3 Perlen auf 1ml Wasser mit einer Minimenge Spüli. Ergebnis nach 24h: Optimal herausgelöst. Dann noch 24h iin Wasser mit Essig gewässert und siehe da: Es sind auch noch glitzernde Pyritkristalle auf der Schale!!!  :)

Bild folgt!

MfG

Frank

Zuercherella:
Klasse, bei Rheine klappt es meistens. Nur die "Viecher" aus dem weißen, harten Kalk dauern manchmal extrem lange. Nach dem Wässern mit Essig am besten auch nochmal mit klarem Wasser (Spülkasten, den kennst Du ja schon  ;)) und danach gut tocknen.

Wünsche Euch allen frohe Weihnachten.

Gruß
Michael

Krizu:
Hier nun das Bild

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