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Lötrohr
pseudonym:
@ maulwurf : Könnte ich bitte eine Kopie haben . . . ?
smoeller:
Hallo,
Phosphorsalzperle geht auch mit einem normalen Bunsenbrenner. Haben wir damals im Chemie-Praktikum an der Uni mal gemacht. Müsste irgendwo noch die Anleitungen haben. Geeignet z.B. für Co und Ni.
Glück Auf!
Smoeller
Maulwurf:
Hi,
ich hab leider keinen Scanner, aber ich werde das Tabellenheft mal suchen und dann den Namen posten.
M.f.G
Fabian
Isarkiesel:
Ausser dem Buch (oder besser: Büchlein) von Henglein gab es auch mal einen Sonderband des Mineralien-Magazins, der sich allein mit Lötrohrprobierkunde bzw. einfachen chemischen Vorproben zur Mineralbestimmung beschäftigte:
F. Oehme, Mineralien bestimmen, Kosmos-Verlag.
Davon abgesehen, sind diese Vorproben auch in zahlreichen Praktikumsbüchern der anorganischen Chemie (wie z.B. dem "blauen" Jander/Blasius) beschrieben.
Axinit:
Seit dem 17. Jahrhundert vielbenutzte trockene Vorprobe in der qualitativen chemischen Analyse und in der Mineralogie.
Die Ausführung erfolgt in der Weise, daß man die feingepulverte (im Bedarfsfall mit etwa der 2- bis 3-fachen Menge wasserfreier Soda gemischte) Substanz in eine halbkugelförmige Vertiefung eines Holzkohleblocks bringt und mit dem Lötrohr (Metallrohr mit Mundstück und seitlichem Ansatz; siehe Abbildung a–c) stark erhitzt.
Abbildung: Lötrohre (a–c), oxidierende (d) und reduzierende Flamme (e), Ausführung der Lötrohranalyse.
Dazu wird der seitliche Ansatz des Lötrohrs in die leuchtende Flamme des Bunsenbrenners gebracht und durch kräftiges Blasen eine spitze heiße Stichflamme erzeugt (siehe Abbildung f). Zur Erzeugung einer oxidierenden Flamme (langgestreckte blaue Flamme mit scharfer Spitze, siehe gerasterter Teil in Abbildung d) wird der Ansatz des Lötrohrs in der Mitte der Flamme etwa 2–3 cm über die Brenneröffnung, für die reduzierende Flamme (Abbildung e) an den Saum der Brennerflamme gebracht, wobei man nur vorsichtig bläst, so dass die Flamme nicht entleuchtet wird. An sich eignet sich die Bunsenbrennerflamme zur Erzeugung der erwünschten Flamme nicht so gut wie eine Propanol-Flamme.
Je nach der Art des in dem zu untersuchenden Mineral enthaltenen Metalls erhält man Metallkugeln (Regulus), Flitter oder Oxidbeschläge. Wenn dem Rückstand etwas Cobaltnitrat-Lösung zugefügt und die Operation wiederholt wird, lassen sich aus auftretenden Färbungen häufig weitere Schlüsse ziehen. Zur weiteren Untersuchung wird der erkaltete Rückstand aus der Grube gelöst, von Soda und Kohle befreit und zur Identifizierung einer Reihe von chemischen und physikalischen (z.B. auf Sprödigkeit, Duktilität, Ferromagnetismus) Prüfungen unterzogen. Anschauliche Beschreibungen von Lötrohranalysen bieten die bebilderten Aufsätze von Oehme; in Fachbüchern findet man nicht selten bei einschlägigen Untersuchungen Abkürzungen wie "a.K.v.d.L." = auf Kohle vor dem Lötrohr. Zur Geschichte der Lötrohrprobierkunde siehe Literatur [1].
Bedeutung:
Trotz der unaufwendigen und ortsunabhängigen Ausführung wird heute wegen der Toxizität vieler Elemente und Verbindungen weitgehend auf die Lötrohranalyse verzichtet.
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Übersetzungen:
E blowpipe analysis
F essai sur le charbon
I analisi al cannello ferruminatorio
S análisis (por reacción) al soplete
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Literatur:
[1] Szabadváry, F., History of Analytical Chemistry, Taylor & Francis: London, (1992).
Oehme, F., Mineral. Mag., (1980) 4, 269–271, 365–368
Strähle, J.; Schweda, E., Jander/Blasius – Lehrbuch der analytischen und präparativen anorganischen Chemie, 15. Aufl.; Hirzel: Stuttgart, (2002)
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Letzte Aktualisierung: August 2004
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