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Autor Thema: Gorceixit vom großen Auerberg bei Stolberg ?  (Gelesen 3269 mal)

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Offline Ulrich

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Bei der Aufarbeitung meiner Sammlung bin ich auf mehrere Stücke gestoßen die nach der Mineralliste im Atlas nur Gorceixit sein können. Liege ich da richtig?

Grüße
Ulrich

Offline Ulrich

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Re: Gorceixit vom großen Auerberg bei Stolberg ?
« Antwort #1 am: 28 Feb 16, 10:06 »
Hallo zusammen
Ich habe bei mindat.org eine Reihe weiterer Minerale vom Großen Auerberg gefunden, zum Teil mit Fotos, die nach dem Aussehen vielleicht auch in Frage kommen:
Pumpellyit, Strengit, Variscit und Wavellit.
Die gelbe Kruste im 2.ten Bild könnte danach Antimonocker sein.
Nachdem ich mit dem Mineral Glas ritzen kann und ein Bruchstück sich in warmer Salzsäure nicht aufgelöst hat, kann ich mehrere wohl ausschließen.
Hat niemand ähnliche Stücke im Steinbruch an der Holzchaussee gefunden?
Grüße
Ulrich

Offline harzgeist

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Re: Gorceixit vom großen Auerberg bei Stolberg ?
« Antwort #2 am: 28 Feb 16, 13:11 »
Hallo Ulrich,

auf deinem ersten Bild glaube ich Wavellit zu erkennen. Der kommt dort überwiegend als chalcedonartige Krusten mit radialer Sruktur und glaskopfähnlicher Oberfläche vor. Auf dem Bild durch einen Eisen- / Manganüberzug dunkel gefärbt. Die größeren Kristalle im Vordergrund halte ich für schlecht ausgebildete Quarzkristalle.
Auf den zweiten Bild lässt sich leider nicht viel erkennen. Antimomocker denke ich aber nicht, den kenne ich von dort nur als Pseudomorphosen nach Boulangerit, was aber nichts heißen muss. Könnte (!) evt. Variscit sein, der bildet dort dichte Krusten aus blockigen Kristallen auf Quarz-xx, von denen sie leicht ab platzen. Lässt sich aber auf dem Bild nicht genau genug erkennen.

Leider schreibst du nicht, mit WELCHEM Mineral du die Tests durchgeführt hast. Sowohl Härte als auch Löslichkeit würden alle von dir genannten Minerale ausschließen, bin mir aber nicht sicher, was die Löslichkeit von Pumpellyit anbetrifft.
Ein Teil der Fotos auf mindat stammt übrigens von mir  ;)

Glück Auf
Thomas

Offline Ulrich

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Re: Gorceixit vom großen Auerberg bei Stolberg ?
« Antwort #3 am: 28 Feb 16, 15:09 »
Hallo Thomas,
Die Tests habe ich mit dem zweiten Mineral gemacht. Ich habe noch mehrere ähnliche Stücke. Dort würden die Härte und die nicht erkennbare Löslichkeit für Gorceixit und vielleicht auch Pumpellyit sprechen, wie ursprünglich vermutet. Über die Löslichkeit von Pumpellyit habe ich auch nichts gefunden. Die anderen angegebenen Minerale sind alle wesentlich weicher. Allerdings kann man sich bei so kleinen Strukturen auch leicht täuschen. Von den gelblichen Belägen abgesehen ist die Struktur wie auch auf dem ersten Foto chalcedonartig, etwas durchscheinend, gelblich bis grauweiß und mit weißer Strichfarbe.
Inzwischen denke ich auch das auf den beiden Fotos verschiedene Minerale zu sehen sind. Das Mineral auf Foto 1 ist längst nicht so hart wie die anderen. Wavellit passt dort obwohl ich die radiale Struktur (noch) nicht erkennen konnte. Die Strichfarbe ist weiß. Die größeren weißen Kristalle sind weitgehend auch von der chalcedonartigen Kruste dünn überzogen. Ich halte sie auch für Quarzkristalle.
erst einmal vielen Dank
Ulrich

Offline Ulrich

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Re: Gorceixit vom großen Auerberg bei Stolberg ?
« Antwort #4 am: 11 Mar 16, 17:43 »
Hallo Thomas,
ich habe mir Deine Fotos bei mindat.org angesehen. Danach denke ich jetzt bei meinen Stufen an Variscit.
Die dunkle Farbe auf dem ersten Foto kommt wohl von dem blaugrauen Untergrund der durchscheint, die Oberfläche würde ich als Glas- oder Fett glänzend beschreiben. Eine radialstrahlige Struktur habe ich auch bei stärkerer Vergrößerung nicht erkennen können. Mit einer Bruchkante kann ich Fluorit ritzen, also eine Härte wenig größer 4.
Bei dem Mineral auf Bild 2 habe ich mich bei der ersten Härtebestimmung wohl getäuscht, es ritzt Calcit (3) aber nicht Fluorit (4). Es ähnelt nach meiner Meinung deutlich Deinen Fotos von Variscit von diesem Fundort. Für die Härte von Variscit finde ich allerdings unterschiedliche Angaben: Atlas 4, mindat 3 1/2 bis 4 1/2, Lexikon der Minerale und GU Naturführer Mineralien 4 bis 5, Wikipedia 4 1/2.
Ich habe vor längerem ein Foto von Boulangerit vom Auerberg eingestellt. Dort sind etliche der Boulangerit Nadeln von einer graublauen Kruste eingehüllt. Die Kruste denke ich besteht aus Wavellit.
Bei Zustimmung werde ich die Beschreibung meines Boulangerit ergänzen und Bild 2 als Variscit einstellen.
viele Grüße
Ulrich Klaffehn

Offline harzgeist

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Re: Gorceixit vom großen Auerberg bei Stolberg ?
« Antwort #5 am: 14 Mar 16, 19:16 »
Hallo Ulrich,

für die Fotos aus diesem Thema würde ich dir mit Vorbehalt zustimmen. Beim ersten Foto sollte es sich mit einiger Wahrscheinlichkeit um Wavellit handeln. Vom Äußeren und der Paragenese wären noch Chalcedon bzw. Opal denkbar, sind aber wegen der geringen Härte auszuschließen, weiß auch nicht ob dort schon gefunden. Auf dem zweiten Foto kann ich nicht genügend erkennen, um näheres mit einiger Sicherheit sagen zu können. Aber ich vermute Variscvit. Dieser bildet dort Krusten mit erkennbar kristalliner Struktur, deren Oberfläche entfernt an die von Würfelzucker erinnert. Auf dem älteren von dir genannten Foto glaube ich eine solche Kruste aus Variscit zu sehen.
Gorceixit konnte ich selbst noch nicht finden, aber soweit ich weiß, ist der auf den bisherigen Funden von Baryt begleitet. Aber selbst letzterer ist dort nicht ganz einfach zu finden.

Beste Grüße
Thomas

Offline Ulrich

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Re: Gorceixit vom großen Auerberg bei Stolberg ?
« Antwort #6 am: 15 Mar 16, 20:06 »
Hallo Thomas,
auch auf dem zweiten Foto ist das fragliche Mineral grau bis gelblich durchscheinend, mit chalcedonartiger Struktur (nierig, traubig), teilweise mit einer matten gelbbraunen Kruste überzogen. Eine zuckerkörnige Oberfläche habe ich nicht gefunden, bestenfalls sehr kleine rundliche Partien.
Im "Lexikon der Minerale" habe ich für Variscit gefunden, dass es sich vor dem Lötrohr purpurrot verfärbt, der Test ist allerdings nicht eindeutig. Teilweise wird das Mineral fast schwarz, glaskopfartig. Das Bild zeigt ein wärmebehandeltes Probestück.
Mit einem kleinen Bruchstück von Bild 1, wahrscheinlich Wavellit, habe ich den Salzsäuretest wiederholt und beim Erhitzen eine Reaktion mit Gasblasen festgestellt. Allerdings kann die auch von den Resten der Matrix stammen, scheint mir auch nicht ganz eindeutig.
Auch wenn es nicht billig ist werde ich noch einmal mit "Mineralanalytik" Kontakt aufnehmen, mein erster Versuch blieb bisher unbeantwortet.

Viele Grüße
Ulrich Klaffehn

 

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[erledigte Bestimmungen / completed determinations] Re: Koslenz ??? / FO nicht zuordenbar von Bruno80090 07 Feb 26, 18:29