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Autor Thema: Fund Drängetal Wernigerode  (Gelesen 4936 mal)

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Offline Schatten

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Fund Drängetal Wernigerode
« am: 05 Mar 16, 08:14 »
Hallo Leute,

ich brauche mal Hilfe bei einem Fund, vom Großen Thumkuhlenkopf/Drängetal/Wernigerode
Auf der Stufe kommen Quarz, Granat, Anatas und das auf dem Bild ersichtliche Mineral vor.
Das Foto hat freundlicherweise Th. Lühr angefertigt.

Gruß
Silvio

Offline smoeller

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Re: Fund Drängetal Wernigerode
« Antwort #1 am: 05 Mar 16, 09:03 »
Hallo Silvio,

Baryt? Oder Feldspat (Albit?).

Glück Auf!
Sebastian

Offline Schatten

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Re: Fund Drängetal Wernigerode
« Antwort #2 am: 05 Mar 16, 09:59 »
Hi Sebastian,

Baryt ist (meines Wissens) im gesamten Gebiet nicht beschrieben, daher würd ich den mal vorsichtig pauschal ausgrenzen wollen.

Bei Albit (nach Rücksprache mit Thomas) bestehen auch bedenken. Der zu sehende Teil des x ist taflig (ähnlich Axinit oder auch Titanit).
Die links vom x zu sehende Bruchfläche (mit den dunklen Anhaftungen) stammt von einem weiteren Kristall des fraglichen Minerals.



Gruß
Silvio
« Letzte Änderung: 05 Mar 16, 13:28 von Schatten »

Offline harzgeist

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Re: Fund Drängetal Wernigerode
« Antwort #3 am: 06 Mar 16, 12:24 »
Als Ergänzung zu Silvio's Beitrag möchte ich noch einige Anmerkungen machen

Der Fund ist nicht hydrothermaler Herkunft sondern stammt aus einem Kalksilikatvorkommen mit Granat, Epidot/Klinozoisit usw. mit einer gewissen Analogie zum bekannteren Vorkommen an der Wormkekehre.

Ein auf dem Foto nicht sichtbarer Kristall weist eine unebene Bruchfläche auf, die an Quarz erinnert. Sowohl Baryt als auch Albit glaube ich deshalb ausschließen zu können. Die Spaltbarkeit wäre in diesem Fall wesentlich deutlicher erkennbar.

Auf dem Foto ist auch schlecht ersichtlich, dass der Kristall eine leichte Abflachung aufweist, deren "First" auf dem Bild etwa senkrecht verläuft. Die Fläche links davon ist keine Bruchfläche, sondern eine Kristallfläche. Im Gegensatz zum Eindruck auf dem Foto ist diese nicht gekrümmt, sondern völlig eben. Ich werde noch versuchen ein Foto zu machen, wo das besser ersichtlich ist und - falls mir das gelingt - hier zusätzlich hoch zu laden.

Noch eine Frage zur Paragenese. Wäre es denn (theoretisch) denkbar, dass Anatas (dieser ist zweifelsfrei vorhanden) und Titanit in unmittelbarer Nachbarschaft auftreten ?

Glück Auf
Thomas

Offline Harzsammler

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Re: Fund Drängetal Wernigerode
« Antwort #4 am: 06 Mar 16, 13:38 »
Hallo,

könnte es sich nicht um Quarz handeln? Ich habe einige Stüfchen aus diesem Revier auf denen nach weglösen des Calcits solche verzerrten Quarze zu sehen sind.

Grüße,
Michael

Offline harzgeist

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Re: Fund Drängetal Wernigerode
« Antwort #5 am: 06 Mar 16, 16:48 »
Hallo,

hier ist nun ein neuer Versuch, den fraglichen Kristall realistisch abzubilden. Unter dem Bino kann man den Kristall ja im Gegensatz zu einem Foto ja drehen. Ich habe daher eine Collage aus 4 Fotos (Bildbreite jeweils 1 mm) angefertigt und hoffe einen besseren Eindruck vermitteln zu können. Die oberen beiden Bilder sollen die beiden Flächen der "Vorderseite" verdeutlichen und die unteren lassen hoffentlich die Struktur der Rückseite zumindest erahnen. Ein weiteres Bild zeigt den Kristall von oben. Die linke Seite ist evtl. eine Bruchkante oder eine Wachstumsbehinderung durch Calcit.
Ob es sich bei dem Gebilde um einen einzelnen (evtl. verzwillingten) Kristall oder ein Kristallaggregat handelt, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, jedenfalls konnte ich im Inneren keinerlei Anzeichen für etwaige Korngrenzen feststellen: rissfrei und scheinbar "aus einem Stück".

Michael,
das war eigentlich auch mein erster Gedanke, dass es ein verzerrter oder im Wachstum gehinderter Quarzkristall ist, zumal er von solchen umgeben ist, wie auf dem Bild des Eingangsbeitrages rechts im Hintergrund zu sehen. Bei genauer Betrachtung unterscheidet er sich aber deutlich, wie man hoffentlich anhand der neuen Bilder sieht. Ich habe auch den Eindruck, dass die Lichtbrechung etwas höher ist als bei Quarz, allerdings viel geringer als z.B. bei Anatas. Aber das ist nur mein Eindruck, mehr nicht.

Vielen Dank erst mal für die bisherigen Antworten, aber vielleicht hat ja noch jemand eine Idee ...

Glück Auf
Thomas

Offline Harzsammler

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Re: Fund Drängetal Wernigerode
« Antwort #6 am: 06 Mar 16, 17:58 »
Hallo,

habt ihr schon Titanit in Betracht gezogen?

Grüße,
Michael

Offline Schatten

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Re: Fund Drängetal Wernigerode
« Antwort #7 am: 06 Mar 16, 18:13 »
Hi Michael,

ja, war mein erster Gedanke.
Allerdings weiß ich nicht ob Anatas und Titanit in direkter Nachbarschaft vorkommen.
Und ganz ehrlich, Wernigerode ist für Titanit nicht gerade bekannt ;) ,daher meine zusätzliche Unsicherheit.

Gruß
Silvio
« Letzte Änderung: 06 Mar 16, 18:20 von Schatten »

Offline Harzsammler

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Re: Fund Drängetal Wernigerode
« Antwort #8 am: 06 Mar 16, 18:37 »
Allerdings weiß ich nicht ob Anatas und Titanit in direkter Nachbarschaft vorkommen.
...beide können auch zusammen vorkommen:
Frankreich/Auvergne-Rhône-Alpes, Région/Savoie, Département/Albertville, Arrondissement/La Léchère/Celliers/La Rave-Tal
Fund Drängetal Wernigerode


Im Gabbrosteinbruch habe ich auch schon beide auf einer Stufe gesehen.
Ein Nachweis desselben im Drängetal wäre von den Gegebenheiten her eigentlich zu erwarten.

Grüße,
Michael



Offline AliBaba

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Re: Fund Drängetal Wernigerode
« Antwort #9 am: 07 Mar 16, 08:48 »
Titan Aluminium Oksit Bergkristal. Wenn fürs gebit nicht üblich könnte es auch aufgrund der Kalkgesteins ein Schwämm material sein.

Offline smoeller

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Re: Fund Drängetal Wernigerode
« Antwort #10 am: 07 Mar 16, 12:11 »
Hallo,

In dem Falle würde ich auch Titanit sagen. Passt zur Paragenese.

Glück Auf!
Sebastian

Offline Harzsammler

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Re: Fund Drängetal Wernigerode
« Antwort #11 am: 07 Mar 16, 15:14 »
Hallo,

als weitere Möglichkeit ist mir noch Axinit eingefallen...

Grüße,
Michael

Offline cordes

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Re: Fund Drängetal Wernigerode
« Antwort #12 am: 20 Mar 16, 16:55 »
Hallo Silvio,
von der Fundstelle habe ich ein Stück mit Epidot, Granatgruppe und Axint, der relativ arm an Farbe ist.
Walter

 

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