Servus,
ich moechte jetzt nicht eine Diskussion auf WIKIPEDIA-Niveau beginnen, sondern versuchen, in aller Kuerze einige relevante Sachverhalte aufzugreifen. Die wirklichen Verhaeltnisse sind noch viel komplizierter, aber fuer die Mineral-Reinigung irrelevant.
(1) Beim Mischen von waessriger (verd.) Natriumhypochlorit-Lsg. und waeesrigem, verd. Wasserstoffperoxid entstehen in stark exothermer Reaktion gasfoermiger Singulett-Sauerstoff, Wasser und Natriumchlorid.
Die Gasblasen-Bildung kann sich positiv bei der Mineralreinigung auswirken. Zudem ist Singulett-Sauerstoff ein kurzlebiges, sehr starkes Oxidationsmittel.
(2) Natriumhypochlorit-Lsg ist nicht stabil und zersetzt sich langsam zu Natriumchlorid und Sauerstoff. Zudem ist Natriumhypochlorit in waessriger Loesung nicht stabil, sondern hydrolysiert unter Bildung freier hypochloriger Saeure HOCl:
OCl- + HOH ---> HOCl + OH- (in Wirklichkeit liegt ein Reaktionsgleichgewicht vor)
Das Oxidationsvermoegen von Chlorbleichlauge beruht auf dieser Reaktion.
Weiterhin kann sich derart gebildete hypochlorige Saeure zu Salzsaeure und Chlorsaeure HClO3 disproportionieren; auch diese Nebenreaktion fuehrt letzlich zur Freisetzung von Chlor.
(3) Natriumhypochlorit und Natriumchlorid reagieren unter Komproportionierung zu gasfoermigem, stark giftigem Chlor.
NaOCl + NaCl + H2O ---> Cl2 + 2 NaOH
Daher sollte man nie Chlorbleichlauge und andere (chloridhaltige) Reinigungsmittel mischen, da dies unweigerlich zur Freisetzung von gasfoermigem, hochgiftigen Chlor fuehrt.
Fazit: man kann Mischungen bzw. Wechselbaeder von Chlorbleichlauge und Wasserstoffperoxid zur Mineral-Reinigung einsetzen (z. B. Entfernung von Erde), Schutzbrille/Schutzkleidung und gute Lueftung sind unabdingbar.
Persoenlich halte ich derartige Rambo-Methoden in den meisten Faellen fuer wenig sinnvoll.
GA
Harald