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Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
popeye:
:o Schreck, lass nach!!!
--- Zitat ---Riskant sind allerdings Uranglimmerstufen, da die staubfeinen Splitter schwer zu kontrollieren sind. Ich habe meine Uranglimmer-Stufen mit Haarlack fixiert und außerdem in Josi-Kästchen. Gefährlich sind ohnehin nur die Gammastrahlen, da Alpha- und Betastrahlen sich leicht abschirmen lasssen.
--- Ende Zitat ---
Ich muß mich da jetzt auch noch dazu auslassen, da es offensichtlich noch etwas mißverständliche Wertungen der verschiedenen Strahlungsarten gibt.
- Staub radioaktiver Stoffe stellt sicher das größte gesundheitsgefährdende Potential radioaktiver Mineralien dar, da Staub in unsichtbarer Größe inhalierbar( trink-,essbar) ist und somit in den Körper gelangen kann.
- die schädigende Wirkung inkorporierter Strahlung ist bei der alpha-Strahlung mit Abstand am größten.
Dies drückt sich in der sogenannten Äquivalenzdosis (Sv) aus, bei der die Energiedosis (gemessen in Gy) mit dem Strahlungs-Wichtungsfaktor multipliziert wird.
Der wiederum beträgt für alpha-Strahlung 20, für beta-Strahlung,Positronen,-Röntgen-und Gammastrahlung 1!
Übersetzt heißt das, daß die biologische Wirkung einer gleich großen "Strahlenmenge" alpha 20 mal so hoch ist im Vgl. zu den anderen genannten Strahlungsarten (dazwischen liegt noch die Neutronenstrahlung mit Faktor 10).
Der Grund hierfür liegt gerade eben darin (und das ist eben der Grund für die Mißverständnisse), daß die Eindringtiefe der alphastrahlung so gering ist! Weil, und jetzt kommts, die gesamte Energie eines alpha Teilchens auf geringer Strecke durch Wechselwirkung mit Gewebe aufgebraucht wird. Dabei wird die Energie von alpha-Strahlung auf einer Strecke von 0,005 mm (Beispiel Haut) vollständig abgegeben und erzeugt dabei ca 100 000 Ionisationen pro Zelle! ( im Vgl.beta :100 Ionisationen pro Zelle).Und das ist noch nicht mal die ganze Wahrheit, weil es nicht nur Ionisation sondern auch noch andere Formen des Energieverlustes gibt-z.b.Bremsstrahlung.
An der Haut ist das uninteressant, weil die Hornhautschicht (abgestorbene Zellen) dadurch nicht mal durchdrungen wird, im Körper (Bronchien, Lungengewebe, Darm-,Magenschleimhaut etc) ist die Wirkung aber am Ort wo großer Schaden resultieren kann.
Mit anderen Worten:
--Alles was alpha (und beta)strahlt (der Gag ist, daß man das mit dem Geigerzähler nicht vernünftig messen kann!!), muß unbedingt so aufbewahrt werden, daß Staub nicht entstehen , bzw nicht inkorporiert werden kann, weil gerade diese Strahlung biologisch am gefährlichsten ist.
--Das Gute daran ist, dass eine dünne luftdichte Verpackung aus z.B. Plastik schon ausreicht um außen keine Strahlung ankommen zu lassen.
Zu dem Thema gäbs noch ne Menge mehr zu erzählen oder zu diskutieren, hoffe ich hab euch nicht genervt.
Tobias
uwe p.:
@schweizer strahler
es gibt auch radiaktive kluftmineralien - so kommen z.b. im binntal durchaus kahlerite, tobernite und autunite vor.
betadecay2000:
--- Zitat ---(der Gag ist, daß man das mit dem Geigerzähler nicht vernünftig messen kann!!),
--- Ende Zitat ---
Einer meiner Geigerzähler (SVS-3 Fa. Step, siehe Bild) unten ist auch in der Lage, Betastrahlung (ab 200 keV) zu messen, das Gerät verfügt über eine Blende, mit der sich die Betastrahlung, mit der die Betastrahlung "ausgeblendet" werden kann, so das auch "nur Gamma-Messungen" möglich sind.
--- Zitat ---Vielleicht in diesem Zusammenhang interessant:
Ich habe einmal den chinesischen "Granit" meiner Treppe im Haus untersucht. Auf einer Fläche von 4cm2 waren knapp 50 Partikel die deutlich Thorium enthielten (Bis hin zum reinen Thoriumsilikat). Davon sind nun bestimmt 20m2 im Haus verbaut. Soll ich die rausreissen? Das Material ist gebunden, also wohl eher nicht.
--- Ende Zitat ---
Auch in der Zerfallskette von Thorium gibt es Radon:
Die Zerfallsreihe von Uran-238 enthält das Edelgas Radon-222, das eine Halbwertzeit von 3,83 Tagen hat und somit recht viel Zeit hat, aus dem Gestein bzw. Mineral zu entweichen, was zur Folge hat, daß recht viel Radon aus dem uranhaltigen Stück entweichen kann.
Auch Thorium-232 hat in seiner Zerfallsreihe ein Radonisotop, nämlich das Rn-Isotop Rn-220 (auch "Thoron" genannt), dessen Halbwertzeit liegt aber nur bei 55,6 Sekunden, somit dürften bei Thoriumhaltigen Materialien bei weitem nicht so ausdünsten, wie bei uranhaltigen.
Ich halte Rausreißen daher nicht unbedingt für sinnvoll, zumal dabei sicher mehr Radioaktivität freigesetzt würde, als wenn man den Granit einfach drin läßt.
--- Zitat ---Zu dem Thema gäbs noch ne Menge mehr zu erzählen oder zu diskutieren, hoffe ich hab euch nicht genervt.
Tobias
--- Ende Zitat ---
Mich zumindest nicht :) , ich zumindest finde das Thema interessant, dem Beitrag ist übrigen nichts hinzuzufügen. Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich sicher auch mehr dazu schreiben. Ich würde mich über weiteren Austausch zu diesem Thema freuen.
Viele Grüße,
Markus
Krizu:
--- Zitat von: betadecay2000 am 20 Apr 05, 22:12 ---
--- Zitat ---(der Gag ist, daß man das mit dem Geigerzähler nicht vernünftig messen kann!!),
--- Ende Zitat ---
Einer meiner Geigerzähler (SVS-3 Fa. Step, siehe Bild) unten ist auch in der Lage, Betastrahlung (ab 200 keV) zu messen, das Gerät verfügt über eine Blende, mit der sich die Betastrahlung, mit der die Betastrahlung "ausgeblendet" werden kann, so das auch "nur Gamma-Messungen" möglich sind.
--- Zitat ---Vielleicht in diesem Zusammenhang interessant:
Ich habe einmal den chinesischen "Granit" meiner Treppe im Haus untersucht. Auf einer Fläche von 4cm2 waren knapp 50 Partikel die deutlich Thorium enthielten (Bis hin zum reinen Thoriumsilikat). Davon sind nun bestimmt 20m2 im Haus verbaut. Soll ich die rausreissen? Das Material ist gebunden, also wohl eher nicht.
--- Ende Zitat ---
Auch in der Zerfallskette von Thorium gibt es Radon:
Die Zerfallsreihe von Uran-238 enthält das Edelgas Radon-222, das eine Halbwertzeit von 3,83 Tagen hat und somit recht viel Zeit hat, aus dem Gestein bzw. Mineral zu entweichen, was zur Folge hat, daß recht viel Radon aus dem uranhaltigen Stück entweichen kann.
Auch Thorium-232 hat in seiner Zerfallsreihe ein Radonisotop, nämlich das Rn-Isotop Rn-220 (auch "Thoron" genannt), dessen Halbwertzeit liegt aber nur bei 55,6 Sekunden, somit dürften bei Thoriumhaltigen Materialien bei weitem nicht so ausdünsten, wie bei uranhaltigen.
Ich halte Rausreißen daher nicht unbedingt für sinnvoll, zumal dabei sicher mehr Radioaktivität freigesetzt würde, als wenn man den Granit einfach drin läßt.
--- Zitat ---Zu dem Thema gäbs noch ne Menge mehr zu erzählen oder zu diskutieren, hoffe ich hab euch nicht genervt.
Tobias
--- Ende Zitat ---
Ich würde mich über weiteren Austausch zu diesem Thema freuen.
--- Ende Zitat ---
Hallo Markus,
ich hatte Tobias so verstanden, dass Alpha-Teilchen gemeint waren. Die sind teilweise wirklich schwer zu fassen. (Eigenabsorption, Fensterabsorption, freie Weglänge usw.)
Das System mit der Betaausblendung verstehe ich nicht so ganz. Vielleicht rettet Dich da die untere Nachweisgrenze der Energie, sicher bin ich mir nicht. Nimm einen Betastrahler mit vielleicht 1MeV. Die Elektronen der Strahlung prasseln auf die Blende und werden abgebremst. Was passiert? Es entsteht Röntgenstrahlung. Und bei 1MeV würde ich es langsam Gammastrahlung nennen.
Zum Thema Thorium:
Ich würde nie die Treppe rausreissen. Gib mir 10g Flussand und ich finde darin thorium- oder uranhaltige Partikel. Spätestens am Monazit werde ich fündig.
Die Hauptquelle für natürliche Radioaktivität ist, wenn ich mich recht erinnere, ausserdem das Kalium. Also provokant gefragt: Alle kaliumhaltigen Minerale wegsperren? Dein Spruch "Respekt aber keine Angst" möchte ich eigentlich unterstreichen und mit "Sorgfalt" ergänzen.
MfG
Frank
McSchuerf:
--- Zitat ---Die Hauptquelle für natürliche Radioaktivität ist, wenn ich mich recht erinnere, ausserdem das Kalium. Also provokant gefragt: Alle kaliumhaltigen Minerale wegsperren? Dein Spruch "Respekt aber keine Angst" möchte ich eigentlich unterstreichen und mit "Sorgfalt" ergänzen.
--- Ende Zitat ---
Hallo Krizu,
Es ist zwar richtig, dass zu den radioaktiven Elementen alle solchen mit einer Ordnungszahl über 82 (s. periodisches System der Elemente) sowie einige weitere Elemente, z.B. das Kalium gehören..ABER: in welcher Zerfallsreihe (Uran-Radium-Reihe?, Thoriumreihe? oder Uran-Aktinium-Reihe? soll sich denn das Kalium befinden??
Ich kenne auch kein 'strahlendes' Kaliummineral, dass ich mit meinem Geigerzähler erfassen könnte (weder Gamma, noch Alpha,- noch Betastrahler meiner Ansicht nach..)
Nur mal so an den Physiker gefragt.. ;): Müssen wir uns hier nicht einfach NUR bestimmte Isotope unter die Lupe nehmen bzw. nur auf Isotope (siehe Kalium) beschränken? Ich frage nur, ich bin kein Experte für radioaktive Elemente..
Noch was zu Cäsium..(Mineral wäre hier z.B. der Worobieffit = Cs-haltiger Morganit) und der strahlt auch nicht! oder ich muss meinen Geigerzähler entsorgen.. ;)
Bei Cäsium sieht das auch wieder ganz anders aus (Stichwort: Pilze und Tschernobyl)..da hat die Presse einen Riesen-Unsinn verbreitet..denn die Cäsiumbelastung zumindest in Hessen und in Rheinland-Pfalz bei Pilzen nach dem Fall Out (angebliche Partikelstreuung über Waldgebieten..) war = 0!! Mag sein, dass durch die entsprechende Windrichtung in Bayern und Bawü das anders aussieht aber ich bezweifle dies auch. Bei Hessen habe ich persönlich die Beweise gesehen, dass die Pilze völlig unbelastet sind!.. :-\
Trotzdem weiß jeder, dass Cäsium sehr schädlich ist und den Knochenbau z.B. abbaut während Calcium den Knochenbau fördert..etc..
..aber gut..ich will nicht vom eigentlichen Thema abschweifen..bitte nur nochmal eine spezifizierte Antwort zum Kalium als radioaktives Element und zu möglichen Isotopen liefern...damit wäre mir schon weitergeholfen. Danke... ;)
Gruß Peter
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