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Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Krizu:
--- Zitat von: Granulit am 17 Sep 05, 16:15 ---Auch wenn ich nicht alle Beiträge gelesen habe, werden meiner Meinung nach ein paar Aspekte zum Thema nicht berücksichtigt.
Beim Uranzerfall entsteht Radon, ein strahlendes Edelgas. Eine reine Abschirmung mit Blei oder Barium mindert zwar die Gammastrahlung, aber wenn das Ganze nicht gasdicht ist, hindert es das Radon nicht daran in den Raum zu diffundieren.
Dazu kommt, Radon ist ein Alpha-Strahler. Die Alpha-Strahlung ist um ein Vielfaches biologisch wirksamer als Gamma-Strahlung (man wichtet sie um den Faktor 20 (!) gegenüber der Gamma-Strahlung, d.h. 1 mGy entspricht bei Alpha-Strahlung nicht wie bei Gamma-Strahlung 1 mSv, sondern 20 mSv). Sie hat in Luft eine Reichweite von nur wenigen Millimetern und in dichteren Material noch geringer. Bereits ein Blatt Papier schirmt Alpha-Strahlung ab. Aus diesen Gründen ist meines Wissens nach (??) Alpha-Strahlung nicht mit einem gewöhnlichem Geigerzähler meßbar. Wenn Radon nicht gasförmig wäre, wäre das alles kein Problem.
--- Ende Zitat ---
Hallo,
der Faktor ist für Alpha "nur" der Faktor 10. 20 sind Rückstoßkerne.
Das Radon tritt gasförmig auf. Aber wieviel Radon kommt aus der Stufe innerhalb der Zerfallstzeit raus? Das System Kalium-Argon ist ein Langzeit-Chronometer. Das muss auch ein Edelgas aus dem Kristall herausdiffundieren - und schafft es meist nicht.
--- Zitat ---Eine gasdichte Abschirmung und eine möglichst gute Belüftung der entsprechenden Räume wäre meiner Ansicht nach darum bei Uranhaltigen Mineralien viel wichtiger als irgendwelche Blei- oder Bariumkontainer.
--- Ende Zitat ---
In meinen Augen ist eine mit Tesafilm verklebte Dose sehr gut luftdicht.
MfG
Frank
Krizu:
Hallo,
http://www.webmineral.com/data/Uraninite.shtml
1g Uranit liefert in etwa 20µs/h.
Das Problem ist vermutlich eher die Eigenabsorption, Geometrie und Effizienz des Zählrohrs usw.
MfG
Frank
Schluchti:
Hier mal ein kleiner Versuch:
Es handelt sich um eine kleine Stufe, die auf einer Fläche von 4 x 3 cm etwa 1 mm stark mit Pechblende besetzt ist.
Die Stufe ist gedost und versiegelt.
Der Meßabstand beträgt rund 1,5 cm, weil ich die Dose nicht wieder aufmachen wollte. Daher die "geringen" Werte.
Einmal die Messung ohne sonstige Abschirmung: Ergebnis rund 2 mR/h = 20 µSv/h
Einmal mit Bleiabschrimung von 1mm Stärke: Ergebnis rund 0,5 mR/h =5 Sv/h
Also reduziert das Blei die meßbare Strahlung (vor allem Beta und Gamma) um rund drei Viertel.
Krizu:
Hallo Thomas,
vielleicht kannst Du mit einen Gefallen tun:
Nimm mal über den Abstand die Strahlung auf.
1.5 2 2.5 3 4 5 7 10 15 cm ohne Blei ;)
Es zählt Mitte Zählrohr!
MfG
Frank
Schluchti:
mmmh, das geht leider net mehr, weil die Stufe nicht mehr bei mir ist.
Aus 15-20 cm habe ich aber in Erinnerung, konnte man kaum eine erhöhte Aktivität mehr messen.
Aber ich werde diese Meßreihe mal mit dem mir verbleibenden kleineren Stück durchführen.
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