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Autor Thema: Gibt es, wie in Bernstein, tierische Einschlüsse in Kristallen?  (Gelesen 14937 mal)

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Martin Esa

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Hallo zusammen,

wie der Betreff schon fragt, suche ich bisher vergeblich eine Antwort oder ein Bild.
Ich bin gespannt :)

Offline Fabian99

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Ja, es gab mal Spinnmilbe in Aragonit und Ratte in Malachit

LG

Online stoanklopfer

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Ja, aber nicht in einem Kristall, sondern überkrustet.

Offline Harzsammler

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Da wirst Du in Eis sicher am ehesten fündig werden.
Eis ist ein anerkanntes Mineral und zeigt hin und wieder Einschlüsse von Tieren.

Grüße,
Michael

Offline felsenmammut

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Glück Auf!

ein Bild zu Calcit pseudomorph nach Banane ist im Mineralienportrait Calcit. Die oben genannte Malachitratte ist bestimmt die Kristallisation von Atacamit und Chalkanthit auf Maus, auch als Malachitmaus bezeichnet. Bilder findet man im Internet

Und Mücke (Insekt) in Salmiak habe ich auf Haldenstücken von Freital schon gesehen.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline jkstar

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Hallo,

Ich finde leider keine Bilder der Malachitmaus im Netz?!

Viele Grüße
Julian

Offline gsiberger

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Soweit ich mich erinnere ist das Kupfer auf Maus und sehr beeindruckend!

Offline pery

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Soweit ich mich erinnere ist das Kupfer auf Maus und sehr beeindruckend!

Stimmt, genauer Atakamit und Chalkantit

Hier ein Bild:
 
- Foto bis auf weiteres entfernt
« Letzte Änderung: 28 Oct 16, 01:18 von peryperypery »

Offline Stefan

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Ja das möchte man sicher in seiner Sammlung liegen haben. Macht sich toll in jeder Vitrine ;)
Viele Grüße Stefan

Online stoanklopfer

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Ist zwar kein Tier, aber mir fallen noch die Quarzkristalle mit eingeschlossenen Pilzmyzelen aus Hohenlimburg ein.

Offline cmd.powell

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Moin

Ich kenne jetzt zwar kein konkretes Beispiel, aber alle relativ schnell wachsenden Minerale könnten theoretisch ehemalige Lebewesen einschließen, ich denke dabei an Halit oder Gips. In Teutschental gibt es einen Gipssee, in dem Gipskristalle auf allem Möglichen wachsen, in einem Fall auch auf einem Hirschkadaver, ich hab allerdings noch nie gezielt nach Einschlüssen in den Kristallen gesucht.

Offline smoeller

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Hallo,

Salz geht auch. Ist unter Druck fließfähig (wie Gletschereis) und kann in sehr alten Bergwerken wie im Salzkammergut in Österreich durchaus mal tierische Reste oder Bergbaugerät einschließen. Man kennt keltische Lederreste, die im Salz konserviert wurden.

Letztens habe ich von versinterten Schlangen in einer Höhle gelesen. Auf der Hamburger Börse gabs letztes Jahr Widderschädel mit Gipskristallen aus Australien.

Was es auch recht häufig gibt, sind diagenetische Konkretionen aus Phosphorit, Pyrit, Limonit, die dann Reste von Tieren (Haizähne, Seeigel etc.) einschließen.

Echte Einschlüsse von Tieren dürften selten sein. Die überaus meisten Minerale entstehen im inneren der Erde unter Bedingungen, die einer Erhaltung in der Substanz nicht zuträglich sind, bzw. es geraten keine höheren Tiere überhaupt dorthin. Nur oberflächennah aus stark übersättigten Lösungen/Dämpfen sehr rasch wachsende Minerale wie Salze, Salmiak oder Gips kommen meines Erachtens neben Eis und Bernstein überhaupt in Frage. Unter solchen Bedingungen kann organisches Material rasch der Verwesung entzogen werden und die Geschwindigkeit der Kristallisation hinreichend hoch, dass das Wachstum nicht Jahrhunderte oder Jahrtausende dauert, was angesichts von Verwitterung und Erosion nicht förderlich wäre.

Glück Auf!
Sebastian

Martin Esa

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Super!!! Ich danke euch sehr für Eure Beiträge.

Wenn ein höherer Säuger, die Maus ist ein gutes Beispiel, theoretisch in eine Situation käme die die Bildung einer Druse nach sich zieht. Würde der tote, noch nicht verweste Mauskörper, also in einer Lösung eingelegt sein. Dadurch wäre er in diesem Zustand erst mal konserviert. Wachsen dann die Kristalle, wenn die Zeit des Kristallwachstums gekommen ist, auch in den Körper der Maus? Ist es also möglich, ähnlich wie bei der Verkieselung von fossilem Holz, dass die zellulare Struktur der Maus durch winzigste Kristallvarianten ersetzt und nicht zerstört wird?

Keine Sorge bitte. Ich bereite mich hier nicht auf verstörende Tierversuche vor um mich zu bereichern. Dafür hätte ich die Zeit nicht ;)

Offline Emil Box

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Wahrscheinlich nicht gesucht, aber merkwürdig.
Gastropode in Beryll (Smaragd).
www.mindat.org/photo-75320.html
Gruß.
Milo

Offline pery

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Wachsen dann die Kristalle, wenn die Zeit des Kristallwachstums gekommen ist, auch in den Körper der Maus? Ist es also möglich, ähnlich wie bei der Verkieselung von fossilem Holz, dass die zellulare Struktur der Maus durch winzigste Kristallvarianten ersetzt und nicht zerstört wird?


Ich bin da ehrlich kein Experte aber ich denke mit den Knochen der Maus wäre das gut möglich!
Von diversen Fossilien kennt man das ja zu genüge, z.B Quarzkristalle in Ammoniten

http://erdwissen.nagra.ch/wp-content/uploads/2011/05/Ammonit-aufgeschnitten-Kristalle.jpg

Beim Beispiel Maus (von oben) wird der Fundort aller Wahrscheinlichkeit nach in einer sehr sehr trockenen Klimaregion liegen, sprich einer Wüste.
Das hat zum einen dafür gesorgt das sich die Maus ähnlich einer Mumie gut erhalten hat, zum anderen ist dies das einzige Milieu in dem Chalkanthit nicht zerfällt (wasserlöslich).
Zudem bildet sich Chalkanthit als Oxidationsmineral von Kupfer-Sulfiden sehr schnell.
Bei Mineralien wie z.B Quarz halte ich so etwas wie tierische Einschlüsse für unmöglich, da der Zeitraum für die Kristallisation einfach eine ganz andere Dimension ist.


« Letzte Änderung: 28 Oct 16, 01:19 von peryperypery »