Gesteine / Rocks / Rocas > Deutschland / Germany
Ungewöhnlicher Brauneisenstein
heli:
Zuerst mal zur Verfärbung: Wird vermutlich durch Oxydation entstehen.
Und sieh mal hier unter dem Portrait Konkretionen. Da wirst du unterschiedlichste Arten finden und verschiedene Entstehungswege.
Und .. ein klassischer Weg der Entstehung ist die Ausfällung aus wässrigen sauren Lösungen durch Kalk.
Harzsammler:
--- Zitat von: Angler am 12 Dec 16, 02:05 ---Dein Hinweis bezüglich Kamsdorf finde ich sehr interessant, hatte ich noch nie gehört. Weist Du vielleicht, wie hoch der Kalkanteil dort im Limonit war (so ungefähr)?
MfG
Michael
--- Ende Zitat ---
... in Kamsdorf wurde eisenschüssiger Dolomit aus dem Perm abgebaut, durch metasomatische Vorgänge ist das Eisen dort in den Dolomit reingekommen, hilft hier bei dieser Knolle nicht weiter.
Wenn der Fundort dieser Galle eine Kiesgrube war, dann ist dieses doch ein klassischer Geschiebefund, so dass über die eigentliche Herkunft und die Bildungsbedingungen am Ursprungsort nur vage spekuliert werden kann.
Dennoch, bei Deiner Galle vermute ich als Mutter`gestein´ einen kalkhaltigen Ton, bzw. einen kalkgebundenen sehr feinen Sandstein -> Limonitbildung durch Fällung oder Entmischung -> Limonit umschließt den kalkhaltigen Kern der sich weiter entmischte -> fertig.
Wer schon mal Limonitkonkretionen im anstehenden Sandstein sehen durfte, der konnte sicher auch sehr oft einen hellen Bereich um diese herum erkennen. Das sind die Entmischungszonen aus denen die Konkretion das Eisen bezog und was außen geht, das geht auch innen.
Grüße,
Michael
Angler:
Hallo Michael,
ja, wer bin ich Dir zu widersprechen :-X. Und wer, Deiner trefflichen Beschreibung des Aufbaus der "Limonitknollen" folgt und dabei die Struktur der "Schale" einer aufgeschlagenen Brandenburger "Kiesgalle" vor Augen hat, möchte schon aus rein optischen Gründen, Dir vorbehaltlos zustimmen. :)
Allein die Chemie spricht - nach meinem Dafürhalten - dagegen. Laut Mineralienatlas-Lexikon besteht Limonit aus Goethit und Lepidokrokit. Unter Berücksichtigung, dass für die Bildung von Goethit das Element Stickstoff vorhanden sein muss und für Lepidokrokit Natrium, sind doch nur noch die Elemente Eisen, Sauerstoff und Wasserstoff beteiligt.
Das diese in entsprechender Zusammensetzung mit Hilfe von Kalk - der wohl ähnlich einem Katalysator wirkt, wenn ich das richtig verstehe - von außen den Aufbau der Limonitschale ermöglichen und befördern, steht außerhalb jeglicher Diskussion.
Wenn aber, die Limonitbildung auch innerhalb einer bereits geschlossenen Limonitschale funktionieren soll, dann müssen im eingeschlossenen Kern, im "Kalkbrei" auch Stickstoff und Natrium enthalten sein, sowie ausreichend Wasser, um chemische Reaktionen auszulösen, die zur Bildung von Goethit und Lepidokrokit führen. Das allein, ist schon eine gewagte These, wie ich finde. :-\
Auch, wenn Du und Thomas recht haben, bleibt immer noch ein Phänomen, für das ich bisher noch keine Erklärung gelesen habe. Wo bleibt das Element Kalzium? ???
Kalk besteht doch aus Kalzium, Kohlenstoff und Sauerstoff. Gut der Sauerstoff wird dringen benötigt und vielleicht wird bei der Spaltung der Kohlenmonoxid-Molekühle der Kohlenstoff gasförmig und „verduftet“ einfach (was so einfach eigentlich auch nicht geht). Dann bleibt immer noch Kalzium übrig, was sich in keiner chemischen Formel für die Bildungsbestandteile von Limonit findet, also im Innern der Gallen noch vorhanden sein müsste, wenn diese auch nach innen "Schalen" bilden.
Die einzigste Erklärung hierfür erscheint mir zu sein, dass die Limonitschalen von innen nach außen wachsen, weil das die Abwesenheit von Kalzium in den "ausgewachsenen" Gallen erklären würde.
Es gibt allerdings noch eine letzte Möglichkeit. Der Kalk in meiner alten Birne, wehrt sich durch wirksame Blockaden etlicher meiner Hirnwindungen so heftig gegen die Negierung seiner mineralen Brüder in den Gallen, dass mir einfach die Lösung nicht einfallen kann. ;D
Werde heute am Abend ein paar Mal, mit dem Kopf voraus, gegen die Wohnzimmerwand laufen. Vielleicht lösen die Erschütterungen ja den Kalk, welcher dann hoffentlich alsbald zu rieseln beginnt und die Erklärung fällt mir, wie die sprichwörtlichen Schuppen aus den Haaren. >:D
MfG
Michael
Harzsammler:
--- Zitat von: Angler am 12 Dec 16, 18:57 ---Allein die Chemie spricht - nach meinem Dafürhalten - dagegen. Laut Mineralienatlas-Lexikon besteht Limonit aus Goethit und Lepidokrokit. Unter Berücksichtigung, dass für die Bildung von Goethit das Element Stickstoff vorhanden sein muss und für Lepidokrokit Natrium, sind doch nur noch die Elemente Eisen, Sauerstoff und Wasserstoff beteiligt.
Das diese in entsprechender Zusammensetzung mit Hilfe von Kalk - der wohl ähnlich einem Katalysator wirkt, wenn ich das richtig verstehe - von außen den Aufbau der Limonitschale ermöglichen und befördern, steht außerhalb jeglicher Diskussion.
Wenn aber, die Limonitbildung auch innerhalb einer bereits geschlossenen Limonitschale funktionieren soll, dann müssen im eingeschlossenen Kern, im "Kalkbrei" auch Stickstoff und Natrium enthalten sein, sowie ausreichend Wasser, um chemische Reaktionen auszulösen, die zur Bildung von Goethit und Lepidokrokit führen. Das allein, ist schon eine gewagte These, wie ich finde. :-\
Auch, wenn Du und Thomas recht haben, bleibt immer noch ein Phänomen, für das ich bisher noch keine Erklärung gelesen habe. Wo bleibt das Element Kalzium? ???
--- Ende Zitat ---
... da geht was durcheinander - aus welcher Quelle stammt das denn? Stickstoff für Goethit, Natrium für Lepidokrokit, Calcium? Kohlenmonixid?
Ist mir zuviel...
Grüße,
Michael
Angler:
Hallo Michael,
finde blöder Weise, jetzt auf die Schnelle die Seite nicht mehr. Hatte vorhin eine Seite auf der die chemische Bildung von Goethit und Lepidokrokit mit chemischen Formeln dargestellt war. Sobald ich sie habe gebe ich Dir den Link.
Kohlenmonoxid ist ein Schreibfeheler. Muss heißen Kohlentrioxid Co3. Kalk ist chemisch CaCO3, besteht also aus den Elementen Kalzium, Kohlenstoff und Sauerstoff. Wenn das Molekühl Co3 Kohlentrioxid aufgespaten wird und Kohlenstoff als Gas entweichen könnte, der Sauerstoff für die Bildung von Goethit und Lepidokrokit(aus denen Lemonit besteht) Verwendung findet bleibt Ca Klazium übrig.
MfG
Michael
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln