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Pechblende in der Sammlung

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etalon:
Hallo Markus,

das siehst Du völlig richtig. Auch wenn die Aktivität in einem Volumen von 2,1E-4 ccm nicht zu unterschätzen ist, verteilt sich diese nach dem Austritt ja auf ein viel größeres Volumen, so dass die evtl. inkorporierte Aktivität um ein vielfaches sinkt. Das Polonium ist als Zerfallsprodukt nicht das Problem. Die nach Rn222 folgenden Zerfallsprodukte haben alle HWZ im Minutenbereich. Interessant wird es dann erst wieder beim Pb210/Bi210 mit mehreren Jahren HWZ (bezogen auf die Kontamination der Vitrine). Aber auch das ist bei der aus der Stufe austretenden Menge Rn222 sicher vernachlässigbar. Da schmeißt der Bauer mit seinem Kunstdünger deutlich mehr K40 auf sein Feld in der Nachbarschaft...
Hinzu kommt, dass das Rn222 ja auch aus der Stufe herauskommen muss. Das Ra226 selbst ist ja im Kristrallgitter gebunden. Je nach Entstehungsort kommt das Rn222 aufgrund seiner kurzen HWZ gar nicht aus der Stufe heraus. Die dadurch abgegebene Menge an Rn222 ist also nochmals deutlich geringer. Im Vergleich zu den Rn222 Mengen, welche aus Tonnen (und großen Oberflächen) von Beton im Keller und dem darunterliegenden Gestein ausdiffundieren ist solch eine Stufe sicher vernachlässigbar. Zumal bewohnte Räume sicher häufiger gelüftet werden als ein Keller...

Just my 2 Cents...

Grüße Markus

cmd.powell:
Moin ... Markus (jetzt kommen ich mir etwas wie bei einem Selbstgespräch vor  :D )

Ah, also habe ich mir das schon richtig gedacht. Ich habe nämlich auch einige uranhaltige Stufen in einer meiner Vitrinen stehen (die ganz in der äußersten Ecke des Raumes steht, beides Außenwände) und keinerlei Vorkehrungen in Punkto Radonausgasungen getroffen, genau wegen dieser Überlegungen. Nebenbei habe ich hier immer den Gammascout auf meinem Schreibtisch liegen und kann die Stufen in der Vitrine nicht aus dem Hintergrund rausmessen. Erst ab einer Entfernung von gut 2 Metern merkt man einen leichten Anstieg, bei einem Meter Abstand hat man eine deutliche Strahlung von der Vitrine.
Spannend finde ich in dem Zusammenhang eine Pechblendestufe aus Pribram, die ich vor nicht allzu langer Zeit bei ebay an Land gezogen habe: Neben dem Gammascout habe ich noch den RAM2, eine Halbleiterdetektor russischer Bauart aus ehemaligen NVA-Beständen. Sehr empfindlich das Teil und kann die drei Strahlungsarten energiedispersiv trennen. Ich war überrascht, als ich die Pechblendestufe testhalber unter dem Detektor liegen hatte und im Alphameßbereich quasi eine Nullmessung hatte (5 - 10 Counts in 60 Sekunden). Fand ich schon merkwürdig und dachte an Betrug in Bezug auf die Pechblende. Aber dann viel mir ein, das die Alphastrahlung von Uran238 nur rund 6cm Reichweite in der Luft hat  - und der Detektor war deutlich weiter als 6cm von dem Pechblendestück entfernt. Bei nur noch 5cm Abstand donnert er dann auch ganz ordentlich los - doch kein Betrug  ;).

etalon:
Hallo Markus (das Selbstgespräch geht weiter... ;)),


--- Zitat ---Erst ab einer Entfernung von gut 2 Metern merkt man einen leichten Anstieg, bei einem Meter Abstand hat man eine deutliche Strahlung von der Vitrine.
--- Ende Zitat ---

Dann wäre es mal ganz sinnvoll, eine ODL vor der Vitrine zu ermitteln. Das ließe eine Abschätzung des Gefährdungspotentials zu (eine richtige Messung vorausgesetzt). Grundsätzlich finde ich es schon sinnvoll, radioaktive Stufen allein wegen der Bröselei auch innerhalb der Vitrine in Präsentationsdöschen zu verpacken. Eine Vitrine wird doch dann und wann mal geöffnet (vielleicht auch von Kindern/Enkelkindern in neugierigem Tatendrang?). Damit beseitigst Du dann auch ein nicht in nennenswertem Maße vorhandenes Radonproblem.


--- Zitat ---Neben dem Gammascout habe ich noch den RAM2, eine Halbleiterdetektor russischer Bauart aus ehemaligen NVA-Beständen
--- Ende Zitat ---

Dieses Messgerät kenne ich nicht, wundere mich aber darüber:


--- Zitat ---...und kann die drei Strahlungsarten energiedispersiv trennen
--- Ende Zitat ---

Das kann ich für Alpha- und Beta/Gamma-Strahlung nachvollziehen, aber wie trennt es Beta-/Gamma-Strahlung?  ???
Das ist messtechnisch innerhalb des Detektors nicht möglich...


--- Zitat --- ...im Alphameßbereich quasi eine Nullmessung hatte (5 - 10 Counts in 60 Sekunden).
--- Ende Zitat ---

Das ist für den reinen Alphabereich schon verdammt viel als Nullmessung!! Da sollten eigentlich nur alle paar (zig) Minuten statistische Zählereignisse stattfinden. Solch eine hohe Nullzählrate im Alphabereich weist entweder auf eine Kontamination hin (Zählrohr und/oder Untergrund), oder auf einen Defekt des Messgerätes...  :-\

Grüße Markus

cmd.powell:
Moin Markus

Ich gebe zu, die Nullmessung im Alphabereich habe ich aus dem Gedächtnis angegeben, den tatsächlichen Wert kann ich nicht mehr sagen. Ich weiß nur noch, das es nicht Null war aber auch nicht sehr viel (maximal 10 Counts). Da der Abstand zur Probe jedoch auch nicht mehr als 10cm betragen hat, kann es durchaus sein, das z.B. ein paar verirrte Thoriumatome gemessen wurden. Ich müsste die Messung nochmal wiederholen, um bessere Werte zu liefern.

HIER mal eine paar Infos zum RAM 2 (oder RAM II), musst ein bisserl runterscrollen. Der Mensch schreibt zwar bei der Messung nur Alpha und Beta, auf einem Foto kann man jedoch unschwer erkennen, das er auch Gamma messen kann. Wie genau er misst, kann ich Dir auch nicht sagen, ich vermute mal, er wird Alpha und Beta energiedispersiv und Beta und Gamma "mechanisch" trennen, da das Gerät noch eine Blende hat, die je nach Messung automatisch betätigt wird. Danach läuft - wahrscheinlich - noch einen Vergleichsmessung über den gleichen Zeitraum. Wenn ich Gamma messe, schließt sich die Blende sofort, bei Beta ist sie erst offen und schließt nach einer Minute und dann sieht man, das er von dem vorherigen Wert abzieht. Nach einer weiteren Minute ist dann die Messung beendet. Bei Alpha bleibt die Blende die ganze Zeit offen (meine ich jedenfalls, ist schon wieder ein paar Tage her, das ich das Teil laufen hatte). Das Ding ist auch nicht mehr unbedingt handlich, mit seinen 26 kg, aber immerhin Halbleiterdetektor. Ich will immer nochmal einen zweiten an Land ziehen und mal versuchen, die russische Sparanzeige durch etwas moderneres zu ersetzen. Ich schlachte bzw. schraube allerdings nur ungerne an Sachen rum, die ich nur einmal liegen habe. Leider ist der Preis für das Teil durch die Decke gegangen. Ich hab den noch für 50 DM bekommen - - - ein Preis der mich jetzt fast weinen lässt, der ist nämlich nicht schlecht und wie gesagt, sehr empfindlich.

Was meine Vitrine betrifft, so bin ich mit meiner derzeitigen Lösung ganz zufrieden. Die Kinder gehen dort nicht ran (wirklich nicht, (noch) hören sie auf Papa) und ich habe - wie wahrscheinlich jeder hier - massive Stellplatzprobleme, so das zusätzlich Überdosen einfach zu viel Platz rauben würden. Einzig wenn ich einen ganzen Boden in ein geschlossenes Abteil umwandeln würde, das wäre vielleicht eine Lösung (oben und unten die Holzböden und von vorne eine Plexiglasscheibe vorgeschraubt). Mal sehen, falls mir die Kleinen wirklich mal zu neugierig werden sollten, mache ich das vielleicht. Derzeit öffne ich die Vitrine vielleicht ein bis zweimal im Jahr, da lohnt der Aufwand nicht.

EDIT: Mir fällt gerade ein, das ich ja auch schon hier im Forum ein paar Bilder vom RAM II gepostet habe, inklusive des Detektors. Guckst Du HIER (scrollen nicht vergessen  ;) )!

seisteff:
Mich würde mal interessieren was da jetzt draus geworden ist!

Grüße seisteff

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