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Pechblende in der Sammlung

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schnurps:
Hallo Michael,
da ich mich berufsbedingt oft mit diesem ganzen Thema auseinandersetzen muss,kann ich Dir sagen,dass Du Dir da keine Gedanken machen musst.Pechblende ist zum allergrössten Teil ein Alpha-Strahler je nach Mineralzusammensetzung.Das daraus entstehende Isotop ist Radon,welches wiederum Alpha- und je nach Isotop auch.Betastrahler ist.
Beide Strahlungsarten sind durch kurze Entfernungen und auf jeden Fall durch Glas abschirmbar.
Das gasförmige Radon hälst Du fern,indem Du das Glas abdichtest.
Alles andere ist zum größtenteil die schon oft zitierte,meist auf Unkenntnis basierende Hysterie.
MfG Tonik

Walpurgin:
Danke für die Meinungen,
So ungefähr hatte ich mir das vorgestellt.
Glashaube auf Holzsockel und die Glasränder mit Acryl verklebt.
Ich halte euch über meine Bastelarbeit auf dem laufenden .

Embarak:

--- Zitat ---... Alpha- und je nach Isotop auch Betastrahler .
Beide Strahlungsarten sind durch kurze Entfernungen und auf jeden Fall durch Glas abschirmbar.
Das gasförmige Radon hälst Du fern,indem Du das Glas abdichtest.
Alles andere ist zum größtenteil die schon oft zitierte,meist auf Unkenntnis basierende Hysterie.

--- Ende Zitat ---

Ein gasdichtes Behältnis würde Inkorporation des Radon verhindern. Soweit richtig.
Strahlenschutz durch eine Glaswand reicht nicht.
Bin kein unwissender Hysteriker - solche Bemerkungen regen mich auf -, sondern arbeite mit offenen Isotopen.
Habe meine strahlenden Mineralien genau so gelagert, wie Isotope im Labor: Plexiglasbehälter 10mm Wandstärke.
Messe aber trotzdem z.B. bei größeren Stufen von Betafit oder Uranocircit in 20-30 cm nur unwesentlich weniger als ohne Abschirmung.
Wie kommt das, wo man doch so oft lesen kann, daß α- und β-Strahlung durch Papier und  Plexiglas abgehalten werden kann?

Pauschale Angaben, daß z.B. ein β-Strahler in Luft nur eine Reichweite von wenigen Zentimetern hat, sind unzutreffend.
So hat z.B. die β-Strahlung des gereinigten Isotops 32P (Energie max.: 1,71 MeV) in Luft eine Reichweite von etwa 7 Metern,
wogegen die β-Strahlung von Isotop 33P (Energie max.: 0,249 MeV) in Luft nur 50 cm hat. (Wird deswegen zum Markieren bevorzugt.)
Also spielt die Energiemenge eine Rolle.

Nun ist Pechblende kein gereinigtes Isotop mit bekannten Eckdaten, sondern ein Gemisch einer natürlichen Zerfallsreihe unbekannter Zusammensetzung,
in denen alle Strahlungsarten in unbekannter Verteilung vertreten sind. Ohne diffenzierte Messung der 3 Strahlungsarten
ist eine Aussage zur richtigen Abschirmung pauschal nach meiner Meinung nicht möglich.

Pechblende dieser Größe käme jedenfalls nie in meine Wohnzimmervitrinen...
Ist halt eine schwache Dauerberieselung und im Gegensatz zu Medikamenten gibt es für alle Arten von Strahlung keine unteren Grenzwerte.

Dazu eine Beobachtung aus dem Naturkundemuseum Berlin: Im Mineraliensaal steht in der einen Ecke eine große Vitrine mit strahlenden Museumsstufen,
diagonal in der anderen Ecke - etwa 20 m entfernt - steht der Sitzplatz für die Museumswärter.
Auf mein Nachfragen wurde mir bestätigt, daß das Absicht sei, um Dauerbestrahlung für das Personal zu minimieren.
Schließlich säßen diese dort jeden Tag.
So, wie wir im Wohnzimmer.

Mein Kommentar ist länger geworden, als beabsichtigt.
Im Forum sollten aber durchaus verschiedene Meinungen zu einem Thema vertreten sein.

Gruß
Norbert

Uwe Kolitsch:
Als Strahlenschutzbeauftragter würde ich empfehlen, auf jeden Fall in verschiedenen Abständen mal mit einem (idealerweise geeichten) Dosisleistungsmessgerät zu messen und mit dem Background-Wert zu vergleichen.
Was steht hinter der Vitrine? Außenwand oder ein anderes, bewohntes Zimmer?

schnurps:
Hallo,nun kann man das Thema bis ins unendliche treiben.Dies wurde in der Vergangenheit ja oft genug getan.Das ich hier polarisiert habe ,war mir von Anfang an klar.
Michael,natürlich kannst Du die Strahlung mit einem Dosisleistungsmesser in Deinem Aufenthalts-Bereich messen.
Da bist Du auf der sicheren Seite.
Die tatsächlich gemessenen Werte können wir gern mal am Telefon besprechen.
Tatsache ist aber,dass es immer auf die jeweilige Zusammensetzung und den Reinheitsgrad ankommt.Eine derart hochdosierte Energie im Betabereich,dass diese trotz Schirmung noch in einigen Metern Entfernung messbar ist, habe ich bei einem Stück Pechblende noch nie erlebt.Natürlich gibt es solche hochenergetischen Betastrahler,aber eben meist als Reinistotope im Laborbereich.
Es wird dazu immer unterschiedliche Meinungen geben.
Für mich als  Zugführer einer Berufsfeuerwehr in einer Umweltwache ist das Thema jedenfalls erledigt.
MfG Tonik

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