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Autor Thema: von Graubünden, nördlich von Tamins (CH)  (Gelesen 2781 mal)

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Offline vanderheide

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von Graubünden, nördlich von Tamins (CH)
« am: 18 Feb 17, 14:47 »
Verehrte Leser,

Wer kennt dieses Gestein?

https://map.geo.admin.ch/?topic=swisstopo&lang=de&bgLayer=ch.swisstopo.pixelkarte-farbe&X=193550.13&Y=747291.45&zoom=8&catalogNodes=1396,1411&layers=ch.swisstopo.geologie-geocover&layers_opacity=0.65

Hier auf der Geomap findet man den Fundort:
Der Fundort liegt oberhalb vom «Vorder Bäch», etwas oberhalb vom «r» vom «Vor…»

Oberhalb des Fundortes verläuft die blau-eingezeichnete Deckengrenze der Überschiebung.
Was unterhalb der Deckengrenze liegt wird nicht angegeben.
Möglich ist:
Der Stein ist aus der Felswand ausgebrochen
a)   Oberhalb der Deckengrenze – dann ist es Korallenkalk
b)   Unterhalb der Deckengrenze – da fehlen Angaben
c)   Genau an der Deckengrenze

Die Überschiebung gehört zur glarner Hauptüberschiebung -Sardona.
Der Stein schäumt an allen Stellen mit HCL, ist also aus Kalk

Woher die grüne Farbe? Chlorit? Epidot?
Ich finde nichts, was an Fossilien erinnert.

Braucht es noch Detailaufnahmen?

Offline vanderheide

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Re: von Graubünden, nördlich von Tamins (CH)
« Antwort #1 am: 18 Feb 17, 14:48 »
Herzlichen Dank für Hinweise zu diesem Stein.

Gruss

Hans

Offline Geomaxx

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Re: von Graubünden, nördlich von Tamins (CH)
« Antwort #2 am: 21 Feb 17, 19:25 »
Hallo Hans,
gleich zu beginn: dem Gestein kann ich leider keinen Namen verpassen ;)
zur GeoKarte: Das ist richtig, dass man an der Fundstelle den Legendenlink nicht aktivieren kann (ist wohl ein Fehler in der Datenbank auf Blatt 1195 Reichenau. Wenn Du aber ein bissel weiter nördlich die gleiche Schicht (grüne Farbe) auf Blatt 1175 Vättis anklickst, dann erscheint der Legendenlink "Quintnerkalk" (der Tektonischen Einheit Infrahelvetikum, Aar-Massiv). Die Zuordnung des Gesteins ist mir zu schwierig da ich mich dort wenig auskenne. Meiner Meinung nach ist das ein feinlaminiertes Karbonatgestein mit deutlicher tektonischer Beanspruchung, Fossilien kann ich auch nicht erkennen, das Grüne könnte Glaukonit sein. Im Quintnerkalk, der normalerweise gut gebankt und eher dunkelgrau bis braungrau im Querbruch ist, gibts durchaus auch hellere Varianten, den Korallenkalk der Tschep-Decke hab ich noch nicht live gesehen, kann ich also nix zu sagen. Was anderes ist ja auszuschließen, wenn Du das Stück dem Anstehenden zuordnen kannst und es kein gerundetes Geröll aus den dort auch vorkommenden Moränenresten ist...
Vielleicht können ja noch Kollegen mehr dazu sagen.
Grüßle und Glück Auf!
GEOMAXX


Offline vanderheide

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Re: von Graubünden, nördlich von Tamins (CH)
« Antwort #3 am: 27 Feb 17, 21:18 »
Hallo Geomax! Vielen Dank für Deinen Beitrag. Ich habe so lange gewartet und gehofft, es meldet sich dann schon noch jemand (gelesen 232 ist doch eine Menge!). Aber vielen Dank für den Hinweis zur GeoKarte.
Ich werde weiter suchen und fragen. Wenn ich Hinweise bekomme, werde ich sie hier auch mitteilen.
Gruss
Hans

Offline vanderheide

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Re: von Graubünden, nördlich von Tamins (CH)
« Antwort #4 am: 05 Mar 17, 11:45 »
Ergänzung:
Ich zeigte diesen Stein an Dr. H.U. Schmutz. Er kannte diese Gesteinsart. Für ihn ist es eindeutig kein Sediment, sondern ein Mylonit. An der Übergang zum grünen Teil ist deutlich zu sehen, dass es ein Schergestein ist. Das Grüne ist hauptsächlich Chlorit und entsteht bei der Umwandlung von toniges Gestein. Der Stein ist deshalb an der Grenze der Überschiebung entstanden.

Gruss
Hans

 

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