".................aber der Verdacht von zurechtgesägten Kristallen drängt sich auf ..."
Es ist immer wieder interessant, Diskussionen zu den spanischen Pyriten aus Navajún zu lesen , soweit diese faktisch gerechtfertigt sind - wenngleich es manchmal angebrachter wäre, sich vorher zu informieren, bevor man "Verdacht" schöpft und bevor sich "Gedanken aufdrängen".
Diese langgestreckten Hexaeder (nicht Kuben !) oder Quader, in Spanien auch "Caja de cerillas" (Streichholzschachteln) genannt, gibt es seit vielen Jahren; sie sind bekannt und wirklich nicht selten. Ich habe die ersten davon schon in den 1970er Jahren gefunden.
Diese hochglänzenden, aber auch matten Pyrite sind weder gesägt noch geschnitten, wohl aber oft auf eine Matrix geklebt. Manchmal ganz schlecht geklebt, manchmal auch geschickt montiert. Auf keinen Fall gibt es echte "Anwachsflächen".
Diese Quader kommen nicht aus Navajún, sondern aus der Umgebung von Cornago und aus der aufgelassenen Mina Blanquiza in Valdeperillo in La Rioja (ein Teil von Cornago); nicht weit von Ambasaguas und Navajún. (allgemein als Fundort wird Valdeperillo verwendet). In Spanien, bzw. auf spanischen und manchen französischen Börsen werden diese Kristalle, lose und als Matrixstufen, regelmäßig angeboten. (zwischen 15.- bis 50.- €, je nach Größe und Qualität
Da jedoch die meisten Ausländer dieses Vorkommen von Valdeperillo nicht kennen, wird immer fleißig Navajún als Fundort angegeben.
Kompliziert wird das Ganze dadurch, dass auch aus Navajún solche Quader bekannt sind, halt nur nicht so häufig wie in Valdeperillo. (siehe auch Bilder und Bericht zu Navajun in Bocamina N.1, 1995).
Nur so nebenbei: Nicht nur in Valdeperillo, auch nahe bei Navajún kann man Pyrite selber sammeln, ohne dafür zu zahlen (wie in Navajún oder Ambasaguas).
Gruß
Peter
Anbei ein paar Schnappschüsse von Valdeperillo-Pyriten.