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Autor Thema: Kleine Quarzstufe mit 2 Goldnestern in historischer Sammlung, aber ...  (Gelesen 11982 mal)

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Offline neuron

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Hallo zusammen,

in einem durchwürfelten Holzkoffer mit historischen KS ca. 1897 bis 1920 befand sich eine kleine Quarzstufe, überzogen mit einer dunklen, brüchigen Kruste und gelbglänzenden Nestern. Bei genauerer Betrachtung stellten sich die Nester als Gold heraus.Da die dunkle Kruste brüchig war und schon beim in die Hand nehmen teilweise zerbröselte, habe ich vorsichtig mit einem Zahnstocher die Kruste weiter entfernt. Zum Vorschein kamen nach gut einer halben Stunde ein grosses und ein kleines Goldnest. Soweit Juhu !

Beim Abschließendem Betupfen mit einem feuchten Lappen löste sich aber die grosse Stelle. Es ist ein 12mm langes Stück. Auf dem Foto ist das Stück zu sehen, habe es wieder passgenau an die Stelle gesetzt, an der es sich befand, nicht geklebt, nur aufgesetzt.

Im Koffer befanden sich nur Stücke von deutschen Fundstellen, als Beispiel drei Stücke nebst historischen Inventarzetteln. Leider hatte der oder die Vorbesitzer die historischen Zettel einfach nur in den Holzkoffer geschmissen, es sind nur ein Teil vorhanden. Von der kleinen Goldstufe natürlich nicht. Kann aber auch sein, daß der Besitzer nicht mal wußte, das es sich um Gold handelt.

Frage: Dem Habitus nach und der größe des Plättchens nach, welche deutschen Fundorte kämen denn da in Frage ?

Danke für Hinweise,

Swen

Offline neuron

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Offline loismin

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Hallo.

Was ist das kleine grüne an der Stufe ?
Wäre vielleicht hilfreich das zu wissen wegen der Paragenese !

Loismin

Offline Harzsammler

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Schon in früheren Zeiten dürften Goldstufen gefälscht worden sein.
Ein wenig Blattgold auf einen Quarzkiesel aufgehämmert, ein wenig Kruste -was auch immer- aufgetragen, fertig.

Für mich sieht das Stück in seiner Kombination nicht natürlich aus.

Grüße,
Michael

Offline Steinjäger

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Hallo!

ich stimme Michael zu, die Goldbleche sehen wirklich wie von Menschenhand aufgesetzt aus. Bei natürlichen Goldquarzstücken sieht das Gold normalerweise so aus als wenn es aus dem Quarz "herauswachsen" würde. Wenn auf dem Stück auch unter dem Mikroskop keine weiteren wirklich eingewachsenen Goldpartien erkennbar sind würde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Montage ausgehen. Wie Michael schon geschrieben hat, es gibt auch heute noch häufig Angebote von "fabricated gold specimens", insbesondere aus den USA. Sieht klasse aus, ist aber letztendlich mehr so etwas wie Kunsthandwerk.
Gruß und Glück auf!

Uwe

Offline neuron

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Hallo zusammen,

Danke für Eure Rückmeldungen. Das würde ich bei diesem Stück dem Augenschein nach ausschließen. Es war in dem alten Sammelkoffer, deren Inhalt durcheinandegeworfen war, das Stück war nicht exponiert gelagert sondern eines unter vielen. Alle Stücke hatten eine dicke Staubpatina, der Koffer ist sicher mehrere Jahrzente nicht aufgemacht worden. Die Etiketten sind von 1897 bis 1920. Es gibt mehrere Nester Gold, auch auf der Rückseite. Die sind definitiv nicht aufgehämmert sonder eingewachsen. Ich gebe aber zu, dass das auf den Bildern nicht deutlich zu erkennen ist.

Ich mache bei Gelegenheit bessere.

Gruß.
Swen
« Letzte Änderung: 26 Mar 17, 19:56 von neuron »

Offline steinfried

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Hallo, für mich sieht es schon natürlich aus. Zumindest kann man über die Hälfte aller Fundorte in Deutschland schon mal ausschliesen, weil es kein Waschgold ist.
Grüße

Offline neuron

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hier noch zwei bessere Bilder, eins mit Blitz eins ohne. Ich hoffe man kann gut sehen, daß es an mehreren Stellen golden glitzert, meist an der Nahtstelle zwischen Quarz und dem dunklen Mineral. An so einer Glitzerstelle habe ich mich mit dem Zahnstocher vorgearbeitet und so das große Plättchen 12mm freigelegt bevor es leider abging.

Offline neuron

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nicht zu glauben ... es war noch eine zweite Goldstufe in der Sammlung. Diese habe ich nur mit einer feuchten Zahnbürste vorsichtig vom Staub befreit. Vielleicht kann man an dieser Stufe in etwa die Herkunft erkennen ? Auch hier mehrere Goldnester auf Quarz, der rötlich/rosa durchzogen ist. Der Quarz ist auf der Rückseite von einer braunen Kruste überwuchert (Goethit?) wie auch die erste Stufe schon, wo das Goldplättchen abfiel. Alle Stufen aus dem Spezimenkoffer waren bisher aus Deutschland, ich denke das muß dann auch für dieses Stück zutreffen, vielleicht maximal alpin ?

Danke für jeden Hinweis,

Swen

Offline neuron

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hier nochmal beide Stufen mit dem vom rechten Stück abgegangenen Plättchen

Offline Alfred Langhammer

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Hallo Swen,

die beiden Stücke könnten aus Thüringen stammen.  in Reichmannsdorf z.B. wurden bei einem Versuchsbergbau in den 20er Jahren ähnliche Stufen gefördert. Fettquarz, etwas Hämatit und Gold.


Offline helgesteen

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Hallo Swen,

das sind interessante Stücke! Nachdem ich Deine Fotos jetzt längere Zeit angeschaut habe möchte ich mich aber einigen meiner Vorschreiber anschließen: Das Gold sieht nicht so aus, als sei es auf natürlichem Wege auf die Stufen gekommen. Es sitzt meiner Meinung nach praktisch durchweg an exponierten Stellen, und scheint zumindest nach den Fotos nirgendwo signifikant in den Quarz eingewachsen zu sein. Ich halte das nach dem optischen Anschein  daher für "Altfälschungen". Dafür spricht auch, dass das Goldblättchen einfach so abfällt und Du es mit einem Zahnstocher freilegen kannst.

Viele Grüße,
Helge

 

Offline Rainer Kr

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20170328_210203_resized.jpg schaut mir sehr authentisch aus.
Ich vermute die Stufe ist echt. Ich Tippe auf Schwarzwald.
Komisch ist natürlich das das Goldplättchen abgefallen ist, eigentlich sollte es fest verwachsen sein mit der Matrix.
Dennoch schaut das abgefallene Plättchen sehr alt aus und ich kann mir nicht vorstellen das man so ein Goldfragment so realistisch und verwittert nachahmen kann.
Ich glaube die Stufe ist echt und sicherlich einige Hundert Euro wert und wie gesagt: Die Matrix glaube ich in den Schwarzwald zu orten.

Gruß
Rainer

Offline neuron

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Danke nochmal für die Rückmeldungen. Alfred, vielen Dank für den Tipp mit Reichmannsdorf, ich gehe dem mal nach. Das Thema Altfälschung kann ich nicht ausschließen dazu fehlt mir die Erfahrung. ICh bin mir aber nicht mal sicher ob der Vorbesitzer wusste, das da zwei Stücke mit Gold egal ob authentisch oder alt gefälscht in dem Holzkoffer waren. Dazu waren sie einfach zu unexponiert und verdreckt. Mir ist beim ersten Mal auch nur durch Zufall aufgefallen dass da etwas glitzert. Alfred, hAst Du zufällig Bildquellen von Stücken aus Reichmannsdorf ?
Gruß
Swen

Offline neuron

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  • Kellerstrahler
aus dem Mineralienatlas zu Reichmannsdorf, Thüringen.

Deutschland/Thüringen/Saalfeld-Rudolstadt, Landkreis/Reichmannsdorf
Kleine Quarzstufe mit 2 Goldnestern in historischer Sammlung, aber ...


Das rötliche Quarz sieht aus wie bei meinen Stücken und auch hier scheint das Gold aufzusitzen und nicht im Quarz verwachsen zu sein.

« Letzte Änderung: 21 Apr 17, 22:28 von neuron »