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Autor Thema: Fundstücke von Gambach, bei Butzbach, Wetterau, Hessen  (Gelesen 6477 mal)

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Offline IntronX

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Abend,

wer Lust hat, darf sich gerne am neusten Ratespiel beteiligen. :P Ich war heute in der Nähe von Butzbach in der Wetterau. Genauer gesagt, im Basaltwerk bei Gambach. Habe ein paar Stücke gefunden, die meine Aufmerksamkeit erweckten. Vielleicht kann man sie ja mit Hilfe von Bildern bestimmen.


MfG

Offline IntronX

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  • Fluorit "Mahodari, Indien"
Re: Fundstücke von Gambach, bei Butzbach, Wetterau, Hessen
« Antwort #1 am: 30 Apr 17, 18:19 »
Bei dem hier weiß ich überhaupt nicht, was es sein könnte.

Offline IntronX

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Re: Fundstücke von Gambach, bei Butzbach, Wetterau, Hessen
« Antwort #2 am: 30 Apr 17, 18:19 »
Hier würde ich vielleicht Schlacke vermuten.

Offline IntronX

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Re: Fundstücke von Gambach, bei Butzbach, Wetterau, Hessen
« Antwort #3 am: 30 Apr 17, 18:21 »
Könnte dieser hier, versteinertes Holz sein?

Offline oliverOliver

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Re: Fundstücke von Gambach, bei Butzbach, Wetterau, Hessen
« Antwort #4 am: 30 Apr 17, 20:23 »
Könnte dieser hier, versteinertes Holz sein?

ja

Offline Lausitz

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Re: Fundstücke von Gambach, bei Butzbach, Wetterau, Hessen
« Antwort #5 am: 30 Apr 17, 20:26 »
2,3,4,6 möglicherweise Sandstein?

Offline IntronX

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Re: Fundstücke von Gambach, bei Butzbach, Wetterau, Hessen
« Antwort #6 am: 30 Apr 17, 22:31 »
Ein Sandstein war auch meine erste Vermutung. Fühlt sich aber sehr feste an. Der kristalline Belag ist keinesfalls sandig oder locker.

Kann man irgendwie rausfinden, wie alt solches versteinertes Holz ist? Ebenfalls hier bei Butzbach / Rockenberg / Gambach, gefunden.

Vorhin konnte ich einen Stein noch nicht fotografieren. Hab ihn jetzt erst abgelichtet. Sieht aus, als ginge von der Mitte her, eine kristalline Struktur aus. Weiß jemand was das ist? Hab ich auch aus dem Basaltwerk bei Gambach, nahe Butzbach, in der Wetterau.


Gruß und Glück auf!

Offline Lausitz

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Re: Fundstücke von Gambach, bei Butzbach, Wetterau, Hessen
« Antwort #7 am: 30 Apr 17, 23:08 »
Zitat
Kann man irgendwie rausfinden, wie alt solches versteinertes Holz ist? Ebenfalls hier bei Butzbach / Rockenberg / Gambach, gefunden.

Man bestimmt in diesem Fall das Alter der geologischen Schichten in denen die Hölzer liegen. Allerdings kenne ich die Verhältnisse des Fundortes nicht, kann also keine Aussage dazu machen. 

Gruß

Offline IntronX

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Re: Fundstücke von Gambach, bei Butzbach, Wetterau, Hessen
« Antwort #8 am: 30 Apr 17, 23:20 »
Trotzdem danke für die Hilfe! :)

Habe eben ein wenig meine Literatur durchstöbert und tatsächlich etwas über die Region gefunden. Es werden, neben dem Basalt, pliozäne Sande abgebaut. Ein Schwerspatgang zieht sich durch Sandgruben, rund um Münzenberg, Rockenberg - da ist Gambach nur ein Katzensprung entfernt.
Baryt in jeglicher Form kann gefunden werden, außerdem versteinertes Holz und Fossilien.

Dann ist der kleine Stein, den ich zuletzt fotografiert hatte, bestimmt ein Baryt. Quasi eine beschädigte Barytsonne. Kann das jemand bestätigen?

Das Holz dürfte dann wohl 2,5 - 5 Millionen Jahre alt sein. Kann man mit diesen Infos ungefähr sagen, um welches Holz es sich handelt?

Nachtrag: habe grad was interessantes zu dem Gebiet entdeckt.
"Die hier vorkommenden Quarzsande, die sog. "Gambacher Quarzsande", werden in einer Mächtigkeit bis ca. 40 m (Ø 25 m) im Trocken- und Nassabbau gewonnen. Die qualitativ hochwertigen weiß, gelb, grün und rotbraunen, stellenweise stark tonigen Quarzsande sind z.T. quarzitisch verfestigt."
(Quelle: Rohstoffsicherungskonzept Hessen - Fachbericht Sand und Kies)
Dann ist ja das Geheimnis um den Sandstein auch gelüftet. Deshalb ist er so feste, und erinnert sehr stark an Quarzkristalle, statt an klassischen Sand.


MfG
« Letzte Änderung: 01 May 17, 08:32 von IntronX »

Offline Lausitz

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Re: Fundstücke von Gambach, bei Butzbach, Wetterau, Hessen
« Antwort #9 am: 01 May 17, 10:28 »
Zitat
Das Holz dürfte dann wohl 2,5 - 5 Millionen Jahre alt sein. Kann man mit diesen Infos ungefähr sagen, um welches Holz es sich handelt?

Auch wenn eine Altersbestimmung der Kieselhölzer vorliegt ist es unmöglich anhand von mäßigen Fotos eine Artbestimmung vorzunehmen, zumal im Pliozän eine große Vielfalt an Landpflanzen vorhanden sind. Es braucht zumindest einen guten Anschliff des Quer-und Längsbruches um mit Hilfe der entsprechenden Optik grob in Nadel-oder Laubholz zu unterscheiden. In der Folge müssen daraus Dünnschliffe hergestellt werden um weitere Aussagen treffen zu können.

Gruß aus der Niederlausitz

Offline IntronX

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Re: Fundstücke von Gambach, bei Butzbach, Wetterau, Hessen
« Antwort #10 am: 01 May 17, 11:25 »
Von den klimatischen Verhältnissen her, scheint die damalige Epoche wirklich fast identisch zu sein. Ähnliche Luftzusammensetzung, ähnliche Temperaturen, nur der Meeresspiegel lag höher. Es gab urzeitliche Pferde, klingt fast nach Europa, wie man es kennt. Aber dann kam ja auch schon die Eiszeit, und hier sind wir jetzt. Ein laienhafter Versuch, frühzeitige Geschehnisse nachzuvollziehen... Jedenfalls, kann ich mir jetzt sehr gut vorstellen, dass die Vielfalt ähnlich enorm war, wie heute.

Gibt es Werkzeuge, die man für kleines Geld, im Baumarkt um die Ecke bekommt, um damit einen von dir erwähnten Anschliff machen zu können? Gleiche Frage stellt sich mir bei den späteren Dünnschliffen. Und, kann ich das Holz noch besser reinigen - chemisch? Bisher habe ich es nur mit Wasser und Seife gespült, bzw mit einer Zahnbürste abgeschrubbt.


MfG

Offline Lausitz

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Re: Fundstücke von Gambach, bei Butzbach, Wetterau, Hessen
« Antwort #11 am: 01 May 17, 13:16 »
Zitat
Gibt es Werkzeuge, die man für kleines Geld, im Baumarkt um die Ecke bekommt, um damit einen von dir erwähnten Anschliff machen zu können?

Zur Herstellung von Anschliffen genügt im einfachsten Fall das Vorhandensein einer möglichst ebenen Fläche. Dann kann diese Fläche unter Zuhilfenahme groben Schleifpulvers und Wasser auf einer Glasscheibe, per Hand, eben geschliffen werden. Ist eine genügend große Fläche erreicht muß das Schleifpulver einen immer höheren Feinheitsgrad haben um einen optimalen Feinschliff zu erzeugen. Man kann dafür die selbe Glasscheibe nutzen (eigene Erfahrung) nur muß diese von Schleifgang zu Schleifgang sorgfältig gereinigt werden. Wenn ein ausreichend guter Feinschliff hergestellt ist wird auf einem rotierenden Hartfilzrad unter Zuhilfenahme von Ceroxyd (leider nicht ganz billig) und Wasser bis zum Hochglanz poliert.

Zitat
Gleiche Frage stellt sich mir bei den späteren Dünnschliffen.

siehe hier: https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCnnschliff

Ich reinige meine Kiesgrubenfrischen Kieselhölzer ausnahmslos mit Wasser und Bürste

Gruß aus der Niederlausitz

Offline IntronX

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Re: Fundstücke von Gambach, bei Butzbach, Wetterau, Hessen
« Antwort #12 am: 01 May 17, 13:28 »
Besten Dank, für die Infos! Daran werde ich mich orientieren.
Ist mir sogar lieber, keine Chemikalien zu verwenden. Aus ästhetischen Gründen frage ich trotzdem lieber nach.

Ich hab noch einige Stücke gewaschen. U.a. sind wohl noch einmal zwei versteinerte Hölzer dabei. Kann es sein, dass es in solchen Stücken Einschlüsse von Bernstein gibt?
Werde die anderen Stücke im Laufe des Tages noch hier reinstellen. Ich hoffe, mit meinem Fotoequipment ist dann überhaupt etwas zu erkennen.


Wünsche Dir einen entspannten 1. Mai - allen anderen natürlich auch! :)

Offline Lausitz

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Re: Fundstücke von Gambach, bei Butzbach, Wetterau, Hessen
« Antwort #13 am: 01 May 17, 14:23 »
Das im Bernstein Holzfragmente eingeschlossen sind könnte ich mir durchaus vorstellen. Ob umgekehrt Bernstein im Kieselholz als Einschluss möglich ist weiß ich nicht. Hab davon noch nichts gehört oder gelesen.

Offline IntronX

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Re: Fundstücke von Gambach, bei Butzbach, Wetterau, Hessen
« Antwort #14 am: 01 May 17, 18:13 »
Hier sind noch die anderen Stücke. Alle gewaschen und versucht, ins rechte Licht zu rücken. Die sind alle aus Gambach.

Bei dem hier vermute ich, dass es sich um eine Barytknolle handelt. (Bilder 16-18)
- An den Spitzen und Kanten des muschelig-gebrochenen Materials, sieht man unter der Lupe weiße, kristalline Ränder.
- Unter der Lupe sieht man deutlich, dass das gesamte muschelige Material, unter dem Mantel, kristallin ist.
- In einigen Hohlräumen sind kleine weiße Kristalle. Aber auch gelbe/rot-braune Kristalle.
- Die "Kruste" erinnert an Wüstengebilde (Barytrosen), nur ohne Struktur. Daher nenne ich es Knolle. Laut Literatur sind diese vorzufinden. Baryt in jeder Form. "Knollen, Kugeln, Wülste, sandinkrustierte Baryt- oder Sandrosen treten in unterschiedlichster Art, Farbe und Größe auf."

Kennt jemand die Barytvorkommen rund um Münzenberg/Rockenberg, oder weiß ob es wirklich eine wetterauer Sandrose ist?


Dann wäre da noch diese kleine hübsche "Sonne". Im Netz finde ich leider keine ähnlich geformten Exemplare. Kann jemand sagen, ob es sich hierbei um eine Baryt"sonne" handelt? (Bild 19)
- Die Kristalle verlaufen strahlenförmig vom Kern ausgehend. Sieht wirklich aus, wie eine kleine Sonne.


MfG

 

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