Hallo,
Analysen sind mir nicht bekannt, wurden wahrscheinlich auch keine gemacht.
Da das Stück aus dem Oligozän stammt, also recht jung ist, gehe ich davon aus, das die Matrix überwiegend aus Calzit besteht und nicht metamorph überprägt wurde.
Der Chemismus sollte irgendwie aus dem Nebengestein ableitbar sein. Die erste Frage ist also, welche Mineralien kommen in einem jüngeren Sedimentgestein vor oder konnten sich da bilden, um dann aufgelöst zu werden und diese Hohlräume zu hinterlassen.
Auf den zweiten Blick etwas stutzig hat mich der Querschnitt der Hohlraumpseudomorphosen gemacht. Es sind keine rechteckigen Querschnitte, sondern Parallellogramme.
Anhydrit war auch meine erste Idee, rechteckige Querschnitte würden ja ganz gut zu dem orthorhombisch kristallisierenden Anhydrit (auch Coelestin und Baryt) passen, nur sind die Querschnitte halt nicht wirklich rechteckig.
Andreas, hast du bestimmte Gründe, Anhydrit zu favorisieren?
Wenn keine tektonisch Verformung vorliegt, wären von einer niedrigeren Symmetrie als orthorhombisch auszugehen.
Gips und Vivianit sind als monokline Minerale solche mit einer niedrigeren Symmetrie. Vivianit ist in Muscheln bekannt und Gips in Sedimentgesteinen teilweise recht häufig, ja fast schon gesteinsbildend. Gips bildet auch Igel aus subparallel verwachsen Kristallen. Also gar keine schlechte Idee!
Aber Gips und Vivianit kenne ich eigentlich fast nur mit mehr oder weniger tafeligen, sechsseitigen Querschnitten?
Herzliche Grüße aus Berlin
Jürgen