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blaue Streifen in Halit

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berthold:
Hallo,


--- Zitat ---Aber:
Ein Ring kann nur entstehen, wenn alle Panzer von einer Stelle starten, kreisförmig ausschwärmen und nach 15µm liegen bleiben. Somit muss da ein Fremdpartikel liegen, oder
--- Ende Zitat ---

jetzt glaube ich, haben wir aneinander vorbeigeredet. Die konzentrischen Ringe ("Halos") gehen ganz sicher von (mikroskopisch z.T. sichtbaren) radioaktiven Partikeln aus. In dem Zusammenhang ist man ja auf die Idee gekommen, im Dünnschliff die Durchmesser der Ringe auszumessen und so rückwärts auf die zerfallenen Isotope/Elemente zu kommen. Wenn ich das richtig im Kopf habe läuft derzeit ein Forschungsvorhaben (in Hamburg, ich glaube ein Dr. Schnier war das) wo man nach unzuordnerbaren Ringen (im Fluorit) sucht, die beim Zerfall von (bislang nicht nachgewiesenen) überschweren Elementen (Transuranen) entstanden sein könnten. Wäre ein indirekter Nachweis für natürliches Auftreten von solchen Elementen, deren experimentelle Herstellung ja nicht gelungen ist...

O.k., wenn das Uran (oder radioaktive Element) sozusagen körnchenweise eigelagert ist sehen wir im Idealfall die Halos. Was ist aber, wenn die Uran-Mineralien feiner und dichter verteilt sind? Richtig, die Halos überlagern sich und irgendwann haben wir eine komplette Färbung. Die feinste denkbare Verteilung ist doch der Einbau von einzelnen Atomen ins Fluorit-Gitter, das meinte ich.

Im Moment bin ich hin- und hergerissen, was ich glauben soll. Dein "Zuckerwürfel-Vergleich" leuchtet schon ein, aber ich hab ein Summenproblem. Wenn das F sofort wieder mit Ca reagieren würde - schluck-  dürfte es keinen Stinkspat geben. Da entweicht ja F2 aus dem Stein. Und in welcher Form liegt dann das verbleibende Ca im Fluorit vor ? (also lass mal den Tee verdunsten, übrig bleibt eine übersättigte Lösung...)

Gruß

Berthold

Krizu:

--- Zitat von: berthold am 13 May 05, 10:39 ---
Im Moment bin ich hin- und hergerissen, was ich glauben soll. Dein "Zuckerwürfel-Vergleich" leuchtet schon ein, aber ich hab ein Summenproblem. Wenn das F sofort wieder mit Ca reagieren würde - schluck-  dürfte es keinen Stinkspat geben. Da entweicht ja F2 aus dem Stein. Und in welcher Form liegt dann das verbleibende Ca im Fluorit vor ? (also lass mal den Tee verdunsten, übrig bleibt eine übersättigte Lösung...)

--- Ende Zitat ---

Hallo,

Ich gehe im Moment gedanklich Richtung Gläser / amorphe Bereiche. Elementares Ca ist nun nicht gerade ein Edelmetall! Vermutlich muessen wir uns beim Stinkspat vom guten Kristall verabschieden.

MfG

Frank

berthold:
Hallo,


--- Zitat ---Vermutlich muessen wir uns beim Stinkspat vom guten Kristall verabschieden.
--- Ende Zitat ---

meine Rede:

http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,2920.msg49904.html#msg49904

einverstanden, wobei es eine lückenlose Reihe vom "normalen" Fluorit zum Stinkspat gibt und so richtig auch nicht weiter hilft.

Hab ich das im Kittel (Danke für die Literatur) richtig gelesen, für Farbzentren kommen auch überschüssige Metallionen in Betracht ? Die hätten wir doch, würde bedeuten, die Färbung hätte zwei Ursachen, die radioaktive Bestrahlung (die Panzer, die Gitterfehler reinhauen) UND die überschüssigen Metallionen.

Gruß

Berthold

Krizu:

--- Zitat von: berthold am 13 May 05, 11:53 ---Hab ich das im Kittel (Danke für die Literatur) richtig gelesen, für Farbzentren kommen auch überschüssige Metallionen in Betracht ? Die hätten wir doch, würde bedeuten, die Färbung hätte zwei Ursachen, die radioaktive Bestrahlung (die Panzer, die Gitterfehler reinhauen) UND die überschüssigen Metallionen.

--- Ende Zitat ---

Hallo,

Ursache und Wirkung. Du brauchst eine Leerstelle - gibt es im Kristall in Massen und dann das passende zweite Zentrum dazu. In der Art: Armer farbloser CaF2 mit Leerstellen, dann der Panzer vom bösen Uran der alles zur Seite schubst  ??? Ergebnis Schöner blauer Kristall

Träum:
Kurz mal eine ESR, etwas Spektroskopie  und fährdich :-) Vielleicht noch ein TEM-Bild mit EDX und wir wuessten es  ;D 8)

Aber im Ernst: Gibt es von dem Zeug keine vernünftige Röntgenstruktur? Entweder sollten die Reflexe breit sein (gestörter Kristall) oder der Untergrund hoch (amorph) oder Zusatzreflexe da sein (zweite Phase mit mehr als 20nm bis 60nm).

MfG

Frank

Hg:
ich habe mir heute einmal den Artikel von Recker aus der Angewandeten kopiert. Ist eher ein Artikelchen  :)
Darin wird beschrieben:

"in eine CaF2-Schmelze unter Vakuum U(IV)-U(VI)-Oxyde in UO2 übergehen, das bis zu 0,1 % vom CaF2-Gitter aufgenommen wird. Die Mischkristalle sind je nach Uran-Gehalt hell- bis dunkelrot gefärbt."

Wer interessen an dem Artikelchen hat, kann sich ja bei mir melden. Ich kann dann mal versuchen den Artikel einzuscannen und verschicken.

@Krizu
Vielen Dank für die Literatur. Vielleicht komme ich am Wochenende mal zum Lesen. Aber warum
--- Zitat ---Schöner blauer Kristall

--- Ende Zitat ---
während Recker rote Kristalle beschreibt ist mir im Moment schleierhaft.   ??? ???
Mfg
Hg

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