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Hinweise zu Photoausrüstung gesucht

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loparit:
Hallo Ulrich

Die Idee mit dem preiswerten Equipment kam auf, nachdem ich die Hype um das automatische Stacking aufgekommen ist. Was mich enorm gestört hat war die Tatsache, das Jedem irgendwie eingeredet wurde, das man ohne High-End-Equipment gar keine richtigen Photos machen kann.

Ich hatte vor einigen Jahren als wir in Dortmund waren und ich deine Lösung gesehen habe schon gesagt, dass ich deinen Weg interessant finde. Denn es hat oder will nun mal nicht jeder soviel Geld in die Hand nehmen um Fotos zu machen. Deshalb kann man jedoch nicht sagen mit einer einfachem Ausrüstung kann man keine brauchbaren Fotos machen.

Hinzu kommt, das ohne Top-Stüfchen auch kein TOP-Photo entstehen kann. Das ist aber nun auch wieder nicht ganz richtig...so schwer ist das alles.

Da brauchen wir nicht zu diskutieren, mit einem schönen Modell lassen sich ansprechendere Fotos erstellen. Warum sollte das bei den MIneralien anders sein. Doch nicht jeder hat die tollen Turmaline oder Goldstufen in der Sammlung um die abzulichten, sondern möchte seine Funde dokumentieren. Das ist doch der eigentliche Grund warum viele anfangen mit dem fotografieren.

Egal, meine Zielrichtung war es dem ganz normalen Sammler eine Möglichkeit aufzuzeigen, wie er selber und einfach ein paar schöne Photos seiner Stufen machen kann. Es kann nicht immer nur um das Beste Photo der Welt gehen, dafür gibt es Spezialisten. Aber die Breite der Sammler sollte Photos machen können, die heutigem Sehbedürfnissen entsprechen. und das auch von seinen eventuell nicht gerade topklassigen Stücken. Dafür muß ich natürlich Kompromisse eingehen, wie z.B. das mit der leeren vergrößerung. Klar ist das so, aber wenn ich den 1mm-Kristall wunderbar auf meinem Monitor sehe, sogar Details auf den Flächen (wie.z.B. kleine Risse oder Kantenabschürfungen) sehe, die ich im Bino niemals auch nur erahnt hätte (ich habe ein Leica!!!), so ist es mir ehrlich gesagt wurscht ob die Vergrößerung nun leer ist oder nicht. Wenn ich das Teil als Poster haben will, dann ist es so, dann muß ich an den Spezialisten heran treten. Aber warum sollte ich eine Spezialisten-Ausrüstung besitzen, wenn 99.95% aller Photos dazu dienen in reduzierter Form im Internet gezeigt zu werden, auf Gruppenabenden als Vortrag dienen oder ich einfach nur Spaß daran habe.

genau mein Standpunkt!

Es wurde hier ja die Problematik bezüglich der NIKON CFI-Objektive, und ob die eine Tubuslinse brauchen oder nicht, angesprochen. Das ist so ein Beispiel dafür, wie man Theorie soweit aufblähen kann, bis die Praxis unanwendbar ist. Wenn ich jetzt eine miserable Tele-Linse habe und diese als Tubuslinse einsetze, weil "ohne geht gar nicht", bekomme ich miserable Ergebnisse. Aus die Maus, der Krempel fliegt in die Ecke. Und weil ich ja belesen bin, weis ich ja, das ich einfach nur zu blöd dazu bin, weil "ohne geht gar nicht"...steht hundertfach geschrieben.
Wenn ich jetzt sage: lass doch Theorie mal Theorie sein und versuche es ohne Tubuslinse, dann... ja aber dann... wie kann ich nur.
Tatsache ist aber, das das Objektiv ohne Tubuslinse ein sehr gutes Bild abliefert, nur minimale Unterschiede zu dem mit Tubuslinse. Und wenn ich es besser machen will, dann kaufe ich mir halt eine entsprechende Tubuslinse. Aber ich kenne Beispiele, wo diese Vorgehensweise kathegorisch abgelehnt wurde, da sie nicht der Theorie entspricht. Und weiter wurden unscharfe und verzerrte Bilder produziert. Gegen derartige Denkweisen versuche ich anzugehen.

Da könnte ich noch ganz andere Beispiele nennen  ;D
Es gibt Fotografen die machen auf den gerechneten Stackabstand 5 - 10 Fotos weil sie angeblich eine bessere Auflösung bekommen und das für ein Foto das eventuell einmal im Format 10x15 bzw, mit viel Glück im DIN A4 Format in einem Magazin abgelichtet wird.  ???
Ich habe das ausgiebig getestet und auch Prints bis A4 große machen lassen. Man konnte keinen Unterschied feststellen. Mal ganz davon abgesehen, dass es physikalisch keinen Sinn macht.

Interessanterweise hat sich bei meinen Freunden der BMS folgendes gezeigt: Vor zweii Jahren diskutierten wir über Photographie. Es kam heraus das fast allen der Aufwand dafür, finanziell wie zeitlich, zu hoch war. Vor einem Jahr habe ich dann meine Technik vorgestellt und drei Kollegen mit einem gleichartigen Equipment ausgestattet. Ich war drei Tage im Volleinsatz um den Leuten das Photografieren zu zeigen. Alle drei berichteten einstimmig, das sie seit sie das Equipment haben, sie ihre Sammlung ganz neu sehen...und damit wieder Spaß am Hobby haben. Dieses Jahr waren bereits 9 Leute mit ihren nachgebauten Equipment da und der Trend hält an. Natürlich geht der eine oder andere dann einen Schritt weiter, aber alle haben wieder Spaß an einem austerbenden Hobby. Der Grundgedanke der sich hier herausgebildet hat war, das es nun den Leuten möglich ist ihre Funde anderen zu zeigen, und zwar in einer Qualität, die sich nicht zu verstecken braucht.

Find ich Toll! Auch mir ging/geht es ähnlich, seit dem ich fotografiere, macht mir das sammeln von Mikromounts wieder deutlich mehr Spass.

Ab nun geht die Diskussion in eine andere Richtung. Bildbreiten von 1mm und darunter sind gefragt. Ich habe einmal die Regel aufgestellt, das zu jedem Photo immer auch das Stüfchen in der Sammlung sein muß. Kein Photo ohne Stüfchen! Das führte aber jetzt dazu, das man wirklich jeden Krempel fotografiert und erstaut ist, welche tollen Photos da aus einem Krümel der Wegwerfkiste gemacht werden können. Spätestens zu diesm Zeitpunkt denkt man natürlich über Verbesserungen nach, aber dann bewegt man sich schon wieder in eine andere Richtung...zumal die Sammlung "zugemüllt" wird. Ich versuch den Leuten also zu erzählen, das eine Bildbreite von etwa 2.5mm, und die ist mit einem 10fach-Objektiv wunderbar zu machen, ausreichend ist, denn "kleinere Sachen seht ihr doch unter dem Bino eh kaum". Ich benutze höhere Vergrößerungen nur zur Bestimmung, man ist erstaunt wieviel man mehr sieht, trotz leerer Vergrößerung. Interessanterweise, besser gesagt dummerweise, geht mit der ganzen Geschichte auch einher, das man gar nicht mehr zun aufarbeiten seiner Funde oder Altbestände hat, denn sobald etwas glitzert, landet es schon unter dem Photapperat. Da soll man zu etwas kommen....

Fotos von Mineralien/Kristallen unter 1 mm mache ich ausnahmslos nur auf Bestellung für andere Sammler oder wenn mich das Mineral besonders interessiert.
Schon seit über 30 Jahren vertrete ich die Einstellung dass ich kein Mineral in die Sammlung aufnehme das ich nicht klar und deutlich am Mikroskop bei 16-20 fache Vergrößerung sehen kann. Ich muss gestehen, dass ich mittlerweile ein besseres Mikroskop habe. Mit diesem kann man durchaus bis 100fach Vergrößern und hat noch ein klares Bild. Aber die Möglichkeit benutze ich genau wie du schreibst zum genauen anschauen, um z.B. die Kopffläche deutlich zu sehen.
Vielfach habe ich gesagt, auch auf der Stackingtagung, das es deutlich mehr Spass macht Mineralien ab einer Bildbreite von 2 mm aufwärts zu fotografieren. Ich bin sogar der Meinung, dass es bei Einhaltung einiger Regeln kein großes Problem ist solche Fotos zu machen. Die hochwertige Ausrüstung macht es nur leichter und eventuell auch etwas genauer (Stackabstand), doch deshalb kann man mit einer einfachen Ausrüstung mit etwas mehr Zeitaufwand und eben Handbetrieb trotzdem akzeptable Fotos machen. Das zeigst du ja zu genüge mit deinen Fotos.

Noch ein Fakt ist wichtig zu erwähnen. Meine Beobachtung hat ergeben, das sich die Sammler die so wie ich(wir) Photografieren, sich wieder mehr mit den Mineralien beschäftigen als mit dem Ego. Da wird ein Krümel geknipst, und schon geht die Diskussion los was es denn nun sei. Das ist für mich das Ziel, und darauf steuern wir hin.

Die Beobachtung habe ich auch gemacht!

Gruß
Edgar Müller  -loparit-

UlrichW:
Hallo Edgar,

menno, ich hätte nicht gedacht das wir beide so nahe beieinander liegen. Das überrascht mich jetzt wirklich. Und zur Belohnung, habe ich ein Bild, gerade fertig geworden, auf meine Site gestellt:

http://www.wagnerul.de/bms/Cassiterit - Genna - 18 FOV 1.5mm 2017-10-31 18-06-52-LR.jpg

Das Bild ist gerade erst entstanden und zeigt einen Cassiterit-Kristall/e aus den Schlacken der Zinkhütte Genna bei Iserlohn/Letmathe. Das Bild ist aus 102 Bildern entstanden (Dauer der Aufnahmeserie 2.5min). Natürlich rein manuell...dh. das eigentliche Stacking habe Helicon Focus überlassen. Bildbreite ist übrigens 1.5mm, nur auf 2500*1667 runtergerechnet damit der Download nicht zu lange dauert. Sorry das ich es nur verlinke, aber ich habe noch nie hier ein Bild gepostet und weis daher nicht wie es geht.

Ich denke da sind auch die Grenzen des jetzigen Equipments erreicht. Zudem reicht diese Bildgröße für alle meine Anwendugszwecke vollkommen aus.

Viel Spaß
Ulrich

Sebastian:
Hallo,
Das genannte kann ich auch bestätigen.
Ich habe mich dazu entschieden zu investieren,
Da ich in Flexibilität, Zeitmanagement und Qualität mich steigern wollte.
Gerade die ersten beiden sind für mich besonders wichtig geworden.
Auf 20x fache Vergrößerung verzichte ich auch, denn ich habe kaum Objekte in diesem Bereich und kosten nutzen waren in keinem Verhältnis.
Allerdings wenn ich mich einem Hobby widme möchte ich die bestmöglichen Ergebnisse. Deshalb käme es mir nie in den Sinn Qualitätseinbussen (chromatische aberrationen u.a) in Kauf zu nehmen.
Das Wissen darüber hilft nicht nur im Hobby weiter.
Beste Grüße,
Sebastian

Sebastian:
Hallo,
ich habe mir Ulrichs Bilder auf seiner Website angeschaut.
Die Bilder sind von sehr guter Qualität. Ich denke das Nikon CFI 10x Na 0,25 kann man durchaus
ohne Tubuslinse nutzen (Ulrich zeigt dies eindrucksvoll). Vom Gefühl her hätte ich mehr Abbildungsfehler erwartet.
Spricht für die Qualität des Objektives. Auf wenigen! Bildern sind Effekte zu sehen die eventuell korrigiert hätten werden können (in Stefans Thread konnte man den Effekt deutlicher sehen mit einem Mitu 20x).
Bei niedrigeren Vergrößerungen (Raynox 250 verwenden) kommt die eigentliche Stärke der unendlich korrigierten Objektive zutragen:
Sie behalten ihr Nenn-Auflösungsvermögen! Sprich man bekommt dann ein ~7x Objektiv mit einer Na von 0,25! Das ist recht viel.
Bei 100mm Tubuslinse bekommt man sogar ein 5x Objektiv mit einer Na von 0,25. Normalerweise haben 5x Objektive Irgendwas um 0,13-0,15. Man kann also einen Auflösungsgewinn beobachten.
Genug der Theorie.
Ich hoffe wir haben Mark nicht verschreckt. Dein Weg, Ulrich, ist auf jeden Fall der richtige.
Beste Grüße,
Sebastian

etalon:
Hallo auch,


--- Zitat ---Bei niedrigeren Vergrößerungen (Raynox 250 verwenden) kommt die eigentliche Stärke der unendlich korrigierten Objektive zutragen:
Sie behalten ihr Nenn-Auflösungsvermögen! Sprich man bekommt dann ein ~7x Objektiv mit einer Na von 0,25! Das ist recht viel.
Bei 100mm Tubuslinse bekommt man sogar ein 5x Objektiv mit einer Na von 0,25. Normalerweise haben 5x Objektive Irgendwas um 0,13-0,15. Man kann also einen Auflösungsgewinn beobachten.
--- Ende Zitat ---

Achtung! Um den selben Faktor verkleinert sich aber auch der auskorrigierte Bildkreis. Ob das dann für die Sensordiagonale noch ausreicht, muss man sehen...

Grundsätzlich erkauft man sich jeden Vorteil mit immer mindestens einem Nachteil... ;)

Natürlich kann man auch mit einem unendlich korrigierten Mikroskopobjektiv ein reelles Bild bekommen. Man betreibt selbiges dann aber deutlich außerhalb der Specs. Ob das sichtbare Qualitätseinbußen mit sich bringt, hängt hauptsächlich vom Optikdesign ab (man kann das ja auch anders herum treiben, und ein endlich korrigiertes Objektiv mit Tubuslinse nutzen. In manchen Fällen kann man dadurch einen Auflösungsgewinn erzielen).

Grüße Markus

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