Meine persönlichen Erfahrungen sagen mir, dass das Zeiss Mikroskop in Sachen Kontrast besser abschneidet. Es geht hier gar nicht so sehr um Auflösung für eure Ergebnisse. In den meisten Fällen ist die Kombination aus Raynox und Mitutoyo bei Kontrastarmen Motiven nicht in der Lage genügend Kontrast zu Liefern, sodass die Bilder nicht fehlerfrei zusammengerechnet werden können. Markus hat den Vorteil dass er noch eine koaxiale Beleuchtung nutzt.
Der kritische Punkt bei der Stackingfotografie ist die Qualität des Bildes mit der ich in die Software reingehe. Dass auch hier Stephan Wolfsried mit Stackingfehlern zu kämpfen hat zeigen einige Aufnahmen in Mindat. Kristalle müssen nachträglich mit der Retouchfunktion korrigiert werden, was man leider nicht immer verbergen kann.
Die Angabe von Carsten Slotta sollte stimmen hinsichtlich der LP/mm.
Siehe auch
https://www.mindat.org/article.php/2133/Objective+measurementsMir ist es mittlerweile wichtiger das Bild vor dem Stacking zu optimieren. Das mache ich mit dem Histogramm und noch ein paar softwareseitigen Optimierungen.
Auflösung ist bei weitem nicht das wichtigste Für das Stacken.
Edit:
Meine Vermutung ist, dass die Raynox Linse zu nicht idealen Kontrastverhältnissen führt. Wie ich erfahren habe gibt es auch andere Tubuslinse in einem etwas höherem Preisbereich, die hier Abhilfe leisten könnten.
Umgekehrt gibt es auch Fälle, bei denen man dankbar sein darf, dass die Mitutoyos mit Raynox nicht kontrastüberhöht sind.
Super lassen sich daher Sulfide mit Diffusor fotografieren und man bekommt auch schöne sanfte Reflexe ohne das Gesamtbild zu stören.
Edit: Edit:
Die Ergebnisse die Carsten Slotta und C. Rewitzer mit Ihren Mikroskopen erzielen sind gut und benötigen weniger Nachbearbeitung. Ich selbst nutze die Vorteile aller 3 Systeme, siehe:
http://mineralanalytik.de/de/makrofotografie-stackingDas Zeiss V20 möchte ich noch in die letzte Ausbaustufe bringen, also Motorisierung und Stacking innerhalb der Zeiss Software. Einfach weils komfortabel ist und ich gleich im Live View der Kamera mich auf Objekte, die weiss auf weiss sind, einstellen kann und entsprechend das Histogramm dazu manipuliere. Leica und Olympus dürften jedoch auch vergleichbare Systeme anbieten. Das Leica S8 bietet ebenfalls eine super Farbwiedergabe und Kontrast, hat aber leider niedrige Grund-NA, was es zum idealen Arbeitsmikroskop macht um Material aufzuarbeiten.
An dem Olympus BX 41 Hellfeld koaxial habe ich bewusst ne Kamera mit nicht mehr als 1,3 MP und kleinem Sensor. Damit kann ich schonmal auf die 1000x hoch bei WD 0,3cm und NA 0,8 und die MP sind absolut in Ordnung für das Regime 500x-1000x. Da habe ich nur unnötige Daten mit wesentlich höher auflösenden Sensoren. Die Tiefenschärfe ist so auch noch absolut erträglich und ich muss ganz selten die Retouch-Funktionen in Anspruch nehmen.
Zuletzt das Balgen, dass ich oben bereits beschrieben habe. Gefühlt die höchste Auflösung, aber der Kontrast reicht häufig nicht und relativiert den Auflösungsvorteil, wenn ich gestackt habe und einige Bereiche einfach nicht sauber gerendert wurde. Dann bietet das Bild auch nicht mehr Informationen, weil es einfach doof aussieht, wenn ich in die Details reinzoome. In idealen Fälle der Probe und Beleuchtung kann ich den Auflösungsvorteil nutzen.
Eine Sache noch: Man neigt am Balgen, an dem man häufig nur eine Kamera mit Live LCD hat, doch dazu den Kristall nicht richtig zu orientieren und entsprechende Flächen auszuleuchten. Da kommt mir das Mikroskop mit seiner super variable Vergrößerung entgegen, bei dem ich natürlich den Bildbereich exakt so wähle, wie ich ihn brauche. Und da ich das über die Videokamera gleich am PC sehe (USB3/Firewire erlaubt mir entsprechende Übertragungsraten), habe ich viel mehr Kontrolle über das Motiv.
Edit Edit Edit: Vielleicht sollte ein Moderator den ganzen Beitrag mal in das entsprechende Topic schieben. Vielleicht ist das ein oder andere Gesagte für so manchen relelvant.
@Markus, eine Arbeitsgruppe bei uns im physikalischen Institut beschäftigt sich mit quantenmechanischen Effekten von Nano-Bonds und Quantendrähten. Da geht es um Manipulationen im nm Bereich mittels Ionenstrahl im Elektronenmikroskop. So feine Strukturen sind ohne Weiteres heute denkbar. Das wäre ziemlich peinlich, wenn das Zeiss Tool, das zum Messen der LP/MM extra hergestellt wurde, falsch ist.
Die Sparte von Zeiss geht heute bei weitem über die normale Lichtmikroskopie hinaus, einige Geräte mit He Ionen schaffen Auflösungen unter 1nm.
Evtl ist ja die Bezeichnung nicht LP/MM sondern L/MM. Muss man halt mal schauen, aber darauf kommts auch nicht an. Carsten hat ja das V20 mit dem 3,5 Mono gemessen und hat mehr auflösen können, als S. Wolfsried in seinem Article.
Was auch noch nicht gesagt wurde, ist dass man mit dem V20 die Objektive von zwei-kanaligen Stereo Modus in den einkanaligen Modus schieben kann. Das ermöglicht dann auch relativ aberrationsfreies Arbeiten und bereits gute Ergebnisse mit nicht apochromatisch korrigierten Objektiven.