Hallo, aufgrund der Diskussion "Das hat mein Kind gefunden... :-)" und den gestellten Thesen + Fragen möchte
ich Licht ins Dunkel bringen.
Ein neuer Thread war mir wichtig, da die Eingangsfrage eine andere war.
Und, ich war überrascht über das Unwissen + streuen von haltlosen Fakten, zumal sich Interessenten an den Äußerungen orientieren könnten.
Die Achatgenese, die mir bestens bekannt ist, lasse ich außen vor.
Ich bitte um Verständnis, das vorab die Zitate folgen.
Zitat 1 von Achatpeter
Bei der IMA wird der Achate als eigenständige Varietät des Quarzes geführt.
Das Alleinstellungsmerkmal ist eben die angegebene Milieufolge.
Wenn die Späros tatsächlich fehlen, dann ist es eben kein Achat
sondern Chalcedon oder eine andere SiO2-Varietät.
Zitat 2 von Achatpeter
Die Milieufolge beschreibt die Genese aller Achate
Zitat 1 von Lausitz
Was ich noch nicht richtig definieren kann ist, das ein Achat plötzlich als Milieufolge dargestellt wird.
Zitat 1 von Sebastian
Könntest du bitte eine Quelle angeben? Ich würde das gerne in der Literatur nachvollziehen.
Zitat 1 von felsenmammut
Vielleicht entpuppt sich die Diskussion ja auch als reines Definitionsproblem, da unter den Begriffen verschiedene
Sachverhalte verstanden werden.
Zitat 3 von Achatpeter
Es gibt mehrere Literaturstellen.
Auf die Schnelle habe ich Lapis Nr. 7 Landmesser, Seite 59 gefunden.
Bild rechts unten. Wir sehen von unten zuerst auf das kriselige Chalcedonband, auf diesem sind die Sphärolithe aufgewachsen und auf den Spärolithen die Achatbänderung. Für jede Wachstumsphase (Chalcedonband, Spärolithe, Achat) ist im Hohlraum ein anderes Milieu notwendig. Deshalb ist diese "Milieufolge" für alle Achat gegeben. Fehlt eine der Phasen, dann ist es kein Achat.
In der Literatur gibt es Aussagen, dass der Achat eine Quarz-Varietät ist, andere Stellen reden von Chalcedon.
Zitat 2 von Sebastian
Du hast doch gemeint die IMA definiert das.
Wo steht das mit der Defintion geschrieben?
Lapis ist keine wirkliche Angabe mit der ich wissenschaftlich arbeiten kann.
Es geht hier einzig um die Stellungnahme + Beantwortung durch Herrn Dr. Hans-Peter SCHERTL, zuständiger Staatssekretär der IMA.
Anfrage (gekürzt)
Sehr geehrter Herr Schertl,
ein Mitglied des MA hat den IMA zitiert, deren Beschreibung die Achate ein Alleinstellungsmerkmal aufweisen,
das auf eine sogenannte Milieufolge abstellt.
Ich finde auf der Seite des IMA keinen Hinweis.
Könnten Sie mir bitte die Quelle näher beschreiben?
Vielen lieben Dank!
Glück Auf
Armin Mohr
Antwort 1
Hallo Herr Mohr,
das ist eigentlich eine ganz einfache Geschichte. Zunächst einmal ist Chalcedon mikrokristallines SiO2 mit parallelfaseriger
Morphologie der Einzelindividuen. Achat ist ein gebänderter Chalcedon, z.T auch mit konzentrischer Abfolge der Bänderung.
Im Gegensatz zu Chalcedon, der übrigens im Handstück durch einen "matten Glanz" charakterisiert ist, zeigt Opal glänzende
Bruchflächen. Achat kann auch geringe Mengen an Opal enthalten.
Gruß aus Bochum,
Hans-Peter Schertl
Antwort 2
...mir fällt übrigens noch ein, dass, wenn Sie an Informationen über feinstkristallinem bis amorphem SiO2 interessiert sind, untenstehende
Arbeit wichtige Standardinformationen liefert. Die Arbeit hat zwar schon einige Jahre auf dem Buckel
und es gibt natürlich auch einige Neuentdeckungen seit dieser Zeit, nichtsdestotrotz aber eine gute Informationsquelle.
Gruß,
Hans-Peter Schertl
Flörke, O.W., Graetsch, H., Martin, B., Röller, K., Wirth, R., 1991. Nomenclature of micro- and non-crystalline silica minerals, based on
structure and microstructure. Neues Jahrbuch fuer Mineralogie Abhandlungen 163, 19–42.
International Mineralogical Association
Staatssekretär Dr. Hans-Peter SCHERTL, Instituts Für Geologie, Mineralogie Und Geophysik, Ruhr-Universität Bochum
Glück Auf
Armin