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Autor Thema: ACHAT "IMA" International Mineralogical Association  (Gelesen 2197 mal)

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Offline Achat-Amohr

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  • Beiträge: 166
  • Mineralien ein Geschenk der Natur
Hallo, aufgrund der Diskussion "Das hat mein Kind gefunden... :-)" und den gestellten Thesen + Fragen möchte
ich Licht ins Dunkel bringen.
Ein neuer Thread war mir wichtig, da die Eingangsfrage eine andere war.
Und, ich war überrascht über das Unwissen + streuen von haltlosen Fakten, zumal sich Interessenten an den Äußerungen orientieren könnten.
Die Achatgenese, die mir bestens bekannt ist, lasse ich außen vor.

Ich bitte um Verständnis, das vorab die Zitate folgen.

Zitat 1 von Achatpeter
Bei der IMA wird der Achate als eigenständige Varietät des Quarzes geführt.
Das Alleinstellungsmerkmal ist eben die angegebene Milieufolge.
Wenn die Späros tatsächlich fehlen, dann ist es eben kein Achat
sondern Chalcedon oder eine andere SiO2-Varietät.

Zitat 2 von Achatpeter
Die Milieufolge beschreibt die Genese aller Achate

Zitat 1 von Lausitz
Was ich noch nicht richtig definieren kann ist, das ein Achat plötzlich als Milieufolge dargestellt wird.

Zitat 1 von Sebastian
Könntest du bitte eine Quelle angeben? Ich würde das gerne in der Literatur nachvollziehen.

Zitat 1 von felsenmammut
Vielleicht entpuppt sich die Diskussion ja auch als reines Definitionsproblem, da unter den Begriffen verschiedene
Sachverhalte verstanden werden.

Zitat 3 von Achatpeter
Es gibt mehrere Literaturstellen.
Auf die Schnelle habe ich Lapis Nr. 7 Landmesser, Seite 59 gefunden.
Bild rechts unten. Wir sehen von unten zuerst auf das kriselige Chalcedonband, auf diesem sind die Sphärolithe aufgewachsen und auf den Spärolithen die Achatbänderung. Für jede Wachstumsphase (Chalcedonband, Spärolithe, Achat) ist im Hohlraum ein anderes Milieu notwendig. Deshalb ist diese "Milieufolge" für alle Achat gegeben. Fehlt eine der Phasen, dann ist es kein Achat.
In der Literatur gibt es Aussagen, dass der Achat eine Quarz-Varietät ist, andere Stellen reden von Chalcedon.

Zitat 2 von Sebastian
Du hast doch gemeint die IMA definiert das.
Wo steht das mit der Defintion geschrieben?
Lapis ist keine wirkliche Angabe mit der ich wissenschaftlich arbeiten kann.

Es geht hier einzig um die Stellungnahme + Beantwortung durch Herrn Dr. Hans-Peter SCHERTL, zuständiger Staatssekretär der IMA.

Anfrage (gekürzt)
Sehr geehrter Herr Schertl,
ein Mitglied des MA hat den IMA zitiert, deren Beschreibung die Achate ein Alleinstellungsmerkmal aufweisen,
das auf eine sogenannte Milieufolge abstellt.
Ich finde auf der Seite des IMA keinen Hinweis.
Könnten Sie mir bitte die Quelle näher beschreiben?
Vielen lieben Dank!
Glück Auf
Armin Mohr

Antwort 1
Hallo Herr Mohr,
das ist eigentlich eine ganz einfache Geschichte. Zunächst einmal ist Chalcedon mikrokristallines SiO2 mit parallelfaseriger
Morphologie der Einzelindividuen. Achat ist ein gebänderter Chalcedon, z.T auch mit konzentrischer Abfolge der Bänderung.
Im Gegensatz zu Chalcedon, der übrigens im Handstück durch einen "matten Glanz" charakterisiert ist, zeigt Opal glänzende
Bruchflächen. Achat kann auch geringe Mengen an Opal enthalten.
Gruß aus Bochum,
Hans-Peter Schertl
Antwort 2
...mir fällt übrigens noch ein, dass, wenn Sie an Informationen über feinstkristallinem bis amorphem SiO2 interessiert sind, untenstehende
Arbeit wichtige Standardinformationen liefert. Die Arbeit hat zwar schon einige Jahre auf dem Buckel
 und es gibt natürlich auch einige Neuentdeckungen seit dieser Zeit, nichtsdestotrotz aber eine gute Informationsquelle.
Gruß,
Hans-Peter Schertl
Flörke, O.W., Graetsch, H., Martin, B., Röller, K., Wirth, R., 1991. Nomenclature of micro- and non-crystalline silica minerals, based on
structure and microstructure. Neues Jahrbuch fuer Mineralogie Abhandlungen 163, 19–42.

International Mineralogical Association
Staatssekretär Dr. Hans-Peter SCHERTL, Instituts Für Geologie, Mineralogie Und Geophysik, Ruhr-Universität Bochum

Glück Auf
Armin



Offline Achatpeter

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Re: ACHAT "IMA" International Mineralogical Association
« Antwort #1 am: 02 Dec 17, 18:17 »
Den Beitrag von Achat-Amohr finde ich schon etwas befremdlich, hätte ich doch im ersten Abschnitt eher einen sachlich orientierten  Beitrag und auch Antworten auf meine Fragen erwartet.
Mit folgendem Beitrag möchte ich dazu beitragen, eine sachliche Diskussion zur Genese der Achate zu bringen.
Vorab die Definition des Milieus:
Ein Milieu ist eine charakteristische chemisch/physikalische Umgebung, in der sich eine bestimmte Substanz befindet oder eine bestimmte Reaktion abläuft. Statt Milieu könnten auch Worte wie Ambiente, Klima, Sphäre, Szene, Umfeld oder noch weitere Begriffe verwendet werden.
Auch wenn ich erst einmal alle Leser langweile: Die Genese der Achate in einem Vulkanit läuft stets über folgende Prozesse ab:
A.) Start: Vulkanausbruch. Im Vulkanit entstehen Hohlräume/Blasen. ?-ist das Unwissen-??
B.) Abkühlung des Vulkanits auf ca. 200 Grad Celsius. Im Vulkanit entsteht aus Wasser und (freiem?) SiO2 die monomere Kieselsäure. ?-ist das Unwissen-??
C.) Die monomere Kieselsäure diffundiert dreidimensional in den Hohlraum. (Theorie von M. Landmesser.) ?-ist das Unwissen-??
D.) Im Hohlraum trennen sich das Wasser und das SiO2 wieder - das Wasser wird entsorgt. Im Hohlraum herrscht ein Milieu, welches zur Ablagerung des SiO2 als Chalcedon notwendig ist. ?-ist das Unwissen-??
E.) Das SiO2 bildet über verschiedene Stufen das erste die gesamte Hohlraumwand auskleidende Chalcedonband. Das Chalcedonband setzt sich im Normalfall in gleichmäßiger Dicke an der Hohlraumwand ab. ?-ist das Unwissen-??
F.) Nach einem Milieuwechsel (vom Chalcedon- zum Sphärolith-Milieu) entstehen auf der aktuellen Chalcedonschicht aus dem gleichen eindiffundierenden SiO2 Sphärolithe. Weder der „Befehlsgeber“ noch der „Motor“ für diesen (sowie für alle vorhergehenden und auch alle weiteren) Milieuwechsel sind bekannt. Jedoch, die uns vorliegenden Achate zeigen, dass es einen solchen Milieuwechsel gegeben hat. Die Größe, die Anzahl, die Verteilung und die Ausprägung der Sphärolithe sind individuell. ?-ist das Unwissen-??
G.) Nach einem weiteren Milieuwechsel (vom Sphärolith- zum Achat- oder Bänder-Milieu) entstehen aus dem gleichen eindiffundierenden SiO2 die Achatbänder.
?-ist das Unwissen-??
H.) Zusammengefasst: Wir sehen in den uns vorliegenden Achaten immer nur die Ergebnisse, nie die Prozesse. ?-ist das Unwissen-??
Bis hierher sollten eigentlich alle die bis hierhin gelesen haben, auch Armin, der sich ja wie er schreibt bestens mit der Achatgenese auskennt, zustimmen können.
Wer nicht zustimmen kann, der möge bitte hinter dem Ofen hervorkommen und mir sagen, ab welchem Punkt ich daneben liege, dies bitte aber auch begründen. Ich bin ja noch lernfähig.
Fehlt nur noch eine Aussage zum Begriff „Milieufolge“. Wie oben aufgezeigt, läuft der Beginn der Genese der Achate stets in drei aufeinanderfolgenden Milieus ab. Und diese Milieufolge gilt für alle Achate – gleich von welcher Fundstelle sie sind. Wir haben hier eine dreistufige „geordnete Selbstorganisation“ – eine sich stets in dieser Reihenfolge wiederholende Selbstorganisation.
Nun warte ich gespannt auf die Reaktionen.
Mit freundlichem GLÜCK AUF
Achatpeter

Offline Sebastian

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Re: ACHAT "IMA" International Mineralogical Association
« Antwort #2 am: 02 Dec 17, 18:28 »
Achate müssen doch nicht in Vulkaniten gebildet werden.
Es gibt unterschiedlichste Achate uns deren Genesen.
Du stellst hier eine vor und behauptest alles andere wären keine Achate.
Ich denke die Definition der IMA ist doch recht eindeutig und von mir auch so wiedergegeben:
Gebänderter Chalcedon.
Egal wo, in einem hydrothermalen Gang, in einem Basalthohlraum, in einer Lithophyse...
Keep ist simple
Gruß Sebastian

Offline Achatpeter

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Re: ACHAT "IMA" International Mineralogical Association
« Antwort #3 am: 02 Dec 17, 20:26 »
Das ist natürlich richtig, dass Achate auch in einem "kalten Milieu/sedimentärer Umgebung/Fossilien" entstehen. Ich habe mich bewußt, und auch so geschrieben, erst einmal auf die vulkanitischen Achate begrenzt. Mein Ziel ist, die Diskussion Schritt für Schritt weiter zu führen. Es gibt ja noch so viele weitere Einzelthemen zur Genese.
Aber vielleicht reden wir nur aneinander vorbei.
Wenn ich mir im Rösler 2. Auflage Seite 440 die Tabelle ansehe, dann wird der Achat unter Chalcedon (im weiteren Sinn) zusammen mit dem Chalcedon - im engeren Sinn - aufgeführt. So gesehen ist der Achat eine Varietät des Chalcedon im weiteren Sinne.
Noch eine Frage: ist das Bild ein nun Achat oder ein Chalcedon im engeren Sinn?

Gruß Achatpeter

 

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