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Berliner Elbelauf / „gemengtes“ Diluvium
Sargentodoxa:
Hallo Marc
Wohlwissend, dass es keine Schiefer sind, verwende ich den Begriff eben schon seit Jahrzehnten und hier bei den Sammlern in der Lausitz (zumindest die älteren Semester) wissen alle welche Gesteine damit gemeint sind. Möglicherweise auch, weil wir die selben alten DDR-Bücher (noch) verwenden und da steht ".... sog.Kieselschiefer (Lydit).
Ich hatte aber auch schon erwähnt, das mein Gebiet innerhalb der Flussgerölle eben nur die Kieselhölzer und fossilführende Silizite sind. Auch hier ist eine Trennung - nordisches Geschiebe <---> südliches Geröll-nicht immer eindeutig.
Zur Website Kieseltorf weis ich im Gespräch mit dem ehemaligen Initiator, das er die Seite aus persönlichen Gründen beendet hat. Die Hornsteintreffen in Chemnitz wurden auch seit 2016 eingestellt. Einiges Bildmaterial aus der Lausitz, was meine Belege betrifft, habe ich auf CD. Wenn ich speziell noch etwas haben möchte, würde ich es schon bekommen.
Zu deinem eigentlichen Fragekomplex würde ich dir raten, Kontakt mit Dr.D.Schwarz (Cottbus) aufzunehmen. Werner aus der Lausitz
karlov:
Hallo Werner,
ich kenne diese überholten Begrifflichkeiten auch aus der Geschiebekunde. Eine logische, vereinheitlichte Nomenklatur würde allerdings viel Kopfzerbrechen vermeiden. Die Begriffe werden ja nicht richtiger durch jahrzehntelange Verwendung.
Zu den Kieselhölzern: es wurden im Döhlener Becken Kieselhölzer als Geschiebe/Geröll gefunden, die nicht an Hornsteine gebunden waren (Possendorf). Außerdem fand man untertage Kieselhölzer in Tuff-Ablagerungen. Ist es nicht naheliegend, dass ein Großteil der Kieselhölzer (Dadoxylon) aus der Nähe stammt? Gibt es Arbeiten zu den Kieselhölzern aus dem Raum Plzen? Grössere Stücke von dort können ja nur per Eisschollenfracht nach Sachsen transportiert worden sein? Und schließlich: gibt es weitere Vorkommen von Kieselhölzern (außer Tertiär...) im Elbeinzugsgebiet?
Werde mal den Kontakt zu Dr. Schwarz suchen, vielen Dank für den Tip!
Viele Grüße,
Marc
Sargentodoxa:
Hallo Marc
Zu deinen Fragen: Arbeiten über die zumindest permokarbonischen Kieselhölzer von Plzen (Achtung, dort gibt es noch tertiäre Kieselhölzer) gibt es. V.MENCL, J.BURES und J.SAKALA haben einiges veröffentlicht und waren auch mehrere Jahre beim Hornsteintreffen anwesend. Neben Plzen (die Moldau hat auch mal in historischer Zeit nach Norden entwässert), gibt es doch in Böhmen viele bekannte Orte mit Permokarbonflora: u.a. Louny, Slany, Kladno (hier auch die Kreidefloren mit der berühmten Tempskya), die Gebiete um Nova Paka / Studenec und, und, und. Dort gab es eben zu dieser Zeit große Gymnospermenwälder, natürlich auch im Döhlener Becken. Ich sage ja nicht, das die Kieselhölzer nicht aus diesen beiden Großräumen kommen können. Ich kann es nur nicht anhand der mir zur Verfügung stehenden Merkmale (Farbe, Verkieselungsgrad, Kantenbeschaffenheit) beweisen. Es ist ähnlich wie bei Lydit, man hinterfragt heute diesen Satz, der in fast allen Publikationen immer wieder übernommen wird: Herkunft aus Böhmen bzw. Döhlener Becken wahrscheinlich. Denn Herkunftsgebiete können heut abgetragen sein, Riesengebirgsvorland käme über Nebenflüsse noch in Betracht, um nur 2 Möglichkeiten zu nennen.
Ich habe Kieselhölzer bzw. pflanzenführende Silizite ab Unterkarbon über Perm, Kreide (Trias / Jura nicht nachgewiesen) bis Miozän in den Elbeläufen nachgewiesen, so nun mach dich mal auf die Suche nach den Herkunftsgebieten. Werner aus der Lausitz
karlov:
Hallo Werner,
von Mencl et alii gibt es eine ganze Menge, sehr interessant, solch junge Arbeiten zu dem Thema zu lesen.
Dank auch für den Hinweis auf tertiäre Kieselhölzer aus Tschechien. Gibt es dazu eine Arbeit aus der letzten Zeit?
Für die Ansprache von Kieselhölzern im Berliner Elbelauf komme ich mit Agathoxylon/ "Dadoxylon" ganz gut hin. Jahrelanges Auflesen von südlichen Geröllen durch einen Sammler im Potsdamer Raum in Horizonten, die viel südliches Material beinhalten, brachte vielleicht 8-10 permokarbonische Kieselhölzer ans Tageslicht. Sie belegen eine Süd-Nord-Transport durch die Elbe. Mehr kann man von ihnen wohl nicht verlangen. Ähnlich formuliert es ja auch Genieser. Was die ganzen Exoten/Seltenheiten angeht: sehr interessant, sich das mal anzuschauen, auch angesichts der tollen Bilder hier im Forum und den Galerien, aber man wird sie im Berliner Raum kaum finden. Wesentlich ergiebiger sind da ganz sicher die altpleistozänen Elbschotter in der Niederlausitz oder in Sachsen. So weit ich weiß, ist immerhin ein einziger Psaronius-Fund in den feuersteinfreien Kiesen von Wietstock gemacht worden, in altvorderer Zeit.
Hast Du Dich verschrieben?: "die Moldau hat auch mal in historischer Zeit nach Norden entwässert". Sie entwässert doch seit dem Pliozän nach Norden. Und für Transport aus dem Raum Pilsen hätte ich eher auf die Berounka getippt (die Moldau mündend).
Viele Grüße,
Marc
Sargentodoxa:
Hallo Marc
Natürlich, mit der Moldau hast du selbstverständlich recht, hab mich da etwas verkehrt ausgedrückt. Zu Publikationen schreib ich evtl. morgen eine PM, da ich gleich auf Arbeit muss. Nur kurz noch etwas zum Berliner Elbelauf: Natürlich wird die Anzahl der Kieselhölzer mit Abnahme der südlichen Sedimente auch abnehmen, aber ganz auszuschließen, dass man auch "Exoten" findet würde ich nicht, ich glaube eher das man sie nicht erkennt. Beispiel Wietstock, liegt unweit von Ludwigsfelde: Da fiel mir ein, das ich vor über 10 Jahren bei einem Sammler sehr große Dadoxylon - Gerölle (kopfgroß und größer) gesehen habe. Der Fundort wurde mit Ludwigsfelde bei Baumaßnahmen angegeben. Mich wunderte nur die Größe von Kieselhölzern so weit nördlich, da solche Exemplare hier in der Lausitz kaum zu finden waren. Werner aus der Lausitz
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