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Autor Thema: Kristalle vom Schwemmhoislbruch  (Gelesen 6024 mal)

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Offline Conny3

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Kristalle vom Schwemmhoislbruch
« am: 11 Dec 17, 11:13 »
Hallo,
bei meinem diesjährigen Besuch des Schwemmhoislbruches oberhalb Deutschlandsberg (Steiermark) fand ich, neben eindeutig zu bestimmenden Mineralien (Pyrit, Feldspat, Titanit, Ilmenit, Quarz), diese weißen tafeligen Kristalle. Die ganze Stufe war davon überzogen und in einer Druse waren sie etwas größer ausgebildet. Größe der Druse ca. 4 cm, Kristallgröße 2-3 mm. Offenbar hatte das Johanneum in Graz kein Interesse an diesem netten MM. Feldspat? Zoisit ? Baryt? Ich weiß es nicht. Vielleicht hat jemand eine Idee ? Größere Titanite waren mir leider dort nicht gegönnt. Dafür aber nette Einzelkristalle, die aus dem Dreck herausgewaschen wurden. Größere Kristalle aus einem Fund von 2016 sind allerdings auch schon für einen höheren dreistelligen Betrag über den Ladentisch gegangen. Verständlich, denn man muss ja auch die Unkosten der unterirdischen Bergung wieder einfahren. :D ;)

Gruß Conny

Offline smoeller

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Re: Kristalle vom Schwemmhoislbruch
« Antwort #1 am: 11 Dec 17, 16:18 »
Hallo Conny,

Von der Form her dachte ich zuerst an Baryt. Aber Albit oder Prehnit möchte ich auch nicht ausschließen. Prehnit ist löslich in HCl und blättert beim Brennen auf.

Glück Auf!
Sebastian

Offline felsenmammut

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Re: Kristalle vom Schwemmhoislbruch
« Antwort #2 am: 11 Dec 17, 16:44 »
Glück Auf!

lässt sich etwas zur Härte sagen? Lässt sich eine Spaltbarkeit beobachten? Wie sehen die Bruchflächen aus? Welche Begleitminerale sind zu beobachten? Könnten es Pseudomorphosen sein, z.B. Quarz nach Baryt? Wie ist die Löslichkeit in Säuren, bevorzugt konzentrierte Salzsäure; Löslichkeit in Laugen? Sind Verzwillingungen zu beobachten?

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline Conny3

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Re: Kristalle vom Schwemmhoislbruch
« Antwort #3 am: 11 Dec 17, 17:17 »
Hallo,

Danke für die Hinweise. Die Untersuchungen betreffs Begleitminerale (sehe ich nicht), Pseudomorphosen, z.B. Quarz nach Baryt, Löslichkeit in Säuren, bevorzugt konzentrierte Salzsäure; Löslichkeit in Laugen (schwer möglich) und Beobachtung von Verzwillingungen werden nicht einfach sein. Es war nur ein Stück und da will ich keine Zerstörungen vornehmen. An Prehnit erinnert mich das auch noch etwas. Da muss ich in der Literatur mal nachsehen, ob der von dort beschrieben ist. Bessere Bilder (Details) versuche ich auch noch später.

Gruß Conny

Offline Conny3

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Re: Kristalle vom Schwemmhoislbruch
« Antwort #4 am: 11 Dec 17, 18:00 »
Hallo,

hab noch einmal nachgelesen G. Weissensteiner Eisenblüte Sonderband 1/79:

Folgende Mineralien sind beschrieben: Kupferkies, Rutil (auch selbst gefunden - Bild folgt), Aragonit, Malachit, Copiapit, Klinozoisit, Epidot, Zoisit, Titanit (gefunden), Adular (gefunden), Albit (gefunden), Oligoklas, Quarz, Ilmenit, Pyrit (alle gefunden). Prehnit wird nicht erwähnt. Man beachte aber das Alter der Veröffentlichung.
H. Weninger Mineralfundstellen Bd. 5 erwähnt 1976 noch Axinit, derben Magnetkies, Anatas, Turmalin und Calzit xx.
Gibt es noch eine weitere spezielle Literatur?
Auf dem Stück sehe ich auch noch etwas Chlorit. Die Kristalle scheinen relativ hart. Vielleicht hat noch jemand eine Idee auch wenn ich chemische Untersuchungen an dem Stück unterlasse. Anbei noch zwei Bilder von der Rückseite der Stufe (ca. 3 cm) und von einer Kluft mit Quarz- und Feldspatkristallen, leider beschädigt und mit Limonit überzogen. In solchen Stücken gab es auch den Sphen (Titanit) zusammen mit Chlorit. Etwas erinnert mich diese Paragenese an Thierbach/Granulitgebirge.

Gruß Conny
« Letzte Änderung: 11 Dec 17, 18:35 von Conny3 »

Offline Conny3

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Re: Kristalle vom Schwemmhoislbruch
« Antwort #5 am: 13 Dec 17, 17:52 »
Hallo,

ohne die vielen vorgeschlagenen chemischen Lösungsversuche, Härteprüfungen und visuellen Untersuchungen zu machen, tendiere ich jetzt auch zu Baryt (auch nach Rücksprache mit einem Sammler, der ganz ähnliches Vergleichsmaterial von dort hat). Wäre dann wohl ein Neufund von dort?

  :) Gruß Conny
« Letzte Änderung: 14 Dec 17, 09:43 von Conny3 »

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Kristalle vom Schwemmhoislbruch
« Antwort #6 am: 13 Dec 17, 19:53 »
Ich würde anhand der Fotos zu Prehnit tendieren.

Offline Conny3

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Re: Kristalle vom Schwemmhoislbruch
« Antwort #7 am: 13 Dec 17, 20:38 »
Hallo,

hier noch zwei Bilder von Mineralien: 9 zeigt einen Ausschnitt mit Rutileinschlüssen in einer Kluftfüllung (BB ca.6 cm), 10 ein Stück mit Pyrit (zum Teil eingewachsene Oktaeder), Größe ca. 7 cm. Sicher gab es dort bessere Stücke, aber für einen einmaligen Besuch nach vielen Jahrzehnten ohne wesentliche Funde sind die Mineralien doch ganz akzeptabel.

Prehnit wäre auch nicht auszuschließen. Wäre dann auch ein Neufund?

Gruß Conny

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Kristalle vom Schwemmhoislbruch
« Antwort #8 am: 13 Dec 17, 21:02 »
> Prehnit wäre auch nicht auszuschließen. Wäre dann auch ein Neufund?
Nach meinen Recherchen ja; und dann wäre es einen Beitrag in der Carinthia (jährliche "Neufunde aus Österreich") wert. Wenn du mir ans NHM 1 oder 2 Kriställchen schickst (können ruhig beschädigt sein), dann könnte ich SXRD-Analyse durchführen.

Offline Conny3

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Re: Kristalle vom Schwemmhoislbruch
« Antwort #9 am: 13 Dec 17, 21:08 »
Hallo Uwe,

könnte man machen. Will mal sehen ob ich an dem Stück eine geeignete Stelle finde. Das mit dem Verschicken wird aber sicher erst etwas zwischen den Feiertagen oder zu Beginn des neuen Jahres. Das reicht doch oder? Baryt oder Prehnit? Beides wären dann wohl Neufunde für den Bruch ? Wenn nicht, dann hätten wir wenigstens das Mineral geklärt.

Gruß Conny

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Kristalle vom Schwemmhoislbruch
« Antwort #10 am: 14 Dec 17, 19:29 »
Hallo Conny,
das sollte knapp reichen (die Deadline für die Einreichung ist 15. 1.).

GA, Uwe

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Kristalle vom Schwemmhoislbruch
« Antwort #11 am: 12 Jan 18, 11:50 »
Hi Conny,
gute und schlechte Nachrichten:

Die xx sind Prehnit (visuell eindeutig, dann auch durch SXRD abgesichert), nur ist Prehnit - nach freundlicher Mitteilung vom Koralpen-Kenner Walter Postl - bereits bekannt:
Alker, A. (1975): Über die Mineralkluft im Amphibolit von Burgegg, Steiermark. Mitteilungen des naturwissenschaftlichen Vereins für Steiermark 105, 21-24.
http://www.zobodat.at/pdf/MittNatVerSt_105_0021-0024.pdf

Werde Mindat updaten.

GA, Uwe

Offline Conny3

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Re: Kristalle vom Schwemmhoislbruch
« Antwort #12 am: 12 Jan 18, 17:25 »
Hallo Uwe,

Danke für die Hinweise. Dann ist die Fundstelle Burgegg mit dem Schwemmhoislbruch gleichzusetzen? Dann wäre es klar, wenn es nicht in der Liste erscheint.

Gruß Conny

Offline 2045

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Re: Kristalle vom Schwemmhoislbruch
« Antwort #13 am: 12 Jan 18, 19:32 »
Hallo!

Prehnit aus dem Schwemmhoislbruch ist auch in Walter F.: Die Minerale der Koralpe - ein Überblick, Mitteilungen der Österreichischen Mineralogischen Gesellschaft, Vol. 137 (1992), Seite 212- 216 angeführt. (Eintrag befindet sich auf Seite 215)

LG Markus

Offline ZEO

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Re: Kristalle vom Schwemmhoislbruch
« Antwort #14 am: 13 Jan 18, 17:02 »
Hallo,

SXRD kenne ich als Abkürzung für Surface X-Ray Diffraction, und diese Methode als geeignet zur Untersuchung von Oberflächenstrukturen.
In Zusammenhang mit der Bestimmung des Prehnits dürfte die Abkürzung anders gemeint sein ?! Ich bitte um eine kurze Nachhilfe.
Gruß
zeo

 

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