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Autor Thema: Chromit  (Gelesen 2749 mal)

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Offline Uwe Kolitsch

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Re: Chromit
« Antwort #15 am: 17 Feb 18, 19:35 »
https://www.mindat.org/locentry-97334.html
gibt übrigens als Referenz eine Arbeit von 1799:

"Mémoire sur le gisement de fer chromaté" in "Journal des Mines", Brumaire, An X, n°LXII - Citoyen Pontier (1799) (in French)

(Im 18./19. Jh. war es üblich, seine Ergebnisse in mehreren Zeitschriften zu publizieren, teils dann auch in verschiedenen Sprachen.)


Online Stefan

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Re: Chromit
« Antwort #17 am: 18 Feb 18, 01:19 »
Wenn man den Link von heli nimmt, (letzterer zum Google Buch) kommen schon erhebliche Zweifel auf dieses Werk als Erstbeschreibung von Chromit zu verwenden.


Zitat
Lehrbuch der Mineralogie ; Mit Zusätzen aus Haüy's Tableau ..., Band 4 (1810)

NEUNTE GATTUNG

Chromgesäuertes Eisen (Fer chromaté)
Chromsaures Eisen bei den Chemikern Chromate de fer Bulletin des sciences par la societé philomat vendémiaire am 8 No 31 p. 55 ebendas brumaire No 32 p.57 „Eisen-Chrom, Karsten;“ tabl compar p.99.)
Wesentlicher Charakter. Unschmelzbar ohne Zusatz; mit dem Borax aber schmilzt es und färbt ihn schön grün
Physische Kennzeichen. Specifisches Gewicht, 4.0326. Härte. Ritzt das Glas; springt unter dem Hammer. Magnetismus Keine merkliche Wirkung auf dem Magnet. Bruch sehr uneben. Farbe schwärzlichbraun mit einem schwachen Metallglanze. Pulver aschgrau Struktur Spuren von Blättchen bei einem gewissen Stande gegen das Auge wenn man das Stück gegen ein lebhaftes Licht bewegt.
Chemische Kennzeichen. Unschmelzbar ohne Zusatz schmelzbar aber mit dem Borax welchem es eine schöne grüne Farbe mittheilt.
Analyse des französischen chromgesäuerten Eisens von Vauquelin e):
 
 Chromsäure 43,0
 Eisenoxyd 34,7
 Thonerde 20,3
 Kieselerde 2,0
 ––––––––––
 100,0
Unterscheidungskennzeichen.
 1) Zwischen dem chromgesäuerten Eisen und dem schwärzlichen geschwefelten Zink. Letzterer ritzt das Glas nicht, wie jenes, hat eine viel deutlicher blättrige Struktur, giebt mit der Schwefelsäure einen Schwefellebergeruch, und färbt den Borax nicht grün.
 2) Zwischen jenem und dem schwärzlichen oxydirten Eisen Das Pulver des letzteren ist gelblich das von den chromgesäuerten Eisen aschgrau das oxydirten Eisen reducirt sich vor dem Löthrohre, wenigstens zum Theil, und wird magnetisch; welches das chromgesäuerte Eisen nicht thut. Auch theilt es dem Borax nicht so, wie dieses, eine grüne Farbe mit.
 3) Zwischen demselben und dem oxydulirten Uran, oder der sogenannten Pechblende. Das Gewicht dieses letzteren ist grösser, wenigstens in dem Verhältnißs, wie 3 zu 2; es färbt auch den Borax nicht grün wie das chromgesäuerte Eisen.
Varietäten
Gestaltloses chromgesäuertes Eisen (fer cbromaté amorpbe).
e) Journ. des Miner. No 55 p.523
Anmerkungen
Das chromgesäuerte Eisen ist von dem Herrn Pontier, im Departement Var zu Bastide de la Carrade bei Gassin, gefunden worden. Der erwähnte Gelehrte hatte es, da er nicht im Stande gewesen war, es chemisch zu untersuchen, für eine Varietät von geschwefeltem Zink gehalten. Die Bestimmung der wahren Bestandtheile dieses neuen Minerals schien mit Recht dem Chemiker zu gebühren, der die Existenz der Chromsäure selbst entdeckt hat. Seiner Meinung nach soll das chromgesäuerte Eisen eine dreifache Verbindung aus dieser Säure, dem Eisenoxyd und der Thonerde seyn, demnach müsste man es thonerdehaltiges chromgesäuertes Eisen (fer chromaré aluminé) nennen. Allein diese Benennung möchte vielleicht zu voreilig seyn, da wir die Substanz von welcher die Rede ist, blos noch in gestaltlosen Massen besitzen, deren blosser Anblick ums anzukündigen scheint, dass sie keineswegs homogen ist und also auch für die Analyse kein Normalresultat liefern kann.
Im Tableau comparatif, p.99 u 283 284 führt Hr. H zwei Varietäten des chromgesäuerten Eisens auf:
 1. Verstecktblättriges (sublaminaire) Aus Sibirien.
 2 Derbes (massif).
 Analyse des Sibirischen, von Laugier (Annales du Muséum 35s Heft, t. VI, p.330): Chromium, welches Hr Laugier im Zustande des Oxyds annimmt, 53 Eisenoxyd, 34 Thonerde, 11 Kieselerde, 1. Verlust 1.
Nach der Meinung des Hrn. Vauquelin wäre das chromgesäuerte Eisen eine dreifache Verbindung von Chromsäure, Eisenoxyd und Thonerde. Allein diese Erde deren Quantität in der vor dem genannten berühmten Chemiker angestellten Analyse 20 Procent betrug, findet sich in dem von Hrn. Laugier über das Sibirische chromgesäuerte Eisen, welches reiner zu seyn scheint, erhaltenen Resultate bereits auf 11/100 reducirt; und das kann einen Grund abgeben zu zweifeln, ob auch die Thonerde der Substanz, von welcher hier die Rede ist, wesentlich zugehört Wäre ferner das Princip, welches das Eisen hier vererzt das Chromoxyd, wie Hr Laugier glaubt, so würde man dieser Substanz den Namen chromisches Eisen oder Chromeisen (fer chromé) geben müssen.

Viele Grüße
Stefan

Offline Axinit

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Re: Chromit
« Antwort #18 am: 18 Feb 18, 18:32 »
Servus,

ja, das Ganze ist etwas verwirrend.

Nachdem ich mich jetzt durch all die von Heli eruierten Artikel gelesen habe wird manches, aber nicht alles klarer.

Offensichtlich hat Pontet die ersten "Chromit-Proben" bereits 1787, also vor Entdeckung des Chroms durch Vauquelin, entdeckt. In den Revolutionswirren vergingen einige Jahre, bevor das Thema wieder aufgegriffen wurde.

Die erste quantitative Analyse an diesem Material wurde von Tassaert, einem Schueler Vauquelins ausgefuehrt und ergab eine Zusammenseztung, die man heute vermutlich als Cr2O3 (64 %) und FeO (36 %) formulieren wuerde.

Der FO dieses Materials ist NICHT mit der spaeteren "Chromit-Grube" an der Rade de Carrade (dies liegt am Meer) identisch.

Offensichtlich wurden von Altmeister Vauquelin erneut Analysen durchgefuehrt (veroeffentlicht im Journal de Mines, Bd 55, 1800 - 1801), die dann im Lehrbuch von Hauy zitiert werden. Hier werden drei Varietaeten des "Eisenchromats"beschrieben.  Das Material enthaelt nunmehr erhebliche Mengen an "Alumine", vermutlich Aluminiumoxid Al2O3 und etwas Siliciumdioxid.

Es ist nicht klar, ob die Analyse von Tassaert falsch ist oder aber sich die Zusammensetzungen der Proben von verschiedenen FO doch deutlich unterscheiden.

Das Element Aluminium wurde erst viel spaeter von Woehler isoliert, auch Magnesium war noch nicht bekannt. Ich erwaehne dies nur deswegen, da sich die Chemie der beiden Elemente recht aehnlich sein kann, was damals sicher grosse Probleme gemacht hat.

Zur Frage der TL will ich mich nicht aeussern. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man die Arbeit von Pontet NICHT ignorieren darf.

Falls Alfredo es, wie angekuendigt, schaffen sollte neue Proben & belastungsfaehige analytische Daten beizubringen, laesst sich diese Frage vielleicht endgueltig klaeren.

BG

Harald

 
« Letzte Änderung: 19 Feb 18, 16:42 von Axinit »

Offline Doc Diether

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Re: Chromit
« Antwort #19 am: 26 Feb 18, 10:10 »
Kleiner Hinweis:
die besten und genauesten Angaben über Typ-Lokaitäten bzw. -mineralien findet man bei A. R. HÖLZEL.
Ob es hier zu finden ist, weiß ich nicht: "SYSTEMATICS OF MINERALS: Alexander R. Hölzel" (1993).
Aber ich hatte ein Computer-Programm, was man befragen konnte. Leider war das ein solch veraltetes System, daß ich es bei mir nicht aufspielen konnte.
Vielleicht hat Stefan das noch?
Gruß
Doc Diether

Offline oliverOliver

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    • naja ....
Re: Chromit
« Antwort #20 am: 26 Jan 19, 23:00 »
Zitat
Mach ich selber im Sommer, falls niemand es vorher tut.

hallo Alfredo, bist du dazu gekommen, eine Analyse zu machen?

Offline alfredo

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Re: Chromit
« Antwort #21 am: 27 Jan 19, 17:26 »
Nein, habe bis jetzt kein Stueck "Chromit" von dort bekommen koennen. Hat jemand ein Koernschen der zuverlaessig aus dem Franzoesischen Typlokalitaet stammt?

Offline Axinit

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Re: Chromit
« Antwort #22 am: 27 Jan 19, 19:09 »
Servus,

ich wollte mich im letzten Jahr zur FS begeben und hatte hierzu auch schon einiges recherchiert - leider hat es im letzten Moment nicht geklappt.
Auf ein Neues in diesem Jahr - so weit ist die Oertlichkeit ja von mir nicht weg  ;D.

GA

Harald

 

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