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Autor Thema: Mineralienbestimmung  (Gelesen 5201 mal)

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Offline Alcest

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Re: Mineralienbestimmung
« Antwort #15 am: 18 May 18, 13:05 »
Es handelt sich hierbei um künstliche Schlacke, nicht um vulkanische Schlacke. Farbursachen gibt es zahlreiche. Ein Mineraleinschluss wird es nicht sein, sondern eher färbende Elemente. Kupfer, Cobalt (die beiden in diesem Fall wohl kaum), Eisen oder halt irgendwelche Zuschlagsstoffe aus der Hütte.
« Letzte Änderung: 18 May 18, 15:02 von Alcest »

Offline Harzsammler

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Re: Mineralienbestimmung
« Antwort #16 am: 18 May 18, 14:53 »
Wird für die Glasherstellung normaler Quarzsand geschmolzen ergeben sich durch geringe Eisengehalte Grüntöne.

Ebenso werden die gängigen blauen Schlacken aus der Eisenverhüttung (z.B. Sieberachat) durch Eisen blau, blaugrün gefärbt.

Die grünen, durchscheinenden Glasschlacken von der Eisenverhüttung, die immer wieder mit Rückständen der Glasherstellung verwechselt werden sind auch durch Eisen gefärbt.

Grüße,
Michael

Offline harzgeist

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Re: Mineralienbestimmung
« Antwort #17 am: 18 May 18, 21:38 »
Auch die Annahme, dass es sich bei derart gefärbten Gläsern um Kupferschlacken handelt, ist nicht richtig. Obwohl die Färbung an Kupferminerale erinnert, ist sie durch Eisen(II)-Verbindungen hervorgerufen und nicht durch Kupfer.
Kupfer verursacht nur in Verbindung mit Kristallwasser oder der Hydroxylgruppe eine grüne bzw. blaue Farbe. (War auch in ausführlicherer Form kürzlich hier im Forum zu lesen, ich finde nur nicht mehr wo genau). Prozessbedingt ist dies bei Schlacke nicht der Fall.

Offline Alcest

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Re: Mineralienbestimmung
« Antwort #18 am: 18 May 18, 21:44 »
Bei dieser speziellen Schlacke habe ich Kupfer ausgeschlossen. Dass Cu grundsätzlich keine Schlackenfärbung hervorruft, wusste ich nicht. Ich kenne nur diverse Cu-Mineralien auf Schlacke und ging deshalb davon aus, dass auch Schlacke durch solche Minerale gefärbt sein kann. Aber selbst ich kann nicht unfehlbar sein. (Achtung: Selbstironie)

Offline Fabian99

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Re: Mineralienbestimmung
« Antwort #19 am: 18 May 18, 22:06 »
Auch die Annahme, dass es sich bei derart gefärbten Gläsern um Kupferschlacken handelt, ist nicht richtig. Obwohl die Färbung an Kupferminerale erinnert, ist sie durch Eisen(II)-Verbindungen hervorgerufen und nicht durch Kupfer.
Kupfer verursacht nur in Verbindung mit Kristallwasser oder der Hydroxylgruppe eine grüne bzw. blaue Farbe. (War auch in ausführlicherer Form kürzlich hier im Forum zu lesen, ich finde nur nicht mehr wo genau). Prozessbedingt ist dies bei Schlacke nicht der Fall.

Hallo,

https://books.google.de/books?id=S5enBgAAQBAJ&pg=PA273&lpg=PA273&dq=f%C3%A4rbung+von+Cu+in+Gl%C3%A4sern&source=bl&ots=_LP-mEp6LT&sig=3WfdRooXGKaGPT_IXNicqQAivJ4&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwid3_rbhZDbAhVBOSwKHS1vCx0Q6AEIJzAA#v=onepage&q=f%C3%A4rbung%20von%20Cu%20in%20Gl%C3%A4sern&f=false

meint was anders...

http://www.glaskomponenten.de/GlasChemie
auch, und das Patent EP2576430A2 schreibt
" Bei der Oxidfärbung (lonenfärbung) dienen Metalloxide, insbesondere der Metalle Elsen, Kupfer, Chrom, Cobalt und Nickel, als farbgebende Zusätze. Die Farbgebung im Gias beruht auf der Farbe der betreffenden Ionen in ihrer jetzigen Umgebung. Die gelösten Metallionen erstarren nach dem Einschmelzen des Gemenge, so dass das Glas sofort spektral eindeutig und nicht mehr veränderlich vorliegt."

LG

Offline harzgeist

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Re: Mineralienbestimmung
« Antwort #20 am: 18 May 18, 23:46 »
Auch die Annahme, dass es sich bei derart gefärbten Gläsern um Kupferschlacken handelt, ist nicht richtig. Obwohl die Färbung an Kupferminerale erinnert, ist sie durch Eisen(II)-Verbindungen hervorgerufen und nicht durch Kupfer.
Kupfer verursacht nur in Verbindung mit Kristallwasser oder der Hydroxylgruppe eine grüne bzw. blaue Farbe. (War auch in ausführlicherer Form kürzlich hier im Forum zu lesen, ich finde nur nicht mehr wo genau). Prozessbedingt ist dies bei Schlacke nicht der Fall.

Hallo,

https://books.google.de/books?id=S5enBgAAQBAJ&pg=PA273&lpg=PA273&dq=f%C3%A4rbung+von+Cu+in+Gl%C3%A4sern&source=bl&ots=_LP-mEp6LT&sig=3WfdRooXGKaGPT_IXNicqQAivJ4&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwid3_rbhZDbAhVBOSwKHS1vCx0Q6AEIJzAA#v=onepage&q=f%C3%A4rbung%20von%20Cu%20in%20Gl%C3%A4sern&f=false

meint was anders...

http://www.glaskomponenten.de/GlasChemie
auch, und das Patent EP2576430A2 schreibt
" Bei der Oxidfärbung (lonenfärbung) dienen Metalloxide, insbesondere der Metalle Elsen, Kupfer, Chrom, Cobalt und Nickel, als farbgebende Zusätze. Die Farbgebung im Gias beruht auf der Farbe der betreffenden Ionen in ihrer jetzigen Umgebung. Die gelösten Metallionen erstarren nach dem Einschmelzen des Gemenge, so dass das Glas sofort spektral eindeutig und nicht mehr veränderlich vorliegt."

LG

Danke Fabian, für die Korrektur!
Du hast recht. Für die Borax- bzw Phosphorsalzperle ist grün bzw blaugrün für Cu angegeben.
Sorry, da muss ich dann wohl was durcheieinander gebracht haben. Kann besagten Beitrag auch jetzt noch nicht finden. Es wurde aber dargelegt, dass die Farbe von der Wechselwirkung des Kupferions mit dem Wasserstoff abhängt und mal grün und mal blau ist (wann grün und wann blau kriege ich nicht mehr zusammen) und wasserfreie Kupferverbindungen diese Farben nicht zeigen.
Was ich nicht verstehe:
Wasserhaltige Co-verbindungen sind pink, und wasserfreie - auch Gläser- tiefblau. Warum verhält es bei Kupfer nicht analog ? Oder warum können Cobaltgläser nicht pink sein?

Thomas

Offline Fabian99

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Re: Mineralienbestimmung
« Antwort #21 am: 19 May 18, 10:57 »
Hallo,

das war vielleicht die Geschichte mit dem Chrom-Alaun. Die wässerige Lösung hat eine andere Farbe als der Kristall. Die Ionen sehen eine andere Umgebung und dadurch kommt es zu Unterschieden in der Färbung. CuO ist doch auch rot, oder?

Typisch ist da z.B. die intensivere Farbe von Cu in Wasser als Tetra-Amin-Komplex oder einfach Cr3+ in Smaragd oder Rubin...

Die Vorhersage einer Farbe für Ionen ist nicht trivial, Nb in BaTiO3 ist blau, Fe in BaTiO3 ist grün, zusammen sind die aber gelblich und schwach gefärbt.

LG

Offline Axinit

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Re: Mineralienbestimmung
« Antwort #22 am: 19 May 18, 11:42 »
Servus,

richtig, der Alaun  ;D.

Die Farbe von Metallionen kommt durch elektronische Uebergaenge (z. B. der d-Elelektronen) zustande. Die jeweilige Farbe haengt von der Wechselwirkung des jeweiligen Ions mit seiner Umgebung ab.

Im von Fabian erwaehnten Beitrag zum Alaun, wurde in diesem Zusammenhang auf die Kristallfeld- bzw. Ligandenfeldtheorie hingewiesen. Eine ausfuehrliche Erklaerung ist im Rahmen eines MA-Betrags nicht sinnvoll moeglich. Es gibt hierzu im WEB eine recht anschauliche Beitraege.

Cu(II)O ist uebrigens schwarz, wohingegen Cu2(I)O rot ist  ;).

GA

Harald

 

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