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Wissenschaftliches zu der Achatgenese
Jochen1Knochen:
Hallo Rainer und Hallo Mark!
Ich glaube,daß ich mich da etwas unglücklich ausgedrückt habe.
Ich habe das Material Radiolarit lediglich optisch mit den St.Egidienfüllungen verglichen.Allerdings nicht unterm Mikroskop!
Aufgrund der Vielzahl von Mikroorganismen wäre eine ähnliche Einzellerkultur gut denkbar,welche solcherart von Hinterlassenschaften in den Achaten ablagert.
Bodenbakterien gibt es schließlich in Unmengen.Noch sind nicht mal ein Bruchteil aller entdeckt und ausgestorben sind bestimmt auch schon ein paar. ;D
Nicht alles Leben findet unter Wasser statt.Selbst an den giftigsten Orten der Welt gibt es Bakterienkolonien und Reste bleiben auch von denen.Nicht unbedingt solche mächtigen Schichten wie Kieselschiefer,aber eben etwas ähnliches!
Ich hoffe eigentlich auch mal darauf,daß ihr das Material kennt,von dem ich schreibe.Habt ihr das auch schon mal unters Mikroskop gelegt?Braucht man für sowas Dünnschliffe?
Schönen Abend noch!
Jens
triassammler:
Hallo Jens,
Du hast sehr direkt von Radiolarien als hypothetischen Erzeugern gesprochen:
--- Zitat von: Jochen1Knochen am 03 May 11, 21:39 ---Sollte diese Füllung Radiolarit sein,könnte das einiges erklären.
1.Die äußere Festigkeit der Kugeln zum Umgebungsgestein-die Radiolarien der Kolonien haben die äußere Achathülle imprägniert
2.Sphäroliten im Achat waren sozusagen Superkolonien der Radiolarien
--- Ende Zitat ---
;)
Natürlich kann man analog dazu jede Menge anderer kieselsäureliefernder Mikroorganismen postulieren, immer frei nach dem (stets falsch und sinnentstellend übersetzten) Sprichwort "Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde...".
Man könnte auch auf die Diatomeen verfallen (in Süßgewässern, resultierendes Gestein: Diatomit; darüber hinaus Kieselsäurelieferanten für die Verkieselung anderer Sedimentgesteine) und postulieren, dass sowas ähnliches ja auch vielleicht im Grund- und Formationwasser lebt und nur noch nicht entdeckt ist...
Die von Dir ebenfalls in Betracht gezogenen "Bodenbakterien" (und Prokaryoten allgemein) produzieren aber keine silikatischen Stützgerüste (haben mit Radiolarien und auch Diatomeen aber ohnehin nicht das geringste zu tun), das ist den Eukaryoten vorbehalten, und neben den beiden oben genannten Einzellergruppen tun es m. W. nur die Kieselschwämme (wobei Schwämme genau genommen auch nur Kolonien von Einzellern sind). Grund: Die aktive Produktion eines SiO2-Gerüsts ist unheimlich energieaufwändig, das wird nur durch Sauerstoffatmung ermöglicht. Gerade bei Bodenbakterien findet man die eher selten, bei den gern für "wer weiß was es noch alles gibt!" herangezogenen Extremophilen, die es tatsächlich schaffen, mehrere hundert Meter unter der Oberfläche in Gesteinsklüften und -poren zu leben, überhaupt nicht. Die stoffwechseln da unten anaerob mit einer um den Faktor 10 geringeren Energieausbeute als ihre aeroben Verwandten.
Ich bin keinerlei Experte für Achate, aber deren Entstehungsursache sollte man m. E. aus den oben genannten Gründen ausschließlich im abiogenen Bereich suchen. Sich auf "es wird immer wieder Neues entdeckt" zu berufen, um bspw. (noch) unbekannte Gruppen von kieselsäureproduzierenden Mikroorganismen, die noch ihrer Entdeckung harren mögen, als Arbeitsgrundlage zu postulieren, ist nicht tragfähig. Bestimmte biologische Grundregeln wie eben die Energieausbeute bei verschiedenen Atmungsedukten oder der Energieaufwand zur Synthese von Skelettopal stehen fest und sind nicht beliebig ignorierbar oder gar miteinander mischbar. Genauso wenig wird man jemals einen autotrophen Elefanten finden.
Gruß,
Rainer
Mark77:
Rainer.. danke! ::)
fassi:
Hallo an alle die sich Gedanken zu den althergebrachten Theorien der Achatgenese machen ..-
Wenn ich das hier so lese - wird mir als Hobbysammler der sich auch Gedanken dazu macht leider Schwarz vor Augen 8) 8)
Ok - Vieleicht bin ich für die Höherern Begriffe oder Denkweisen der Mikrobiologie oder geologie einfach nur zu blöd -
aber ich versteh da eigentlich nur Bahnhof .-
Es gibt ne Menge an Sammlern die sich echte Gedanken darüber machen was sie da finden und schleifen .-
aber solche Hochwissenschaftlichen Theorien wird wohl keinen diese Sammler Intressieren .-
Mein Gedanke an diese Braune und Grüne Masse zieht immer mehr Asche in Betracht welche durch gelösete Bestandteile -( z.B. Eisen ) die Braune Farbe bekam .-
die Asche muss ja gewissenmaßen vorhanden gewesen sein - also wieso soll diese Asche nicht mittels einer Lösung in die Bestehenden Höhlräume gekommen sein ????
Ich weis wohl das das wahrscheinlich keinen hier weiter intressieren wird -
sind aber eben die Gedanken eines Sammlers der sich Intensiv mit den Primärlagerstätten um St.Egidien befasst hat
Und dazu zählen nicht nur die eigentlichen Achate - viel intressanter ist hier das Nebengestein - ;)
Mineralroli:
Hallo
Ich finde das von Rainer sehr gut beschrieben. Man muß natürlich auch etwas Fachwissen haben um es zu verstehen (zumindest ansatzweise).
--- Zitat ---Es gibt ne Menge an Sammlern die sich echte Gedanken darüber machen was sie da finden und schleifen .-
aber solche Hochwissenschaftlichen Theorien wird wohl keinen diese Sammler Intressieren .
--- Ende Zitat ---
Das würde ich nicht sagen. Man sollte eigenes Empfinden nicht auf alle anderen Sammler ummünzen.
Beste Grüße
Roland
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