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Diskussion: Feuersetzen in St. Andreasberg /urspr. Bilderdisk.: Silber- Reicherz (Feuersetzprodukt)
harzgeist:
Hab jetzt erst gesehen, dass du die Literatur oben gepostet hast, sorry
Er schreibt was von Salzsäure, die sich verflüchtigt, die kann nur entstehen, wenn bei Reaktionstemperatur Wasser(dampf) zugesetzt wird. Wo der her kommen soll ist mir ein Rätsel
Er schreibt auch was von Schwefel, Chlorargyrit enthält aber keinen. Wenn allerding gleichzeitig Bleiglanz anwesend ist, geht es wieder!! Wobei - denke ich- Luftzutritt erforderlich sein dürfte...
Es ist eben bei so alter Literatur schwer nachvollziehbar, was die damals wirklich gemacht haben. Ab etwa 1800 wird es dann schnell zuverlässig.
Wie auch immer, eigentlich hat Harald schon alles gesagt.
Thomas
harzgeist:
Die Chemie dazu :D
PbS + O2 + 2AgCl -> PbCl2 + 2Ag + SO2
Deswegen fragte ich ja ganz weit oben ob das reale Erz möglicherweise kein reiner Chlorargyrit ist und evtl eine Bleiquelle enthält ...
smoeller:
Hallo,
Drei Wege wäre zudem noch denkbar:
1. Das Erz enthielt Akanthit (Silberglanz), ein in solchen Erzen nicht seltenes Mineral, das als Schwefelquelle fungierte. Man kannt ja die gezüchteten Silberlocken auf Akanthit!!
2. Bei der Lötrohrprobierkunde wurde in der Regel die Probe in einer Vertiefung in einem Holzkohleblock gemacht. Hier dient der Kohlenstoff als Reduktionsmittel. Funktioniert z.B. mit Pyromorphit, wobei ein Bleikorn übrig bleibt (daher der Mineralname).
3. Beim Feuersetzen wurde auch Holz bzw. Holzkohle verbrannt. Evtl. bei ungenügender Sauerstoffzufuhr hast Du zusätzlich CO (Kohlenmonoxid), das auch reduzierend auf Metalle wirken kann (siehe Hochofenprozess).
Glück Auf!
Sebastian
harzgeist:
Hallo Sebastian,
Bitte korrigiere mich,wenn ich falsch liege!
Ich möchte aber trotzdem keine Haare spalten ...
Zu 1.
Im Fall von Chlorargyrit nützt der Schwefel nichts, denn du brauchst was, um das Chlor zu binden. Schwefel geht da nicht, aber z.B. Blei.
Zu 2.
Kohle allien geht bei Chlorargyrit auch nicht siehe oben.
Zu 3.
Genau das war ja mein Gedanke zur Entstehung der Bleiperle in dem anderen Thema. Deshalb auch der Vergleich mit dem Gasherd, der lief damals wirklich noch CO (geht aber auch mit jeder anderen Gaslamme)
Thomas
ganomatit:
Über das Buttermilcherz KARSTEN 1795, Karakteristik der Silbergattung Hornerz, KARSTEN 1807 AUSZUG
"Thoniges Hornerz (Buttermilcherz)
Geburtsort. Nur allein auf der Grube St. Georg zu Andreasberg auf dem Harz. (gab es auch auf Theuerdank)
Bestandteile: *) Silber 24,64 %
Salzsäure 8,28%
Thonerde
und eine Spur von Kupfer 67.08 %
-----------------------------------------------------
100 %"
Vielleicht wegen der Bestandteile möglich Silber beim Erhitzen zu bilden?
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