Hi, wollte auch mal meinen Senf als langjähriger Börsenbesucher ( und nach 6 x Standinhaber in München ) dazugeben.. möchte auch n bisschen provozieren am Beispiel einer großen Börse
Ihr habt auf jeden Fall alle Recht mit allem was Ihr sagt !
Gefälschte, geklebte, gefärbte und sonstwie unnatürlich veränderte Mineralien sind ein Übel und ein Graus und zum Kotzen für den Sammler, der auf einer Börse authentisches, echtes, garantiert einwandfreies Material erwartet und auch bereit ist, dafür Geld auszugeben.
Das zweite Übel sind nicht wenige Veranstalter, die mit Börsen Geld verdienen und immer mehr verdienen wollen.
Siehe Saainte Marie - die haben schon die nächste Ausbaustufe für die Schmuckhändler beschlossen und keiner hat Probleme damit !
...Money, money let`s the world turn round, let`s the world turn round.... )
Aber, aber, aber - jetzt kommts - ohne daß ich auch nur einen rumänischen oder chinesischen Händler in Schutz nehmen möchte :
1. Niemand zwingt Euch, gefälschte Stücke zu kaufen !
2. Niemand kann einem Händler mit oder ohne Gewerbeschein verbieten, Ware anzubieten, die letztendlich gekauft wird.
Was das nun ist, bleibt doch letztlich dem Verkäufer überlassen - solange es gekauft wird ! Das ist uralter Handelsbrauch, und Börsen sind nichts anderes als Märkte .
GEHT MAL AM MONTAG ZUM ALDI ODER PENNY - DA LIEGEN DIE GAMMELIGEN SALATE UND TOMATEN VOM FREITAG - UND SIE WERDEN GEKAUFT 11
3. Ich mag weder Schmuck noch Esoterik auf Mineralienbörsen. Aber - Leute - das isses, was sich verkauft !
Die meisten Besucher kommen wegen " schöner Steine " - schön, bunt, skurill, , muß heilwirkend sein, billig - das ist der Kaufgrund ! Und ob diese Brocken nun echt, geklebt oder gefärbt sind - das interessiert die meisten doch überhaupt nicht !
Die suchen nicht den Magnesiokatophorit in Amphibolit mit garantiertem Fundort zu 20.- Euro !
Aber die Händler wissen, daß eben diese bunten, geklebten, montierten etc. Stücke gekauft werden !
DIE LEUTE WOLLEN VERARSCHT WERDEN !!!
Wie anders ist es erklärlich, daß einer der Hauptverkäufer auf der Heitersheimer Börse ( an sich ne ganz gute Börse ) seinen 2-Tagesreibach mit einer riesigen Auswahl von winzigen Trommelsteinen - aber bunt und für jede Krankheit ein anderer - macht ? Warum schreitet hier eigentlich nicht das Gewerbeaufsichtamt ein, - ist schon kriminell )
DIE LEUTE GLAUBEN ES !
4. Ich hab mal vor n paar Jahren ne Statistik über die Münchner Mineralientage gelesen, bezogen auf das "Ausgabeverhalten "
Von 100.000 Besuchern gaben für ihre Käufe aus ( Großhandel ausgeschlossen)
-80 % weniger als 20.- DM
- 5 % mehr als 50.-
- 3 % zwischen 50.- und 200.-
und nur ca. 2 % mehr als 200.-
Wo soll denn da der Umsatz des Händlers herkommen ? Wie soll er seine Kosten decken ?
denn:
-Vom Standaufbau (München) bis zum Abbau = 5 Tage = 4-5 Tage Übernachtung pro Person; wenn Standhelfer noch mal das gleiche ( 2 Zimmer )
-Fünf Tage Essen und Trinken ausserhalb zuhause
-An- und Abfahrt nach und von München ( bei manchen kommen da locker 1000 oder mehr km zusammen)
-Standmiete ( zZt ca. 25o € pro lfd. Meter)
-Licht kostet extra
+ plus
Einkaufskosten der Ware ! Plus Zoll bei Nicht-EU-Anbietern ! Plus Versand ( wenn Anbieter nicht aus Europa )
Der "arme" Chinese, Marokkaner oder Rumäne muß da erst mal 1.500 bis 2.500 € hinblättern bevor er auch nur eine Stufe verhökert. Ist es da nicht zu verdenken, daß da mancher seine Schätze verkaufsfördern aufpäppelt !
(früher haben die Pferdehändler ihren Tieren geringe Mengen Arsen zum Fressen gegebenm damit das Fell glänzt; der Türke aufm Markt giesst ständig Wasser übern Salat, das sieht besser aus und macht schwerer; schon Michelangelo hat Fehler an seinen Bildhauereien mit Steinmehl zugeklebt - alles, alles schon dagewesen - UND WIRD GEKAUFT ! )
Oder man muß eben das Sortiment erweitern mit Schmuck, Perlen oder gezüchteten Kristallen - es wird dafür bestimmt Käufer geben. Die Praxis zeigts.
Ich bin sicher, daß sich irgendwann mal "echte" von " den "gewöhnlichen" Bören trennen werden. So sollte es und könnte es auch sein.
Aber - dann muß man halt auch damit leben, daß es dann auf diesen "echten Sammlerbörsen " halt ein Überangebot an eigenen Funden geben wird: Calcit, Calcit, Calcit, Quarz, Quarz, Achate, Rockenberger Sandrosen und vielleicht n paar Mikros von den deutschen Halden.
Aber nen chinesischen Fluorit muß man dann trotzdem in München, Sainte Marie, Stuttgart oder snstwo auf ner großen Börse kaufen - und verdammt nochmal - vorsichtig sein !
Wie gesagt - und dieser Artikel ist viel länger geworden als ich wollte - keiner zwingt Euch, Schrott zu kaufen !
Noch`n Nachsatz: Es sind bei Gott nicht nur die Rumänen, Chinesen, Pakistaner etc.: Ich könnte Euch ad hoc auch "renommierte" deutsche Händler nennen, die bewußt Fälschungen verkaufen ! Besonders, wenns um seltene Mineralien geht, die angeblich analysiert sind ! Für viel Geld !
collector