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Eifel, Mendig - Bestimmungsfrage

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IntronX:
Hallo,

danke an alle für die Beiträge!

Hat jemand die Ausgabe der Mineralien Welt in welcher dieser Artikel enthalten ist?:
"KOHORST, P. (1999): Neufund im Zechsteindolomit von Altenmittlau Erstnachweis von Cuproadamin bzw. Zn-Olivenit. Min.-Welt 10, H.6, S.19, Haltern."

Ebenso hätte ich gerne den Artikel aus dieser Mineralien Welt:
"Gerstenberg, A. & M. Reinhardt (2017). Nicht nur Azurit - die Mineralien von Altenmittlau im Spessart. Min.-Welt, Jg.28, H.5, S.43-59."

Ich würde gerne wissen, wer die damalige Untersuchung durchgeführt hat:
"Ende 1998 konnten die apfelgrünen Krusten nunmehr analytisch untersucht werden. Der Nachweis durch eine EDS-Analyse ergab als Bestandteile Arsen (39 %), Kupfer (32 %) und überraschenderweise einen relativ hohen Anteil an Zink (29 %). Für eine Untersuchung mittels RDA reichte das Material leider nicht aus."
Quelle: https://www.mineralienatlas.de/?l=384

Leider weiß ich zwar nicht was eine RDA-Analyse an Material beansprucht, aber wenn möglich bin ich gerne bereit ein Stück der Stufe herzugeben. Immerhin handelt es sich hier um einen der bekanntesten Fundorte für Azurit in DE.

@ Harald:
Eine 100% korrekte Beschriftung wäre natürlich schön für das Sammlerherz. In erster Linie geht es mir aber um wissenschaftliche Aufklärung. Mit Analytik habe ich mich bisher noch gar nicht so richtig befasst. Jede Möglichkeit einer Analyse ist ein großer Sprung für mich.

PS: Kann man den Thread ab dem Offtopic-Absatz in ein eigenes Thema aufspalten? Gehört ja alles nicht mehr in die Eifel..


Gruß
Lars

guefz:
Zur Raman-Spektroskopie ist noch zu ergänzen, dass die Banden der Molekülgruppen wie z. B. Arsenat, nicht vollkommen unabhängig von den daran hängenden Kationen sind. Bei Mischreihen gibt es zwei Effekte häufig in den Spektren zu beobachten: entweder der Peak wandert mit der wechselnden Zusammensetzung von der einen Endglied-Position zur anderen Endglied-Position oder man hat zwei Peaks, deren Intensität zwischen den Endgliedern wechselt (einer höher, der andere niedriger). Wenn ich das richtig im Kopf habe, ist beim Übergang von Olivenit über Zink-Olivenit zu Adamin der zweite Fall gegeben. Wo dann bei solchen Spektren die Grenzen der definierten Zusammensetzung liegen, lässt sich mit einfachen Geräten nicht bestimmen. Da ist dann definitiv EDX o. ä. als Ergänzung erforderlich. Raman gibt dir Information über die Kristallstruktur und bestimmte Molekülgruppen und EDX ergänzt das mit der chemischen Zusammensetzung. Beides zusammen ist häufig, aber nicht immer ausreichend zur Bestimmung. Falls es dich irgendwann mal nach Köln verschlägt, kann ich dir das gerne auch mal live zeigen.

bis denn

Günter

Axinit:
Servus allerseits,

Fabian99 & guefz haben natuerlich voellig recht: das Schwingungsspektrum (Raman oder IR) eines Festkoerpers spiegelt natuerlich alle vorhandenen Atome bzw. Ionen, Bindungen und Wechselwirkungen, Symmetrieelemente,  quantenmechanische Auswahlregeln usw.  wieder.

Auch wenn sich spezifische Molekuelschwingungen als Funktion von Gegenionen aendern koennen,  sind Schwingungsspektren jedoch keine elementsspezifische Analysenmethode.

Es ist sicher moeglich, Vergleichsspektren von verschiedenen, zinkhaltigen Oliveniten mit genau bekannter Zusammensetzung aufzunehmen und diese Ergebnisse dann mit vergleichbaren, an der Probe von Lars gemessenen Spektren zu korrelieren. Der hierfuer notwendige Aufwand ist allerdings prohibitiv und vermutlich nur im Rahmen einer Forschungsarbeit zu stemmen.

Wie auch immer, ein korrektes Analysenergebnis – ob zur Mineralbestimmung oder zur Charakterisierung eines Festkoepers oder allgemein einer chemischen Verbindung - erfordert fast immer den Einsatz mehrer analytischer Methoden.

Auch zur Auswertung  von Roentgenbeugungsdaten ist der Einsatz elementspezifischer Methoden wichtig und meist unerlaesslich. Ohne Kenntnis der quantitativen Elementzusammensetzung kann auch die Interpretation von P-XRD- oder S-XRD-Daten problematisch sein (einfaches Beispiel : eine OH- Gruppe oder ein Fluorid-Anion lassen sich per Roentgenbeugung oft nicht sicher unterscheiden).

Fazit: um belastbare und aussagekraeftige  Analysenergebnisse zu erhalten,  braucht man Geduld, sehr viel Sachkenntnis und meist auch mehr als eine Analysenmethode  ;).

GA
Harald



Fabian99:
Moin, wir sind uns mehr als einig!

Aber lass mich eine wichtige Zutat in die Runde werden: GMV und Skepsis.
GMV = gesunder Menschenverstand oder Ockham's Rasiermesser.

Skepsis ist bei jeder Analyse angebracht. Ich habe gerade eine massenspektroskopische Analyse gesehen, die aus einem Abfall durch Interferenz eine Mine für Elemente der Platingruppe gemacht hat.

LG

IntronX:
Hallo,

nochmals vielen Dank für all die nützlichen Infos! Ich musste jetzt erstmal eine Nacht drüber schlafen und alles verinnerlichen.  :D

@ Günter:
Auf das Angebot komme ich sehr gerne zurück! Köln ist eine meiner liebsten Städte in Deutschland, und immer wieder einen Besuch wert. Außerdem liegt Köln nur knapp 1 1/2 Stunden Autofahrt von mir entfernt (bei flüssigem Verkehr). Ich würde vorschlagen, die Stufe geht demnächst in genauere Untersuchung (EDX/etc.), und im Anschluss erstellen wir dann bei Dir ein authentisches Raman-Spektrum, mit allem was dazu gehört. Dabei können wir ja ein bisschen über Zeolithe fachsimpeln und evtl. ein paar Stücke tauschen.  :)

PS: Falls jemand die oben erwähnten Ausgaben der Mineralien Welt hat und mir einen Auszug der Artikel zukommen lassen würde, wäre ich sehr dankbar! Einfach per PM anschreiben bitte.


Glück auf!
Lars

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