Wem der folgende Teil zu chemisch oder laborbezogen ist, möge drüber weglesen.
Die Reinigung mit gepuffertem Na-Dithionit möchte ich etwas genauer beschreiben, da im Forum verschiedene Versionen zu finden sind,
bei denen z.T. Säure und Salz der Säure verwechselt werden oder Molaritäten ignoriert werden.
Auch wird oft nicht unterschieden, ob es wasserfreie Stoffe sind oder Wasser eingebunden ist.
Das ändert das Molekulargewicht und macht Gramm-Angaben sinnlos.
ein paar Ergänzungen zur Begriffsklärung:
Säure:
Zitronensäure, citric acid C
6H
8O
7 MW.: 192,13 g·mol
−1 (wasserfrei)
Citronensäuremonohydrat C
6H
8O
7 · H
2O MW.: 210,14 g·mol
−1 (Monohydrat)
Salze der Säure:
Trisodium citrate C
6H
6Na
3O
7 MW.: 258.06 g·mol
−1 (wasserfrei)
(Natrium-Citrat, Trinatriumcitrat)
Trisodium salt of Citric Acid C
6H
5Na
3O
7 * 2 H
2O MW.: 294.10 g·mol
−1 (di-Hydrat)
(tri-Natriumcitrat-Dihydrat)
Das Molekulargewicht steht auf der Chemikalienpackung. Die Angabe MW.: xyz g·mol
−1 besagt,
wieviel Gramm in einem Liter H
2O gelöst sein müssen, um eine einmolare (1 M ) Lösung zu erhalten.
Eine molare Angabe (
Stoffmenge) für einen Puffer hat den Vorteil, daß man darüber und das Molekulargewicht
immer die notwendige Gramm-Angabe ausrechnen kann, unabhängig ob das Salz wasserfrei ist oder Kristallwasser enthält.
Natriumdithionit zerfällt in gelöster Form unter Bildung von schwefliger Säure.
Wässrige Dithionit-Lösung ist nur zeitlich begrenzt in
alkalischen pH-Bereich stabil.
Deshalb ist es sinnvoll, daß Salz der Zitronensäure zu verwenden und nicht Zitronensäure, da die Lösung sauer ist,
das Dithionit sofort zersetzt oder
massiv gepuffert werden muss.
Ich musste zunächst ein Protokoll finden, das mir vertraute Angaben enthält.
Kurz und knackig beschreibt es
Uwe L. in dem Thread "chemische Reinigung" mit der
Waller'schen Lösung.
(den thread
chemische Reinigung hatte ich 2011 selber angefangen.)
Uwe's Angaben decken sich mit noch genaueren Angaben in einem paper:
A method for chemical reduction and removal of ferric iron applied to vertebrate fossils
Stanley D. Blum , John G. Maisey & Ivy S. Rutzky
Pages 119-121 | Received 24 Oct 1988, Accepted 30 Nov 1988, Published online: 24 Aug 2010
Ich habe die entscheidende Seite mit der
Waller'schen Lösung als pdf angehängt.
Das ganze paper kann ich wohl wegen des copyrights nicht anhängen.
Mit den Angaben von Summenformel und Gramm konnte ich endlich etwas anfangen.
Damit konnte ich das Molekulargewicht raussuchen und die Molarität ausrechnen:
Zunächst wird eine Stock-Lösung angesetzt, die stabil ist und lange aufbewahrt werden kann:
Stock:
In 800 ml Dest.-Wasser (oder demineralisiertes Wasser) lösen
71 g C
6H
5Na
3O
7 * 2 H
2O Trisodium salt of Citric Acid (tri-Natriumcitrat-Dihydrat) (MW.: 294.10 g/mol) entspricht etwa 0,25 M
8,5 g NaHCO
3 Natriumhydrogencarbonat (Natron, Natriumbikarbonat ) (MW.: 84,01 g/mol) entspricht etwa 0,1 M
nach dem Lösen auffüllen auf 1000 ml mit Dest.-Wasser (oder demineralisiertes Wasser).
Durch das Natriumhydrogencarbonat ist die Lösung auf etwa pH 8.0 gepuffert ( pH ist immer abhängig von Temperatur und Luftdruck)
Unmittelbar bei Anwendung zugeben:
pro 50 ml stocksolution 1 g Na
2S
2O
4 Natriumdithionit (wasserfrei !!)
MW.: 174,11 g/mol, das entspricht etwa 0,1M (reduziert Fe3+[ferric iron] zu löslichem Fe2+[ferrous iron])
Schenkt man dem paper Glauben, bleibt das Dithionit bis zu 12 Stunden reaktiv.
Dann sollte die alte Lösung entsorgt werden und die nächste Wäsche muss wieder frisch angesetzt werden.
Ich habe die ganze Prozedur im Labor unter dem Abzug gemacht.
Ich habe die Probe mit einem kleinen Magnetrührstäbchen so in ein größeres Becherglas gelegt,
das sie sich nicht berühren und mechanische Schäden entstehen.
Anschließend rühren auf einem
Magnetrührer.
Durch das Rühren löst sich das zugefügte Dithionit-Pulver auch sehr schnell.
Ein Magnetrührer ist im normalen Haushalt leider nicht zu finden.
Vielleicht haben noch mehr User Zugang zu Laborausrüstungen.
Das Rühren verkürzt die Lösungszeit erheblich !
Habe die Lösung nur 2 x 2 Stunden angewendet.
Danach über Nacht waschen in Dest.-Wasser (oder demineralisiertem Wasser) zum Entfernen der Pufferlösung.
Danach über Nacht waschen in Propanol-2 (Isopropanol, Isopropylalkohol) zum Verdrängen des Wassers.
Abtropfen lassen und 2 Tage in einem 37°C-Brutschrank trocknen lassen.
Haarlack hatte ich oben schon erwähnt.
Gruß
Norbert
P.S.: Die Beschreibung zur Pufferzubereitung ist eigentlich ehr allgemein und bezieht sich nur wenig auf die Markasitknolle,
um die es eigentlich in diesem thread ging.
Es gibt noch einen älteren thread "
Puffermischung für Na-Dithionit ?", wo das vielleicht eher hingehört.
Ich überlege mir noch eine Verknüpfung.