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Bernstein - Mineral ?????
Schluchti:
Nun, als Jurist steht es mir nicht zu, meine laienhaften Anschauungen zu diesem Thema ernsthaft in diese Diskussion einzuwerfen.
Jedoch wird für mich, als Vertreter einer sog. "unexakten Wissenschaft" hier ein altbekanntes Problem deutlich: das Ringen um allgemein anerkannte Definitionen. Wie schon verschiedentlich angeklungen ist, ist die Einordnung einer Substanz als "Mineral" eben gerade keine von der Natur vorgegebene Kategorie, sondern eine durch Menschen erschaffene bloße Begrifflichkeit, die der systematischen Erfassung bestimmter Substanzen unter einen gemeinsamen Oberbegriff dient.
Die Definition von "Mineral" variiert in Nuancen daher selbstverständlich in dem Maße, wie es verschiedene (subjektive) Sichtweisen zu diesem Begriff gibt. Man darf nur nicht in den Glauben verfallen, hier mit naturwissenschaftlichen Methoden, die einer sog. "exakten Wissenschaft" grds. zu eigen sind, zum Ziel gelangen zu können. Auch wenn ich die Mineralogie grds. eher den "exakten Wissenschaften" zuordnen würde, läßt sich diese Einordnung doch nicht für alle Teilbereiche durchhalten, was gerade bei diesem Problem besonders greifbar wird. Hier spielen philosophische und persönliche Überzeugungen eine nicht unerhebliche Rolle.
Zwar wird sich hier möglicherweise irgendwann eine "herrschende Ansicht" herausbilden, aber eine solche kann in der Wissenschaft natürlich keinen verbindlichen Charakter haben, wenn sie sich nicht jederzeit zwingend aus der Natur ableiten läßt. Und das ist bei bloßen Begrifflichkeiten meist gerade nicht der Fall, da diese nur geistige Kategorien sind.
In den Standardwerken der Juristerei werden daher zu solchen umstrittenen Problemen, die man mit guten Argumenten so oder so sehen kann, die verschiedenen Ansichten dargestellt, man ist jedoch bei wissenschaftlicher Arbeit stets frei, mit entsprechender Begründung der einen oder anderen Ansicht zu folgen.
Also, lange Rede, kurzer Sinn: Es ist m.E. müßig, die absolut gültige Definition eines "Minerals" finden zu wollen. Es handelt sich nur um einen gewillkürten Begriff, der nicht von der Natur vorgegeben ist, das sollte man nie vergessen. Also sollte man m.E. lieber die kontroversen Ansichten darstellen, und es jedem selbst überlassen, welcher Meinung man nun folgt. Auch wenn es eine IMA oder sonstwen gibt, mehr als (wenn vielleicht auch gute) Argumente für ihre Ansicht haben die auch nicht und wo ein Argument, da auch ein Gegenargument. Da ist das alte Dilemma der Eristik.
rheinkiesel:
Hallo,
damit die Sache nicht ganz in Vergessenheit gerät, habe ich mir erlaubt die Bernstein-Seite ein bißchen mit Informationen zu füllen. Auf den strittigen Status habe ich hingewiesen, vielleicht möchte noch jemand was hinzufügen...?
Gruß
rheinkiesel
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