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Bernstein - Mineral ?????
Krizu:
--- Zitat von: Collector am 06 Jul 05, 12:29 ---
Aber auch Alterung, Druck, Hitze und chemische Lösungen sind per se keine geologischen Prozesse - sie sind allesamt auch bei biogenen Prozessen beteiligt ! Wenn dem so wäre, müssten wir den lieben alten Weinstein, Muschelschalen und diverse andere, nicht anthropogene Substanzen wieder ins Reich der Mineralien aufnehmen.
In diesem Sinne mit Wünschen zum weiteren fröhlichen Bernstein-Raten
--- Ende Zitat ---
Neue dumme Frage:
Diamant ist ein organisches Material, welches durch Druck entstanden ist.
Kein Mineral?
Bernstein ist ein organisches Material, welches Lagerung über geologische Zeiträume (>1Mio Jahre bis ca 130Mio Jahre) chemische Veränderungen erfahren hat.
Ein Mineral?
Ich gebe Dir recht, das Problem ist die Definition des Begriffs "Mineral". Selbst bei so einfachen Dingen wie "Kristall" scheiden sich die Geister.
MfG
Frank
rheinkiesel:
--- Zitat von: Collector am 06 Jul 05, 12:29 ---Es scheint, daß sich hier eine unendliche Geschichte ergibt.
Das Internet ist gefüllt mit diesem Thema, der allgemeine Tenor ist "Kein Mineral ".
Die eigentliche Misere ist, daß sich auch die Wissenschaftler bis heute nicht einig geworden sind; aus diesem Grunde die Aktivitäten der IMA-Arbeitsgruppe WGOM ( working group on organic minerals), deren Abschlußbericht zum Bernstein trotz mehrjähriger Arbeit bisher leider noch nicht vorliegt.
(Interessant, daß der Leiter dieser Gruppe, Dr. Vavra / Wien, Paläontologe ist ! ::)
Die Problematik ist primär nicht ......... ob Bernstein oder Kohle, Perlen oder Nierensteine, Weinstein oder Schlackenprodukte Mineralien sind, sondern die eindeutige Definition des Begriffs "Mineral ".
(es gibt da eine sehr gute Seite in deutsch, wo jemand sich die Mühe gemacht hat, das Wirrwar und die Vergleiche der unterschiedlichen Anschauungen nach aktuellem Stand aufzuarbeite: www.christoph-lenz.de/vu/mineralogie.htm.
Besser kann man es nicht darstellen.
--- Ende Zitat ---
Hm, der Link gehr bei mir leider nicht auf !? ???
Ich habe allerdings den Eindruck, daß es kaum zu einer "Einigung" kommen kann.
Wie könnte man das jetzt angehen..
1. Wir könnten abstimmen - aber Demokratie und Wissenschaft geht nicht immer zusammen...
2. Wir könnten die Sache im Sande verlaufen lassen, also erstmal gar nix tun - z.B. bis die IMA sich äußert
3. Wir könnten beide Sichtweisen im Lexikon darstellen und jeder kann dann seine Entscheidung selbst treffen.
Ich finde No 3 eigentlich am Besten. ;)
Prinzipiell denke ich auch, daß der Mineralien-Begriff neu definiert gehört, aber manchmal läßt sich die Natur eben nur schwer in irgendwelche Definitionen pressen.
Ich finde übrigens in diesem Zusammenhang den Begriff "biogene Mineralien" auch sehr interessant: Zähne, Muschelschalen, Kieselalgen-Skelette...
Ok, ich schweif mal wieder ab. ;D
Bin ja mal gespannt, wie´s weiter geht.
Viele Grüße :D
Cordula
berthold:
Hallo,
der Link lautet richtig:
http://www.christoph-lenz.de.vu/mineralogie.htm
ich hatte in meinem zweiten Beitrag daraus zitiert aber unter URL:
http://www.geoberg.de/text/geology/05020301.php
Gruß
Berthold
giantcrystal:
Dabei ist es doch so einfach :
Zunächst schmeissen wir den Bernstein raus, ist sowieso umstritten
Und weil wir gerade dabei sind, auch noch ein paar andere ominöse, organische Substanzen.
Dann noch Quecksilber, denn das ist flüssig. Und wenn man lang genug wartet, auch verdampft !
Amorphe Mineralien haben onehin keine schöne Kristallstruktur : weg damit
und schließlich noch ein paar "man made minerals", wie Schlackenmineralien und Haldenbrandbildungen
Das ganze sind maximal 5 % aller bekannten Minerale, der Schwund ist also durchaus zu verkraften und in wenigen
Jahren durch Neubeschreibungen wieder aufgefüllt.
...Und schon haben wir eine saubere Definition für den Mineralbegriff : "Ein Mineral ist eine anorganische, feste kristalline Phase natürlicher Herkunft"
Ist doch was, oder ?? Einfach und klar...
Nicht ganz ernst gemeint
Glück Auf
Thomas
berthold:
Hallo Thomas,
auf den ersten Blick wäre so eine Definition schon sinnvoll. Aber eben nur auf den ersten Blick. Denn mit jeder Definition greifen wir wieder auf andere Definitionen zurück - und sobald eine ungenaue oder umstrittene dabei ist, schon haben wir ein Problem. Beispiel "anorganisch". Die chemische Zweiteilung in organisch/anorganisch hätte man gerne auf Kohlenstoff-Gehalt (wenn C enthalten, dann organisch) begrenzt, dann wären aber Calcit oder Diamant organisch. Also muss ein Sack voll Ausnahmen her und dann kann man streiten, ob z.B. Fullerene organisch oder anorganisch sind. Auch "feste" Phase ist nicht so einfach: Bei welcher Temperatur fest, was ist überhaupt fest, ist ein Pulver fest ?
Gruß
Berthold
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