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Autor Thema: Fundortfrage an Achatauskenner  (Gelesen 2730 mal)

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Offline dendrocopos

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Fundortfrage an Achatauskenner
« am: 13 Jan 21, 17:26 »
Hallo Sammlergemeinde,
für beiliegenden Achat wird der Fundort gesucht. Eigentlich ziemlich markantes Material aber ich habe keinerlei Anhaltspunkt. Die Scheibe ist etwa 20cm hoch. Kann hier jemand weiterhelfen? Leider habe ich die Bilder nur sehr klein bekommen. Ich hoffe das klappt jetzt.

Glück auf!
Frank

Offline dendrocopos

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Re: Fundortfrage an Achatauskenner
« Antwort #1 am: 13 Jan 21, 17:27 »
Und hier noch einige Detailbilder.

Offline rudi_strolz

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Re: Fundortfrage an Achatauskenner
« Antwort #2 am: 14 Jan 21, 23:22 »
Ich würde in die Freisener Gegend tippen.

Offline felsenmammut

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Re: Fundortfrage an Achatauskenner
« Antwort #3 am: 15 Jan 21, 00:52 »
Glück Auf!

Wie ist die Beschaffenheit von dem Achat? Ist es durchgehend kompakter, fester Chalcedon oder gibt es da Bänder oder Abschnitte mit weicherem Material, Tendenz Calcitachat, mit matter Politur, ausgeschliffenem Relief und sogar brösligem Verhalten? Lässt sich zeitlich abschätzen, wann das Stück gefunden wurde oder in die Sammlung kam?

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline dendrocopos

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Re: Fundortfrage an Achatauskenner
« Antwort #4 am: 15 Jan 21, 08:11 »
Glück auf!
Die Scheibe wurde von einem befreundeten Sammler vor etwa 15 Jahren schon ohne Fundortangabe gekauft. Sie ist ca.6mm stark und von beiden Seiten auf Hochglanz poliert. Das sagt sicher schon einiges zur Stabilität.  Sie besteht komplett aus Chalcedon/Quarz/Achat. Kaum rissig ohne weichere  Bestandteile.

Glück auf!
Frank

Offline felsenmammut

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Re: Fundortfrage an Achatauskenner
« Antwort #5 am: 15 Jan 21, 10:00 »
Glück Auf!

lässt sich in Erfahrung bringen, wo das Stück erworben wurde? Bei derart hochverkieseltem/-achatisiertem Material fallen mir zwei Fundregionen ein. Im Klodzkotal und den nördlich gelegenen Kiesgruben gibt es große Jaspis/Achatgerölle, die von zahlreichen isolierten Achatbildungen durchsetzt sind. Von der Gesamtgröße wären 20 cm kein Problem, aber alles was ich bisher gesehen habe, hat nicht so dicht liegende Achatkammern. Der Ursprung ist sicherlich mit Klodzkotal zu umrahmen, aber Aufschlüsse mit anstehendem Material sind mir nicht bekannt. Seltene Elbegerölle bestehen aus dichliegenden einzelnen Achatkammern. Alles was ich bisher gesehen habe, besteht eigentlich nur aus Achtbänderung, ggf. noch Jaspachat, aber ohne Quarzkammern und ohne Zwischenräume zwischen den Achaten. Ursprung dieser Achatbildungen ist nicht sicher, könnte aber in Richtung der Vorkommen der Eisenjaspise gehen. Alternativen sind sehr gut möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline felsenmammut

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Re: Fundortfrage an Achatauskenner
« Antwort #6 am: 17 Jan 21, 00:52 »
Glück Auf!

vom Aussehen her würde ich ja eine Beteiligung einer Pseudmorphisierung oder Perimorphisierung vermuten, wodurch die abgetrennten Kammern entstanden sind. Es sind keine scharfen Begrenzungslinien zu sehen, was erst einmal nicht viel bedeuten muss. Es ist gut möglich, dass die räumliche Fixierung der Kristallgeometrie oder Bruchstücke erst einsetzte, als schon einiges an Mineralsubstanz weggelöst wurde. Es sind einige große Trendlinien in dem Stück zu sehen. Dass lässt die ehemalige Anwesenheit einiger großer Kristalle vermuten. Baryt, Fluorit, Calcit sind Minerale, die häufig große Kristalle bilden und auch häufig in der Parageneseabfolge zeitlich vor einer Achatbildung entstehen.

Ist das Stück an den Seitenkanten frisch gebrochen, so dass von einem Festgesteinsabbau, bzw. Festgesteinsaufschluss auszugehen ist oder ist es rundgelutscht und lässt eher auf einen Geröllfund schließen?

In der Mineralienwelt erscheinen doch immer Beiträge zu Achaten. Es würde mich ja erstaunen, wenn die Fundstelle da noch nicht dabei war. Vielleicht lässt sich die Redaktion vom Anblick des Stücks motivieren, eine kleine Recherche ihrerseits anzuschieben, um dem attraktiven Achatmaterial und dem Fundort einen Beitrag zu widmen.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline Klaus Schäfer

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Re: Fundortfrage an Achatauskenner
« Antwort #7 am: 17 Jan 21, 11:41 »
Hallo Leute,

Mich erinnert das Material an Australian Lace Agate vom Roy Hill in Western Australia. Insbesondere die rasterartig angeordneten, kleiteiligen Achatbilder sind typisch. Ich habe mal ein paar Vergleichsbilder angehängt.

Australien/Western Australia/Pilbara/Roy Hill
Fundortfrage an Achatauskenner
Australien/Western Australia/Pilbara/Roy Hill
Fundortfrage an Achatauskenner
Australien/Western Australia/Pilbara/Roy Hill
Fundortfrage an Achatauskenner
Australien/Western Australia/Pilbara/Roy Hill
Fundortfrage an Achatauskenner


Ich hoffe, ich konnte helfen, Klaus

Offline quarza67

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Re: Fundortfrage an Achatauskenner
« Antwort #8 am: 17 Jan 21, 12:15 »
Hallo an alle Achatfans,

ich bin bei Carsten und würde auch Freisener Gegend vermuten.

Deutschland/Saarland/St. Wendel, Landkreis/Freisen/Freisener Höhe/Ackerfunde
Fundortfrage an Achatauskenner


Viele Grüße von Beate
« Letzte Änderung: 17 Jan 21, 12:47 von guefz »

Offline dendrocopos

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Re: Fundortfrage an Achatauskenner
« Antwort #9 am: 17 Jan 21, 12:23 »
Vielen Dank für die Hinweise. Aus einem anderen Portal habe ich beiliegendes Foto bekommen. Dieser Achat ist aus Schlottwitz. Habe ich so noch nie gesehen. Sehr interessantes Stück und auch sehr ähnlich.
Glück auf!
Frank

Offline felsenmammut

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Re: Fundortfrage an Achatauskenner
« Antwort #10 am: 18 Jan 21, 02:32 »
Glück Auf!

Das ist ein bemerkenswertes Stück Achat von Schlottwitz. Soetwas ist mir noch nicht untergekommen. Da nun ein vielversprechendes Vergleichsobjekt bekannt ist, kann ich noch einen Test vorschlagen. Unter kurzwelligem UV-Licht zeigt Quarz und Achat/Chalcedon manchmal Fluoreszenz. Häufig ist die Fluoreszenz an einzelne Stadien gebunden, auch wenn die polystadiale Genese eher monominerlisch ausfällt. Dadurch kann es sein, dass nur einzelne Achatbänder oder Quarzlagen fluoreszieren, die man im Normallicht nicht unbedingt als Bildungsstadium abgrenzen würde. Manchmal stehen die fluoreszierenden Bestandteile auch am Anfang oder Ende eines Stadiums. Ein Vergleich des Fluoreszenzverhaltens kann als Indiz gewertet werden. Leider taugt der Test nicht als Beweis, weder zur Bestätigung noch zur Ablehnung. Quarz fluoresziert vor allem in einem Neongrün, üblicherweise verursacht durch geringste Mengen Uran im Kristallgitter. Verschiedene Fundstellen können die gleiche Fluoreszenz zeigen. Die zur Fluoreszenz benötigten geringen Uranmengen können aus verschiedenen Quellen (Gesteinen) mobilisiert werden. Bei ähnlicher polystadialer Genese verschiedener Fundstellen, kann es beiderorts zu einer fluoreszierenden Quarz- oder Chalcedonschicht kommen, die sich in die gleiche Abfolge von Mineralbildungen einordnet. Diese Ähnlichkeit der Mineralabfolge verleitet dann zu der voreiligen und unbedachten rekonstruierten Fundortzuordnung. Letztlich ist es das immer wiederkehrende Übel der verlorengegangenen Fundortangaben zu einem Fundstück, hier nur eben in Fluoreszenzfarben. Die uranhaltigen Quarz-/Chalcedonbänder sind üblicherweise eisenarm (kein Hämatit, Goethit) und nicht rot gefärbt. Die eindeutige Ablehnung einer Fundortvermutung bei unterschiedlichem Fluoreszverhalten scheitert an dem Umstand, dass die Abfolge von Mineralbildungen nicht über ein ganzen Vorkommen konsistent sein muss. Da kann auch mal eine Abfolge fehlen oder anders ausgebildet sein als üblich.
Schlussendlich sprechen Gemeinsamkeiten tendenziell für ein gemeinsames Vorkommen, Unterschiede tendenziell dagegen.

Mit einem Kathodenlumineszenzmikroskop ließen sich noch detailliertere Untersuchungen anstellen, um Gemeinsamkeiten oder Unterschiede zu finden. Die Motivation dürfte aber schon mit dem Willen zur Bereitstellung von repräsentativem Probenmaterial aufgebraucht sein.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

 

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