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Autor Thema: aus dem Rhein bei Basel: granitischer Stein  (Gelesen 14053 mal)

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Offline vanderheide

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aus dem Rhein bei Basel: granitischer Stein
« am: 15 Feb 21, 13:17 »
Guten Tag,
Dieser Stein wurde in dem Rhein bei Basel gefunden. Mohshärte: 6-7. Strichfarbe: Grauweiss. Der Glanz nach dem 3000-Korn-Schliff: Glasglanz. Farbe: gelblichgrün, schwarzgrün, teilweise rötlich. Stellenweise hat er Auflösungserscheinungen (davon kann ich noch Details anfügen). Zwei weitere Detailfotos von 20 mm hinzugefügt.
Habe ich es hier mit Epidot zu tun?
Herzlichen Dank für Hinweise.

Gruss
Hans
« Letzte Änderung: 19 Mar 21, 16:29 von guefz »

Offline Tycho88

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Re: aus dem Rhein bei Basel
« Antwort #1 am: 15 Feb 21, 22:03 »
Hallo Hans,

ich bin eher Stein-Anfänger aber dein Stein hat mich neugierig gemacht. ich versuche  mal zu sagen was ich sehe..  Falls ich Falsche liege, bitte um  Berichtigung... (für mich ist es Übung)

- nach dem ersten Bild würde  ich es als Metamorphes Gesten einorden, anhand des Quarz Verlaufes
- das rötliche ist Granat
- das  grünliche würde ich nicht als Epidot zuorden wollen, da Epidot eher ins Pistaziengrün gehen sollte.  Würde ich eher Richtung Chlorit, Pyroxen od Amphibol zu ordnen.  Tendiere gefühlsmäßig zu Amphibol aber da habe ich zuwenig Praxiserfahrung
- Mohshärte sollte nach meinem Kenntnisstand bei einem Gestein nicht allzu viel Aussagekraft haben.


Mit welcher Art von Metamorphgestein tue ich mich (sehr) schwer.
- kein Schiefer ..Schieferung kann ich nicht ausmachen
- Gneis ?? Könnte sein aber da sollte mehr Bänderung zu sehen sein ?
- wenn es keins von den beiden ist, sollte es ein Granofels sein ????

ich bin neugierig..wer weiß mehr

Gruß  Chris



« Letzte Änderung: 15 Feb 21, 23:08 von Tycho88 »

Offline vanderheide

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Re: aus dem Rhein bei Basel
« Antwort #2 am: 16 Feb 21, 07:38 »
Hallo Chris, Danke für die Antwort. Ich gebe kurz wieder, was ich auch so beobachte und was ich meine: es ist anders.
Metamorphes Gestein - sehe ich auch so.
Quarz-Verlauf: Das sind zwei Beobachtungen. Quarz, wie so? Verlauf: ist ein Verlauf eine Charakteristik für metamorphes Gestein?
Granat - rötliche Stellen. Das dacht ich mir anfänglich auch. Ich dachte an Pyrop, aber es ist eine Verfärbung und kein Granat, die sehen anders aus.
Epidot ist nicht zwingend und ausschliesslich Pistazienfarbig. Im Allgemeinen kann man es so nennen. Da gibt es Unterschiede.
Auf keinem Fall trifft diese Färbung zu für Chlorit, Pyroxen oder Amphibol.
Mir ist klar, bei einem Gestein spricht man normalerweise nicht von der Mohshärte. Dennoch ist die Härte ein Merkmal. Meine Schleifscheiben unterscheiden nicht zwischen Gestein oder Mineral und die Stahlspitze, mit der ich ritze, zeigt eindeutig die Härte des Steines. Nach meiner Einschätzung ist es eindeutig ein Silikat.
Schiefer ist es gewiss nicht. Der Stein hat keine Lagen, sondern hat als Masse eine Torsion erfahren. Ganz ähnlich, wie es auch bei Gneis beobachtbar ist. Da gibt es viele Beispiele von Steinen, die wir nicht Gneis nennen würden, aber deren Gestaltung ähnlich ausschaut.
Ich bin auch neugierig nach weitere Bestimmungen!
Zu der rötlichen Färbung ein extra Bild.
Gruss
Hans
« Letzte Änderung: 18 Feb 21, 10:15 von vanderheide »

Offline vanderheide

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Re: aus dem Rhein bei Basel
« Antwort #3 am: 16 Feb 21, 09:23 »
Guten Morgen,
Hier noch drei Detail Aufnahmen.
Es gab anfänglich beim Schleifen, rote Einschlüsse. Sie waren zu stark rot, als dass diese Pyrop sein konnten. Beim Schleifen fiel mir auf, dass sie gar ein wenig den Schlick verfärbten (siehe Pfeil auf Foto). Solche Verfärbungen gibt Pyrop nie, auch der Granat Almandin färbt nicht, sondern bleibt weisslich.
Hämatitreiche Steine verfärben stark rot.

Rechts habe ich eine Aufnahme vom Schlick = die Strichfarbe dieses Steines.

Offline Brodi69

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Re: aus dem Rhein bei Basel
« Antwort #4 am: 16 Feb 21, 17:09 »
Hallo Hans

Da der Rhein unter Berücksichtigung der Eiszeiten alle Steine aus dem alpinen Raum - also auch aus dem Wallis - umfassen kann, ist es so gut wie unmöglich, ab einem Foto das Gestein zu bestimmen. Die genannten roten Stellen halte ich für Eisenoxid - Limonit bis Hämatit, also nichts besonderes. Wie sah er aus, als du in gefunden hast? Wenn er aussenherum "rostig" erschien und die grüne Farbe erst durch das Schleifen bekommen hat, könnten Amphibole von der Partie sein, wenn nicht gehen meine Gedanken eher Richtung Gabbro, aber auch nur bedingt. Es gibt so viele Möglichkeiten und Mischgesteine, dass du vermutlich nicht wirklich eine verlässliche Antwort erhalten wirst... aber ich bin ja auch kein Geologe...

Anbei noch mit Weissabgleich...

Grüessli
Christian

Offline vanderheide

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Re: aus dem Rhein bei Basel
« Antwort #5 am: 16 Feb 21, 20:41 »
Hallo Christian,

Nun, wenn er auch ein Epidot wäre, wäre er nichts besonders.
Richtig: im Rhein kommt alles zusammen, dh. der Ursprung ist der Alpenraum und dieser ist schon recht vielfältig!
Ich habe den Stein nicht gefunden. Ein Basler hat ihn mir gesendet. Er tippte auf Grünschiefer, was ich nicht gelten liess, weil ich Grünschiefer recht gut kenne. Die Merkmale, die ich anfangs beschrieben habe, treffen für Epidot zu. Bleibt die Frage nach den Löchern und Einschlüssen. Ich glaube auch, dass die Einschlüsse Limonit bis Hämatit gewesen sind. Es gab nur drei piepse, kleine Einschlüsse und die sind jetzt alle weg. Aber die Löcher? Hier hat sich etwas gelöst. Ich konnte es zum Teil mit dem Stahlhaken herausnehmen. Es war sandig, körnig, korrelig und der Raum war taschenförmig.
Zum Weissabgleich: Da ist auf dem Foto mein beige Brett plötzlich weiss. Das nimmt natürlich die Farbe vom Stein weg.
Deshalb habe ich ihn nochmals in der prallen Sonne fotografiert. Ich hänge die Bilder an.
(ps. habe auch den Säuerntest mit HCL gemacht, ohne Wirkung)
Herzlichen Dank für Deine Ausführung. Mal schauen ob noch jemand sich meldet?!
Gruss
Hans
« Letzte Änderung: 18 Feb 21, 10:19 von vanderheide »

Offline docedelsachs

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Re: aus dem Rhein bei Basel
« Antwort #6 am: 19 Feb 21, 07:13 »
Serpentin verkieselter Schiefer mit Einschlüssen z. B. Eisenminerale. Die weicheren Sachen wurden aus den Taschen ausgelöst und durch feinste Flusssedimente ersetzt....

Offline vanderheide

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Re: aus dem Rhein bei Basel
« Antwort #7 am: 19 Feb 21, 10:54 »
Serpentin? Verkieselter Schiefer? Mit der Härteangabe (Stahl kratzt nicht), kann das bei Serpentin(it) nicht stimmen. Ob Serpentin verkiezeln kann? Da hätte ich gerne die Angabe, wo ich das nachlesen kann.
Gruss, Hans

Offline docedelsachs

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Re: aus dem Rhein bei Basel
« Antwort #8 am: 19 Feb 21, 13:36 »
Natürlich kann sowas verkieseln, das gibts häufig in den Alpen. Mit nen runden Stein ritz ich auch keinen Stahl...

Offline vanderheide

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Re: aus dem Rhein bei Basel
« Antwort #9 am: 19 Feb 21, 14:27 »
"Mit nen runden Stein ritz ich auch keinen Stahl..." Bitte um Erklärung
Gruss, Hans

Offline vanderheide

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Re: aus dem Rhein bei Basel
« Antwort #10 am: 19 Feb 21, 16:58 »
Hallo docedelsachs,
Was bringt das denn für Erkenntnisse? Mein Stein hat Kanten und klar: Stahl wird geritzt (siehe Bild). So wie Stahl den Stein nicht ritzen kann. Also Silizium nehmen wir an. Und weil er nun diese Färbung hat, nehmen wir weiter an: wir haben es mit einer Silifizierung eines Serpentinits zu tun. Tönt alles etwas simpel für eine Bestimmung. Danke für die Bemühung.
Gruss
Hans

Offline vanderheide

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Re: aus dem Rhein bei Basel
« Antwort #11 am: 19 Feb 21, 17:34 »
Zusatz:
Silifizierung von Serpentinite  scheint mir ausgeschlossen.
Der Serpentinit gehört zu den Ophioliten.
Silifizierung findet man bei Sedimenten oder es findet eine Metasomatose statt, wo andere Mineralien durch SiO2 verdrängt werden.
Der Grundsatz: alles kann im Alpenraum silifizieren, ist so lange eine lose Behauptung, wenn sie nicht aus der mineralogischen Kenntnis der betreffenden Gesteinsarten nachgewiesen werden kann.
Hans van der Heide

Online oliverOliver

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Re: aus dem Rhein bei Basel
« Antwort #12 am: 19 Feb 21, 18:10 »
Silifizierung (im eigentlichen Sinn) von Serpentiniten kenn ich auch nicht -
sie können aber durch Alterierung in SiO2-Gesteine/Mineralien umgewandelt werden. Häufig ist das bei den alterierten/(chemisch) verwitterten / hydrothermal überprägten Serpentiniten im Waldviertel, die oft zu Jaspis/Chalzedon/Opal umgewandelt sind (bzw. diese enthalten), oder z.T. in "Umwandlungsstadien" (z.B. mit noch erkennbaren/dto. umgewandelten? Granaten) erhalten sind.
Nach so was sieht mir dein Gestein aber eher nicht aus. Wirkt auf mich eher so, als ob da drin die SiO2-Komponente als "normaler" Quarz auftritt. Aber mehr als "irgendein Metamorphit mit Quarzanteil" kann ich leider auch nicht dazu sagen (darum hatte ich es bisher auch nicht kommentiert) .....

Offline vanderheide

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Re: aus dem Rhein bei Basel
« Antwort #13 am: 19 Feb 21, 22:08 »
Hallo Oliver,
Besten Dank für den Hinweis und für Deine Ausführung.
Ich rätsele selber auch noch herum. Und so, wie man gerne den Stein mal mit der Lupe untersucht, so mache ich noch eine Reihe Micro-Aufnahmen. Davon später ein paar Beispiele.
Je mehr sichtbar wird, um so mehr ist es auch möglich, dass plötzlich jemand etwas Bekanntes wiedererkennt.
Theoretisieren hat wenig Sinn, deshalb verstehe ich gut, dass Du Dich bis jetzt nicht gemeldet hast.
Gruss
Hans

Offline vanderheide

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Re: aus dem Rhein bei Basel
« Antwort #14 am: 20 Feb 21, 17:10 »
Hallo,
Hier ein letzter Versuch. Es gibt so mancheiner, der die Lupe nimmt und einen Stein genau damit anschaut.
Vielleicht ist hier jemand damit geübt und erkennt was. Ich selber bin ziemlich überfordert.
Die ganz hellen Stellen auf den Bildern (fast überbelichtet) sind die schadhaften Stellen an der Oberfläche, zum Teil auch verwittert.

Falls ich noch eine andere Aufnahme machen soll, kann ich es versuchen. Dann müsste ich ein Bild vom ganzen mit Koordinaten hereinstellen, aber es muss Sinn machen.
Gruss
Hans

 

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