Hallo,
bei Graniten wird nur sehr selten ein Anteil von mehr als rund 28-30 % mafischer Minerale angetroffen
("leukokrates Gestein")
Erst wenn man im QAPF-Diagramm nach rechts Richtung Gabbro wandert, nehmen die Anteile
an mafischen Mineralen steil bis auf die genannten hohen Werte zu. Mit einem hohen SiO2-Anteil
der Ausgangsschmelze kommt es vor allem zur Bildung heller Minerale wie Alkalifeldspat, Na-reicher Plagioklas
und Quarz. Die Mineralzusammensetzung ist u.a. auch an die Entstehungsweise granitischer Schmelzen gebunden.
Granite entstehen hauptsächlich durch teilweise Aufschmelzung der kontinentalen Kruste (S-Typ-Granite)
mit der Aufschmelzung sedimentärer Ausgangsgesteine, ähnlich können die Mafit-Anteile der A-Typ-Granite
eingestuft werden.
In hochmetamorphen Zentralteilen des Variszikums gibt es vereinzelt granitische Schmelzen als Bestandteil
von Migmatit-Intrusionen, die mesokrate Granite hervorbrachten (z.B. der mesokrate Oradour-sur-Glane-Zweiglimmergranit)
Granitische Schmelzen, die durch Differenzierung aus basischeren Schmelzen (I-Typ-Granite) entstehen,
häufig im Übergang zu Granodioriten: Hier kann der Mafit-Anteil ausgangsgesteins-bedingt geringfügig
höher als oben angegeben sein, bis ca. 35%. Bei M-Typ-Graniten (mantle-source-Graniten) kann das je nach
Milieu und Edukten der Schmelze ähnlich hoch sein.
Grüßle und Glück Auf!
GEOMAXX