Mineralien / Minerals / Minerales > Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals
Neugier, 0 Ahnung und aus Verzweiflung hier hilfesuchend gelandet. Was ist das?
Heureka:
'N Abend und Glück auf,
lieben Dank an alle Helfer hier in diesem schönen Forum!
Wie angekündigt, habe ich jetzt versucht, noch einmal ein besseres Foto zum direkten Vergleich mit der hier gesehenen "Aufgeschlagene Toneisen-Geode" hinzubekommen und bin gespannt, ob es sowas sein könnte.
Dann interessiert und fasziniert mich besonders noch dieser kleine glänzende Quarz. Wobei ich gar nicht weiß, ob diese Bezeichnung richtig ist. Das max. 1 cm Teil ist jedenfalls sauschwer zu fotografieren und ich habe mit einem speziellen Fernglas, so ner Art Stereo-Nah-Bino-Lupe, was ich sonst zur Insektenbeobachtung nutze, geschaut. Dabei sieht man, dass es komplett klar und durchsichtig ist. Die orangenen Kristalle liegen nur auf oder unter dem "Quarz". Mir ist es leider nicht möglich, dass auf einem Foto sichtbar zu machen.
Jedenfalls frage ich mich, warum und aus was dieses Teil gewachsen sein soll...
Wenn die orangenen Kristalle Calcit, Dolomit, Siderit oder sonstwas sein sollten, ist der "Quarz" dann wahrscheinlich aus dem gleichen Stoff entstanden?
Ich hoffe, ich nerve noch nicht und sende erstmal die Fotos, bevor mir noch mehr solcher Fragen einfallen ;-)
Hier das Vergleichsbild:
ruebezahl:
Glück auf Christiane,
könnte tatsächlich Quarz sein. Wenn der Kristall ca. 1 cm groß ist, wäre evtl. ein Ritzhärte-Test unter Vergrößerung mit einer feinen Nadel machbar.
Bezüglich Toneisenstein möchte ich mein erstes Post noch korrigieren. Trifft die Ansprache zu, sind die Carbonat-Adern nicht hydrothermalen, sondern diagenetischen Ursprungs.
Diagenese bezeichnet in der Geologie einen Verfestigungs- und Entwässerungsvorgang in hAblagerungsmassen (Sedimenten), aus welchen auch das Ruhrkarbon besteht.
Das bedeutet, dass bei zunehmender Sedimentmächtigkeit ( ungeheure Verwitterungsablagerungen im absinkenden Vorland des varistischen Gebirges zur Karbonzeit) in Kilometertiefen (Druck) durch Verfestigung der Sedimente separiertes mineralstoffreiches Porenwasser Bereiche mit Volumenschwund und niedrigerer Temperatur mineralisiert hat.
Die hauptsächlich gelösten Stoffe hängen von der Zusammensetzung der Sedimente ab, Quarz zusammen mit Carbonaten (Calcit, Dolomit/Ankerit, Siderit) sind im Ruhrkarbon durchaus zu erwarten.
MfG
ruebezahl
Heureka:
Glück auf und guten Abend,
vielen Dank und auch besonders noch für den letzten Post an ruebezahl.
Das ist alles sehr interessant und lehrreich. Es freut mich, dass ich so etwas dazulerne.
Die Salzsäure ist besorgt, sodass ich den von Harzgeist vorgeschlagenen und gut erklärten Test hinbekommen sollte. Spannend, weil ich so etwas noch nie gemacht habe und ich werde berichten. Wenn ich mich dann morgen oder die Tage daran versuchen werde, mache ich den Test direkt auch mit einem anderen Fundstück vom gleichen Ort und Tag, welches ebenfalls orangene Kristalle hat. Vielleicht in die gleiche Kategorie bei den Kristallen gehören könnte. Daher macht es vielleicht Sinn, das hier zusammenzufassen.
Die größte Überwindung wird wahrscheinlich das Ablösen der Kristalle sein, weil ich da eigentlich nichts zerstören möchte ;-).
Genauso verhielt es sich jetzt mit dem Vorschlag, mit einer spitzen Nadel in den größeren Kristall zu stechen. Sowas von murkelig, weil eine Lupe nicht ausreichte. Aber es ging dann einigermaßen mit dem Nah-Bino hinzubekommen. Die Nadel drang jedenfalls nicht ein. Wobei ich sagen muss, dass ich so sehr feste auch gar nicht stechen konnte. Mit dem Kratzen war noch schwieriger und wahrscheinlich zu zaghaft, weil ich Angst hatte, dass der vielleicht rausbrechen könnte... Kratzspuren konnte ich jedenfalls hinterher nicht ausmachen. Würde uns das jetzt etwas verraten?
Der zweite Stein mit ebenfalls orange/gelblichen Kristallen (auch Halde Haniel Bottrop), ist vielleicht für die Fachleute hier leichter zu bestimmen und ich lade noch ein paar Bilder dazu hoch.
Soweit ich recherchiert habe, könnte es bei den Kristallen wieder in die selbe Richtung gehen (Dolomit/Ankerit/Calcit/Siderit+vielleicht Chalkopyrit?) Oder liege ich da ganz falsch?
Hier kommt ein erneut laienhafter Beschreibungsversuch:
Außen sieht ist dieser Stein unscheinbar hellgrau aus, aber wenn man genau schaut, sieht man silbrig glänzenden Glimmerflitter.
Er hat eine eher körnige Struktur.
Die Fläche mit den wohl ehemals eingeschlossenen Kristallen ist ca. 6 x 8 cm groß. Er läuft hinten spitz zu und ist 15,5 cm lang. Die einzelnen Kristalle sind 3 bis max. 5 mm groß.
Er ritz Glas, aber gleichzeitig hab ich mit dem Fingernagel ein Stück abgebrochen bekommen.
Er wiegt 766 gr. und verdrängt 220 ml Wasser.
Ich hoffe, man kann damit etwas anfangen...
Vielen Dank schon einmal und es würde mich freuen, wenn ich auch zu diesem Stein ein Feedback bekommen könnte.
Beste Grüße sendet
Christiane
harzgeist:
Hallo Christiane
Es freut mich, dass du mit so viel Elan daran gehst, heraus zu finden, was du gefunden hast. Für die Härtebestimmung musst du allerdings mit der Nadel (sie sollte aus Stahl sein - normale Nähnadel z.B.) KRATZEN und nicht stechen. Bei den von dir gefundenen Mineralen sollte ein Kratzer machbar sein (im Calcit leichter als im Siderit, aber um da einen Unterschied zu merken, braucht man Erfahrung. Das kommt noch).
Chalkopyrit sieht METALLISCH golden aus und ist -nicht nur- für Anfänger leicht mit Pyrit (und Gold) zu verwechseln. Hier hilft der Nadeltest:
Pyrit wird von der Nadel nicht geritzt
Chalkopyrit wird geritzt, wobei 'Abrieb/Pulver' entsteht
Gold wird auch geritzt, aber ohne Abrieb, sondern mit einer Wulst (etwa so wie wenn man eine Vertiefung in Butter drückt)
Thomas
ruebezahl:
Glück auf Christiane,
zu Stein 2a: wenn er Glas ritzt, dann sind wohl Quarzkoerner die Ursache, wir hätten hier also einen Quarz führenden Sandstein vorliegen.
Zu den Steinen 2b-c verweise ich auf Harzgeist, füge nur noch an, dass die Bilder bezüglich der orangen Kristalle schon sehr für Dolomit (eisenhaltig)/Ankerit sprechen.
MfG
ruebezahl
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