Mineralien / Minerals / Minerales > Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals
Neugier, 0 Ahnung und aus Verzweiflung hier hilfesuchend gelandet. Was ist das?
Heureka:
Hallo und Glück auf,
vielen Dank ruebezahl und Harzgeist. Auch, dass ihr solch eine Geduld mit mir habt und für die aufmunternden Worte wegen dem Kratztest. Der ist nämlich zum Verzweifeln, wenn man das an solch winzigen Kristallen zum ersten Mal machen soll.
Dann noch kurz als Info, weil das vielleicht missverstanden werden konnte. Die 4 Fotos aus dem letzten Post betreffen alle nur einen Stein (meinem Stein Nr. 2, in verschiedenen Ansichten).
Nun erst zum Ergebnis des einfachen und nett anzusehenden Salzsäure-Tests. Wobei die Säure wohl etwas höher als 15 %, aber unter 20 %, lag, was hoffentlich nichts ausmacht.
Bei meinem Stein Nr. 1 habe ich die Kristalle aus einer anderen Ecke (s. Foto Detail) genommen, um da, wo der größere Kristall liegt, weniger kaputt zu machen. Ergebnis: Zuerst passierte über 1 Minute nichts und dann kamen nur hin und wieder ein paar Bläschen. Kann man jetzt damit Siderit nur für den bräunlichen Bereich, oder auch für den ganzen Stein, ausschließen? Wie ich es verstehe, kann man jetzt ziemlich sicher sein, dass zumindest dieser Teil Dolomit/Ankerit ist. Gilt das dann auch für die helleren Kristalle in der Nähe des größeren "Quarzes" oder könnte das trotzdem etwas anders, vielleicht doch Siderit, sein? Soll ich noch einen separaten Säuretest machen, um Siderit da auch auszuschließen?
Bei Stein 2 habe ich nur von dem vorherrschenden orange/gelbem Kristall entnommen und nichts von diesen gold/bronze/bunt-schimmernden.
Ergebnis: fing fast sofort an, zu reagieren und Bläschen zu machen. Meine Apothekerfreunde meinten, im Labor könnte man das schon als leichtes Schäumen bezeichnen. Reicht meine Beschreibung, um das jetzt sicher als Calcit zu bestimmen?
Wäre schön, wenn man nicht noch zusätzlich auf diesen Kratztest angewiesen wäre ;-)
Ich habe, mit viel Gewürge, aber immerhin alles unter der Lupe geritzt bekommen.
Bei Stein 1 war es echt schwierig. Wenn man in dem bräunlicheren Bereich, wie auf dem beigefügten Foto, feste ritzte, staubte es (Abrieb/Pulver)
In dem Bereich von den eher gelblichen Kristallen, in der Nähe des Größeren, ging es kaum. Dort habe ich keinen Abrieb erkannt.
Der größere Kristall ging zu ritzen, in etwa so, wie bei dem angeführten Butterbeispiel. Wobei es sein kann, dass ich vor der Nadelspitze minimalen Abrieb hergeschoben habe.
Bei Stein 2 ging alles etwas leichter zu ritzen. Allein schon, weil die Kristalle größer sind. Ich habe überall Abrieb gesehen. Bei den orange/gelben Kristallen weniger pulvrig, als auf den Gold-Bronze-Schimmernden.
Ich habe ein bisschen dazu gelernt. Man sagt wohl, dass die Matrix meines Steins Nr. 2 ein Quarz führender Sandstein ist. Da hat ruebezahl sicher Recht, scheint genau zu passen. Die Kristalle sind dann wahrscheinlich Calcit auf denen vereinzelt Chalkopyrit ist?
Sorry, das sind ja schon wieder mehr Fragen als Antworten meinerseits, obwohl ich mich echt angestrengt habe ;-).
Ich hoffe, dass die Profis daraus eindeutige Schlüsse ziehen können.
Vielen Dank!
Viele Grüße sendet
Christiane
vandendrieschen:
Sieht nach limonisierten Siderit-Kristallen aus. Wobei Siderit erst in heißer Salzsäure löslich ist.
harzgeist:
Hallo Christiane
Vom visuellen Eindruck her stimme ich Jule bezüglich Siderit zu, aber nicht limonitisiert, sondern im Gegenteil recht frisch. Siderit bildet gerne solche flachen, scheibenartigen Kristalle, wogegen Dolomit meistens eher blockige Kristalle, wie dein Stein 2 im vorigen Post, bildet. ABER: es KANN auch umgekehrt sein.
Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dieser Stein Siderit ist und Stein2 Dolomit(Ankerit) ist. Ach ja, und der Quarz ist wirklich einer.
Die Stärke der Säure beim Test hat schon einen Einfluss um Siderit von Dolomit zu unterscheiden. Calcit schäumt SOFORT UND HEFTIG wie eine Brausetablette auf, dabei spielt die Stärke der Säure kaum eine Rolle, außerdem ist Calcit selten gefärbt. Mit sehr starker Säure kann Siderit u.U. auch bei Zimmertemperatur angegriffen werden, jedoch seeeehr langsam.
Noch ein Test: Siderit wird durch Glühen schwarz und magnetisch. Dolomit zeigt dies wegen des fehlenden Eisengehaltes gar nicht und Übergänge zu Ankerit entsprechend schwächer. Ich habe das immer so gemacht, dass ich einen Krümel auf einem Stück Eisenblech (Konservendose, Rasierklinge) mit der Zange in der Flamme des Gasherdes zum Glühen gebracht habe. Es eignen sich natürlich auch Mini-Gasbrenner, und sogenannte Sturmfeuerzeuge.
Ich empfehle dir, dass du dir bei Gelegenheit so einen Brenner zulegst, weil man damit viele einfache (und auch weniger einfache) Bestimmungen machen kann. Es gibt auch 'Pistolen' in die man ein gewöhnliches Feuerzeug einsetzen kann und dann eine spitze blaue Flamme erhält.
Chalkopyrit und Pyrit können auf Karbonaten Überzüge bilden, die dann aber metallisch wie bestäubt aussehen. Aber gerade Siderit kann durch oberflächliche Oxydation einen irisierenden Film bilden, der schon mal bronzefarben schillern kann. Alte Hasen weden jetzt mit den Augen rollen, also bitte deshalb nicht mit mir schimpfen :)
Ich hoffe ich konnte etwas zur Erhellung (oder zur völligen Verwirrung) beitragen
Thomas
ruebezahl:
Glück auf Christiane,
Du gibst Dir echt viel Mühe und beobachtest ziemlich präzise. Nach all Deinen Experimenten und Beobachtungen (und auch anhand der Fotos) komme ich zu folgender Beurteilung der Stücke:
Es sind sandige Toneisensteine mit Mineraladern, in denen Dolomit/Ankerit (blockig, oberflächlich orange durch Fe-Oxid), Siderit (dunkler, linsenförmig) und Quarz (der Dicke) auskristallisiert sind. Calcit ist wohl auch anwesend, aber mit bloßem Auge schlecht abzugrenzen. Dazu kommt als jüngstes Mineral Chalkopyrit (die kleinen metallischen Kristallaggregate).
Du kannst jetzt auch eine Altersfolge ableiten:
1. Verfestigung des Toneisensteins mit Volumenschwund und Rissbildung
2. Lösungen dringen folgend ein und scheiden bei Temperaturabsenkung und jeweiliger Übersättigung erst die Carbonate und den Quarz, dann Chalkopyrit ab.
MfG
ruebezahl
oliverOliver:
--- Zitat ---Der größere Kristall ging zu ritzen, in etwa so, wie bei dem angeführten Butterbeispiel. Wobei es sein kann, dass ich vor der Nadelspitze minimalen Abrieb hergeschoben habe.
--- Ende Zitat ---
--- Zitat ---und Quarz (der Dicke)
--- Ende Zitat ---
das passt jetzt aber nicht zusammen ... oder hab ich was mißverstanden??
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