Gesteine / Rocks / Rocas > Deutschland / Germany
Etwas Neues von der Halde Haniel in Bottrop, wovon ich gern wüsste, was es ist. / Steinkohle u. Neb
ruebezahl:
Glück auf zusammen,
--- Zitat von: Brodi69 am 18 Feb 22, 13:08 ---
Streitet Euch doch bitte nicht um Formulierungen...
... und Danke für die Erläuterungen zur Dichtebestimmung.
--- Ende Zitat ---
Ganz friedlich gebe ich noch meinen Senf dazu:
Die Waage wiegt die der Auftriebskraft entsprechende Masse. Bei reinem Wasser unter Normalbedingungen ist der Umrechnungsfakor für deren Volumen 1 ml/g.
Und ich sehe ebenfalls in der fraglichen Probe Fettkohleflözchen in Kohlenkalk. Die irisierenden Partien an der Fettkohle können feinste Sulfidlagen aber auch Kohlenwasserstoff-Beläge sein, das ist mit einfachen Mitteln nicht feststellbar.
MfG
ruebezahl
ruebezahl:
Glück auf,
--- Zitat von: harzgeist am 17 Feb 22, 23:12 ---
Auch wenn ich mich mit Steinkohlevorkommen gar nicht auskenne, möchte ich mich mal ganz weit aus dem Fenster lehnen und sagen, das metallisch Glänzende ist Steinkohle/Anthrazit.
Thomas
--- Ende Zitat ---
Anthrazit auf Haniel eher nicht. Auch Anwesenheit von Gips ist unwahrscheinlich. Ansonsten Zustimmung.
MfG
Rübezahl
Heureka:
Guten Tag,
vielen Dank für die rege Teilnahme und Hilfe.
harzgeist, ich werde das Volumen zukünftig so berechnen, weil es deutlich einfacher und sicherer ist. Die Erklärungen hinsichtlich der Volumenberechnung finde ich super! Ebenso wie der an dieser Stelle so passende, überaus geistreiche Verweis auf meinen Namensgeber. Sehr, sehr schön und hat mich auf eine lehrreiche Art, ziemlich zum Schmunzeln gebracht :-). Das hatte schon eine gewisse Situationskomik. Wenn Archimedes sich seinerzeit in der Badewanne so dämlich angestellt hätte wie ich beim Steinetauchen, wär`s wohl niemals zu dem Ausruf gekommen… Ich fand, “Ich hab`s gefunden“, einen einfach für mich so passenden Namen für dieses Forum.
Vielen Dank an alle hilfreichen Kundigen für die eindeutige Bestimmung als Steinkohle, die nach nichts schmeckt, was ich vandendrieschen noch kurz bestätigen möchte.
Auch wenn es `nur` ein Mini-Kohleflözchen ist, begeistert es mich trotzdem. Mir geht es ja nicht darum, etwas `Wertvolles` zu finden, sondern darum, meine Neugier zu befriedigen.
Vor allem diese sehr klaren und durchsichtigen Fensterchen oder Spiegel, je nach Lichteinfall, interessieren mich. Ich kann nur leider nicht einschätzen, wie dick das ist. Es könnte sowohl nur eine dünne Schicht sein und nur spiegeln oder auch etwas dicker sein.
Meine optische Recherche hat ergeben, dass es vielleicht mit dem Kalk doch hinhauen könnte. Ich habe Fotos gefunden, die dem sehr nahekommen. Demnach könnte es Selenit (Marienglas oder Spiegelstein) sein. Sieht ein Kohlenwasserstoff-Belag auch so aus und wie dick könnte der in etwa maximal sein?
Wenn Kalk/Selenit hier für ausgeschlossen gehalten würde, höre ich auf und wir belassen es dabei :-). Ich möchte hier nicht noch Eure Kapazitäten für andere Hilfsbedürftige wegen einem Stück Kohle binden...
Ansonsten könnte ich versuchen, solch ein Stückchen rauszubrechen, um es einmal genauer zu untersuchen.
Viele Grüße aus dem Kohlenpott sendet
Christiane
harzgeist:
Hallo Christiane,
Freut mich, dass wir wieder ein Stück zur Erkenntnis beitragen konnten.
Was die Kohlenwasserstoffe betrifft, so liegt die Schichtdicke im Bereich einiger Mikrometer und damit im Bereich der Wellenlänge des Lichtes, was dann zu Interferenzerscheinungen führt (Seifenblasen, Ölfilm auf Pfützen).
Ich denke bei dir liegt solch ein Belag von Kohlenwasserstoffen vor, Pyrit würde m.M.n. deutlich 'metallischer' aussehen und deine Beschreibung wäre anders ausgefallen (aber das ist nur ein Gefühl).
Selenit und Marienglas ist identisch/synonym mit Gips und dieser ist laut Ruebezahl am Fundort unwahrscheinlich. Deshalb denke ich, dass deine Fensterchen (Spaltflächen von) Calcit sind. Dieser schäumt mit Salzsäure sofort und heftig auf. Ein Tropfen ist im Prinzip schon zu viel. Am besten feuchtest du ein Hölzchen (Zahnstocher) mit Säure an und bringst so eine winzige Menge auf die zu testende Partie. So lässt sich auch (meist) feststellen, welche Gesteinskomponente genau zur Reaktion führt.
Kannst du evtl. Linien/Risse in diesen durchsichtigen Bereichen erkennen, die sich unter bestimmten Winkeln schneiden?
@Rübezahl: Ein Film von Kohlenwasserstoffen sollte sich doch mit Aceton entfernen lassen, oder ?
Und wäre die Bezeichnung Letten für das kalkig-tonige Gestein in diesem Fall angebracht ?
Thomas
ruebezahl:
Glück auf Christiane,
Diese Kohlenwasserstoffschichten sind äußerst dünn, also im Bereich der Wellenlängen sichtbaren Lichts, deswegen auch irisierend. Dass es welche sind, ist nicht sicher, es können auch sehr dünne Pyrit/Markasit-Abscheidungen sein, die haben ebenfalls irisierende Anlauffarben infolge von Oxidhaeutchen in etwa so "dick" wie die Kohlenwasserstoff- Häutchen es wären. Das alles kann nur ein fachlich ausgerüstetes Labor bestimmen.
Alternativ kannst Du Fachliteratur über Steinkohle konsultieren, da ist ja eine umfangreiche Forschung vorhanden, vielleicht lässt sich Dein Fund dann besser eingrenzen.
Zielführende Literatur müsste ich inzwischen selber erst recherchieren, aber die wirst Du ja bestimmt bei der Beschäftigung mit dem neuen Hobby ohnehin finden.
Zum Gips/Selenit:
Wenn ich schrieb "unwahrscheinlich", dann meinte ich damit das primäre Auftreten im Kohleflöz. Auf der Halde kann er sich natürlich später bilden.
MfG
ruebezahl
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