Glück Auf!
Feldspatoid ist dem Wort nach etwas das Feldspat ähnelt und in der Mineralogie umfasst dieser Begriff eine Gruppe von Mineralen, zu denen unter anderem Sodalith, Leucit oder Haüyn gehören. In der deutschsparchigen Literatur wird gleichbedeuted zu Feldspatoid auch der Begriff Feldspatvertreter verwendet. Weitverbreitet ist auch der im Laufe der Zeit entstande verkürzte Terminus
Foid.
Syenit bezeichnet ein Tiefengestein, dass vor allem aus Alkalifeldspat besteht. Die Gesamtchemie des Syenits weist Siliziumgehalte auf, die es nicht mehr ermöglichen, dass sich größere Mengen Quarz bilden, so wie man es von Granit kennt. Sind doch noch mehr als 5% Quarz am Aufbau des Gesteins beteiligt, wird der Quarz auch Namensbestandteil und das Gestein heißt dannn Quarz-Syenit. Nun kann aber beim Syenit auch so wenig Silizium enthalten sein, dass es nicht einmal mehr ausreicht, um alle Alkalimetalle in Feldspat zu binden. Es bilden sich Alkalimetallsilikate mit noch niedrigerem Siliziumgehalt - die Feldspatvertreter, bzw. Feldspatoide.
Es gibt also Syenit, der neben den Hauptbestandteilen der Alkalifeldspäte keinen Quarz mehr aber dafür Feldspatoide enthält. Bei mehr als 5% Feldspatoide im Gesteinsgefüge wird deren Anwesenheit namennsgebend und das Gestein wird als Feldspatoid-führender Syenit bezeichnet.
Die Wortwahl "Feldspatoid Syenit" könnte daher auf eine Übersetzung oder eine etwas unglückliche (gemessen an den mir zugänglichen Informationsquellen) Begriffsfindung zurückgehen.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut