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Enhydro-Wasser in Quarzen und Achaten

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Krizu:
Hallo,

erscheint mir etwas kompliziert:
- die Druse entsteht mit Wasser (Hydrothermal)
- das Wasser geht weg
- Das Wasser wird reingedrückt
- das Wasser bleibt drin
- Dir Druse wird gefunden

 ???

MfG

Frank

Bernd G:
ist es eigentlich immer so , das im allen (achaten, quarzen usw. ) wo wasser eingeschlossen  ist auch luft oder gasblasen drin sind ?
ist das wasser schon mal auf seine  zusammensetzung untersucht wurden ?


Krizu:
Hallo Bernd,

das muesste eigentlich so sein. Bei den Temperaturen der hydrothermalen Bildung würde ohne Luft/Dampf was-immer der Druck viel zu hoch. Bei der technischen Hydrothermalsynthese ist der Füllgrad der Parameter für den Druck bei einer Temperatur.

Bei den Wasserblasen waere eine Isotopenanalyse interessant  :o Mit "normalen" Methoden erwarte ich da nichts.

Mfg

Frank

berthold:
Hallo,

da hat man schon fleißig geforscht. Zweiphasige (flüssig/gasförmige) Einschlüsse erlauben z.B. Rückschlüsse auf die Bildungstemperatur (vereinfacht dargestellt: Stück mit zweiphasigem Einschluss erwärmen bis die Gasblase verschwindet, das ist dann die Bildungstemperatur). Die Untersuchung der eingeschlossenen Flüssigkeiten und Gase (es muss nicht Wasser und Luft sein, das ist sogar die Ausnahme) ist für die Erforschung der Lagerstätten-Genese sehr wichtig. Flüssigkeitseinschlüsse kommen übrigens auch in anderen Mineralien (z.B. Fluorit) vor.

Gruß

Berthold

giantcrystal:
Die bisherigen Erklärungsansätze zu diesem Thema sind mir als Geologe zu kompliziert, bzw, zu konstruiert.

Es fehlt dabei ein ganz wesentlicher Gedanke : die Zeit.

Die Natur hat nahezu unendliche Zeiträume, um Mineralien und somit auch Achate zu bilden. Man sollte also nicht von den Verhältnissen in technischen Prozessen ausgehen, die dazu angelegt sind, möglichst schnell (und wirtschaftlich) Quarze zu züchten.

Überkritische Phasen - sollten sie denn in der Natur jemals auftreten - sind somit als Erklärungsmodell meiner Meinung nach wenig hilfreich. Im übrigen spricht auch wenig für solche aggresiven Vorgänge, da Achatmandeln fast immer schön rund geformt sind und an den Rändern keine Spuren agressiver Lösungsvorgänge aufweisen. Die Achate zeichnen dabei meist geradezu mustergültig die Form der ursprünglich vorhandenen Gasblasen im Vulkangestein nach.

Nimmt man also viel Zeit und mässig temperierte Lösungen (um 100 Grad, eventuell auch noch weniger : sollten sie höher sein, sollte man eigentlich die Abscheidung von Sulfidmineralien in Achaten erwarten können, was aber nicht der Fall ist) sowie relativ wenig Druck (Vulkangesteine bilden sich stets nahe der Oberfläche !) so ergibt sich ein relativ einfaches Szenario :

Das soeben oder vor kurzer Zeit entstandene Vulkangestein (Melaphyr, Basalt, Rhyolith etc.) mit seinen zahlreichen Gasblasen - Hohlräumen wird über lange Zeiträume von kieselsäurereichen Wässern durchströmt. Hierbei scheiden sich an den Rändern der Hohlräume relativ gleichmässig Kieselgele ab, wobei sich der Chemismus der zirkulierenden Lösungen immer mal wieder leicht ändert und so zur Bänderung der Kieselgele = späteren Achate führt. Dieser Vorgang setzt sich solange fort, bis

a)entweder die gesamte Gasblase mit allmählich kryptokristallin verfestigten Kieselgel = Achatsubstanz erfüllt ist

b) oder sich der Chemismus der Lösungen so ändert, das größere Quarzkristalle entstehen (Bergkristall, Amethyst etc) entstehen und der Zentralhohlraum frei = gleich mit Restlösung erfüllt bleibt. Eventuell kann es hier auch noch zur Abscheidung weiterer Mineralien wie Calcit, Baryt und anderer kommen.

c) oder sich keine derartigen Kristallisate mehr bilden und der Hohlraum einfach wassererfüllt frei bleibt.


Nun passiert nicht mehr sehr viel...Zeit vergeht und die Umgebung kühlt weiter ab. Jedes Gestein ist mehr oder minder porös und so verschwindet über längere Zeiträume hinweg meist das Restwasser aus dem zentralen Hohlraum des Achates. In wenigen, günstigen Fällen bleibt es als Enhydros erhalten.


Alles wenig aufregend, wenn man lange Zeiträume in der Größenordnung von 100.000 Jahren oder mehr in Betracht zieht. Und solche Zeiträume sind für die Natur überhaupt kein Problem


Glück Auf

Thomas

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