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Autor Thema: Granitsteinbruch bei Roding: Turonaufschluss  (Gelesen 4909 mal)

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Offline Palatinat

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Hallo

Beim letzten Besuch in der Oberpfalz in der Gegend um Roding kamen wir (keine besonders fachkundigen Steinesammler) mitten in der Pampa sozusagen an einem Granitsteinbruch vorbei. Auffallend waren die Schichten, die dort auf dem Granit liegen, und nach Recherche das Erdzeitalter Turon darstellen.
Wir haben ein wenig dort rumgesucht auf der Halde, weil es ja doch recht verheißungsvoll ausschaut, aber nichts gefunden.

Unsere Frage ist, ob es von dort denn überhaupt Fossilienfunde gibt, und wenn, wo die beschrieben sind.

Jedenfalls hat man von dort oben von der Halde einen sehr schönen Rundumblick bis hinüber zum Arber.


Offline nwsachse

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Re: Granitsteinbruch bei Roding: Turonaufschluss
« Antwort #1 am: 14 Jun 23, 19:06 »
Hallo,

eine genauere Ortsangabe und eventuell Fotos des Steinbruches wäre hilfreich. Dann könnte man z. B. die betreffende geologische Karte und
deren Erläuterungen zu Rate ziehen. Vielleicht ist der Steinbruch ja auch schon im Atlas als Fundstelle angelegt.


Jörg N.

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Granitsteinbruch bei Roding: Turonaufschluss
« Antwort #2 am: 14 Jun 23, 19:58 »
49.17175, 12.4745?

Offline Palatinat

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Re: Granitsteinbruch bei Roding: Turonaufschluss
« Antwort #3 am: 15 Jun 23, 15:25 »
49.17175, 12.4745?

Ein paar Kilometer davon ostwärts liegt 'unser' Granitsteinbruch. Gehört offenbar auch dem Betreiber Haimerl.
Die auf den Granit liegenden Sedimentschichten (leider haben wir davon keine Bilder gemacht, aber im web gibts ein paar)
schauen ungemein verheissungsvoll aus. Aber wie gesagt, zu finden gabs dort in doch gut drei Stunden Suchen nur ein paar kleine Muschelchen.

Wenn man in einen Kalksteinbruch geht, zb. im Vilstal, oder Tongruben bei Forchheim, ist immer was zu finden, und sei es ein Ammonitenabdruck oder -bruchstück.
In diesem Bruch rein nichts dergleichen.

Offline Palatinat

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Re: Granitsteinbruch bei Roding: Turonaufschluss
« Antwort #4 am: 18 Jun 23, 12:32 »
Eine nicht unwesentliche Ergänzung hab ich fast vergessen: Es scheint alles Material (nicht nur der Granit) durch einen Brecher zu wandern, der alles in faustgrosse Stücke verwandelt. Davon zeugen entsprechende Materialberge beim Brecher, und offensichtlich wird das kontinuierlich weggefahren. Auch in dem zerkleinerten Material gab's bei näherer Beschau keinen Hinweis auf Ammoniten.




Offline Palatinat

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Re: Granitsteinbruch bei Roding: Turonaufschluss
« Antwort #5 am: 18 Jun 23, 20:49 »
????I'm the looooonesome riiiider here....

Offline Geomaxx

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Re: Granitsteinbruch bei Roding: Turonaufschluss
« Antwort #6 am: 19 Jun 23, 11:11 »
Nun ja,
wenn man erst grübeln muss, wo denn der Bruch liegt, das hält schon mal viele von einer Antwort ab.
In der Datenbank des Bayer. LfU findest Du sogar ausführliche Schichtprofilbeschreibungen.
Zum Thema Fossilien: Nun, in der Regensburg-Formation sind Fossilien bereichsweise schon zu finden, in der Eibrunn-Formation ("Eibrunner Mergel") muss man hingegen ziemlich Dusel haben, und wenn, dann sind Ammoniten/Schnecken leider nur als schwierig zu konservierende Abdrücke im Mergel zu finden (Ausnahme: Austernähnliche Mollusken, Calcit-Schaler). Die Fundsituation in der Ostbayerischen Kreide ist mit den paradiesischen Fundbedingungen in den von Dir genannten Aufschlüssen überhaupt nicht zu vergleichen, aber "steter Tropfen höhlt den Stein".
Grüßle
GEOMAXX

Offline Palatinat

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Re: Granitsteinbruch bei Roding: Turonaufschluss
« Antwort #7 am: 20 Jun 23, 21:37 »
Ich meinte halt, dass diese Schichten im besagten Granitbruch echt sehr schön und vielversprechend aussehen, aber offenbar praktisch leer sind (wenn man mal ca. 3 Stunden Prospektion zu dritt zugrundelegt und man auf Ammoniten aus ist).

Drum fragte ich ja hier mal an, ob dort vielleicht schon was gefunden wurde, das irgendwo beschrieben ist. Ich recherchier mal weiter im Web.

Danke  8)






Offline nwsachse

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Re: Granitsteinbruch bei Roding: Turonaufschluss
« Antwort #8 am: 20 Jun 23, 21:54 »
Hallo,

wahrscheinlich müsstest du die Lage des Steinbruches doch etwas näher beschreiben. Am besten ein Kartenausschnitt oder eine Koordinate.

Jörg N.

Offline Josef 84,55

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Re: Granitsteinbruch bei Roding: Turonaufschluss
« Antwort #9 am: 21 Jun 23, 06:36 »
Hallo,

wahrscheinlich ist es der Steinbruch bei Klessing 49.15405, 12.51665 südlich von Roding. Laut Bayernatlas liegen zwei Kreideschichten über dem Granit.
Ich war noch nicht dort.

Viele Grüße, Josef

Offline Palatinat

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Re: Granitsteinbruch bei Roding: Turonaufschluss
« Antwort #10 am: 22 Jun 23, 18:58 »
Ja, das ist er.

Dass da offensichtlich keiner reingeht, kann ich verstehen ob der 'Leerheit' (und, wenn es Sonne hat wie bei unserem Besuch, irrsinnigen Hitze weil das Gestein sich dermassen mit Wärme auflädt...).

Waren denn die Lebensbedingungen für Ammoniten dort so schlecht bis unmöglich? Oder wurden deren Überbleibsel schlichtweg so verdrückt und verschert, dass deswegen nichts mehr da ist.... ?




In der Nähe, bei Obertrübenbach, gibt es wohl einen verwandten Miniaufschluss, eine Kreidetransgression. Ist aber ein Geotop und zum Rumgraben tabu.


Offline rapplerEx

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Re: Granitsteinbruch bei Roding: Turonaufschluss
« Antwort #11 am: 22 Jun 23, 19:47 »
meinst Du Obertraubenbach???


Offline Palatinat

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Re: Granitsteinbruch bei Roding: Turonaufschluss
« Antwort #12 am: 22 Jun 23, 20:49 »
https://www.roding.de/freizeit-kultur-und-tourismus/freizeit-und-kultureinrichtungen/sehenswertes/geotop-obertruebenbach


ps: ein Kollege war da vor kurzem und meinte, dass die Stelle ziemlich zugewachsen sei. Wie es halt so ist: erst legt man was aufwendig frei, und dann kümmert sich niemand mehr.

Offline Palatinat

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Re: Granitsteinbruch bei Roding: Turonaufschluss
« Antwort #13 am: 24 Jun 23, 18:21 »
Mmmh, ich hätte mir jetzt doch etwas mehr an Konversation erwartet.... . immerhin bisher rund 1000 Anklicks, was ich für ne Menge halte...




Offline Geomaxx

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Re: Granitsteinbruch bei Roding: Turonaufschluss
« Antwort #14 am: 25 Jun 23, 10:48 »
Ja mei,
zu Obertrübenbach gibt's eigentlich nicht viel zu schreiben, ist halt ein schöner Aufschluss zum kreidezeitlichen Transgressionshorizont, also eher was für "klassische Geologie", paläontologisch gibt es in Teilbereichen schon eine interessante Küstenfazies mit allerlei Getier und natürlich einer vielseitigen Mikrofauna. Zur Regensburg-und Eibrunn-Formation hab ich in meinem ersten Post ja schon was geschrieben, drüber lagert noch die sandige Winzerberg-Formation.
Zur Mikropaläontologie gibt's einiges in der Bayerischen Staatsbibliothek, digital die schon etwas angestaubte Bearbeitung der Mikrofauna der oberpfälzer Kreide von J.G. Egger (1908), guckstu https://www.zobodat.at/pdf/Ber-Naturwiss-Ver-Passau_20_0001-0075.pdf, die Viecherl haben aber in der Zwischenzeit z.T. neue Art- und Gattungsnamen bekommen..
Zudem gibt es einen Exkursionsbericht im Vorfeld des 10ten Internationalen Kreide-Symposiums, Wien 2017, in dem unter anderem der Aufschluß Obertrübenbach und sein für den geologisch Interessierten durchaus interessantes (für Dein kollega offensichtlich langweiliges) Schichtprofil genauer beschrieben wird:
Guckstu https://www.zobodat.at/pdf/BerichteGeolBundesanstalt_121_0001-0115.pdf

Hoffe, Deiner Ungeduld in puncto Konversation einen Riegel vorgeschoben zu haben, ein zeitnaheres Antworten war mir leider nicht möglich, da ich tatsächlich noch was anderes zu tun habe ;)
Grüßle und Glück Auf,
GEOMAXX

 

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