Hallo Thomas,
Fotografiert werden die Stücke von mir zum Teil in ihrer Montage in einer Stülpdeckeldose oder bei größeren Stücken in einer Schale mit Reis, was ihre Ausrichtung zur Kamera ermöglicht. Ich möchte dem Betrachter aber diesen unruhigen, verwirrenden und nicht gerade hilfreichen Hintergrund ersparen. Daher schneide ich die Stufen mit einer Maske aus und setze ich die Stücke vor einen digital erzeugten und individuell angepassten, von hell nach dunkel verlaufenden Hintergrund, der den Stücken einen dreidimensional erfahrbaren Raum bietet. Ich habe mich bewusst für diesen nur in Grauwerten gehaltenen Hintergrund entschieden. Farbig kontrastierende Hintergründe nehmen den Mineralien mehr als sie ihnen geben.
Die ebenfalls digital erzeugte kleine Spiegelung am Fuß hilft den dreidimensionalen Eindruck zu verstärken. Zudem interpretiert man den Untergrund als reflektierend (also eventuell Glas, Spiegel, Metall).
Diese Art der Mineralienfotografie ist üblich und verbreitet, unterscheidet sich jedoch in Details. Im Lapis Magazin ist der Hintergrund oft ein Spotlight, das den dunklen Hintergrund eher rundlich erhellt. Am Fuß des Minerales findet sich dann keine Spiegelung, sondern ein kleiner Schatten. Dieser insinuiert eine Beleuchtung des Stückes auch etwas von hinten. Weitere Möglichkeiten, den Mineralien räumliche Dimensionalität zu verleihen, kannst du beim kritischen Studium deiner Lieblingsfotografen erkennen.
Im Folgenden habe ich dir ein paar Bilder von Kollegen aus dem Mineralienatlas rausgesucht, die auf eine ähnliche Art und Weise an die Sache herangehen:

Mineralienbilder

Mineralienbilder

Mineralienbilder

Mineralienbilder

Mineralienbilder

Mineralienbilder

Mineralienbilder

Mineralienbilder

Mineralienbilder

Mineralienbilder

Mineralienbilder
Ich hoffe, diese Schilderung hilft dir weiter, Klaus