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Autor Thema: Quarz-Kristall, Brasilien / FO Serra Negra, incl. Diskussion zu Fake-Zeptern von dort  (Gelesen 5425 mal)

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Offline hiltrud

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Weiß jemand etwas Näheres zur Herkunft? Der innere Quarz ist halbtransparent, leichte Fensterquarz-Bildung, darüber eine 2-3 mm dicker, blaßrosa-bräunlicher, feinkörniger Überzug (kein Calcit), dann Kaktus-artige kleine Quarze.
« Letzte Änderung: 15 Jan 25, 12:30 von oliverOliver »

Offline aca

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« Letzte Änderung: 14 Jan 25, 22:55 von guefz »

Online guefz

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Re: Quarz-Kristall, Brasilien
« Antwort #2 am: 14 Jan 25, 22:56 »
Ich habe den Link mal in ein lesbares Format gebracht und dafür gesorgt, dass er auch bei Umbenennungen bzw. Verschiebungen noch funktioniert (Link mit Nummer)

Offline hiltrud

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Re: Quarz-Kristall, Brasilien
« Antwort #3 am: 15 Jan 25, 08:10 »
Vielen Dank - das sieht sehr ähnlich aus!

Offline heli

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Re: Quarz-Kristall, Brasilien
« Antwort #4 am: 15 Jan 25, 09:11 »
Bin ich blind? Ich zumindest sehe beim Quarz im Mineralienatlas-Link keine wirkliche Ähnlichkeit.
Zum Mindat-Link kann ich nichts sagen. Mindat ist derzeit down.

Offline vandendrieschen

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Re: Quarz-Kristall, Brasilien
« Antwort #5 am: 15 Jan 25, 09:49 »
Auf Mindat sind die Quarze (gestern geschaut) auch nicht ähnlich (außer vielleicht die Kappen) mit dem gezeigten Stück. Das Foto mit dem Quarz im Atlas ist auch auf Mindat zu sehen.

Offline Klaus Schäfer

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Re: Quarz-Kristall, Brasilien
« Antwort #6 am: 15 Jan 25, 10:15 »
Hallo liebe Kollegen,

Ich zitiere hier ein Foto eines vermeintlichen Zepterquarzes von Helmut Büttner, der aus dem gleichen Fundbereich wie das hier besprochene Fundstück stammt.

Brasilien/Südosten (Região Sudeste)/Minas Gerais/Araçuaí (Arassuaí)
Quarz-Kristall, Brasilien / FO Serra Negra, incl. Diskussion zu Fake-Zeptern von dort


Unser Fragezeichen zeigt einen Kristall aus dem Fundbereich, der noch nicht zum Zepterquarz umgeformt wurde. Die auf dem Wirtskristall aufgewachsene zweite Generation ist noch komplett. In Brasilien bricht man diese soweit weg, bis nur noch ein Zepterhäubchen übrig bleibt (insofern die Verwachsung eher fragil ist). Somit hat man ein besser verkäufliches Produkt. Ist die Verwachsung fester, schleift man die zweite Generation weg.

Auf dem Bild von Helmut Büttner ist das in der Originalansicht (großes Foto) an den deutlichen Schleifrillen zu erkennen. Sie verlaufen nicht alle parallel, aber mehrheitlich senkrecht zur Hauptwachstumsrichtung.

Meines Wissens gibt es von diesem Fundpunkt keine authentischen Zepterquarze. Es ist nur teilweise schwierig (bei den gebrochenen) und teilweise sehr einfach (bei den geschliffenen) zu erkennen, daß eine Manipulation vorliegt.

Zudem haben die seitlich auf dem Prisma aufgewachsenen Kristalle eine andere Orientierung als der Wirtskristall. Dies schließt eine echte Zepterbildung (Homoepitaxie) von vorneherein aus.

Für dieses Material wird eine große Anzahl unterschiedlicher Fundpunkte genannt, die zum Teil weit entfernt voneinander sind. Das Material ist aber recht einzigartig, so daß es nur an einer Fundstelle vorkommen sollte. Ich tendiere zu dem in Mindat angegebenen Fundpunkt Serra Negra, São João da Serra Negra, Patrocínio, Minas Gerais, Brasilien.
« Letzte Änderung: 15 Jan 25, 10:29 von Klaus Schäfer »

Offline aca

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Re: Quarz-Kristall, Brasilien
« Antwort #7 am: 15 Jan 25, 11:47 »
So einen "produzierten Zepter" habe ich auch vom gleichen Fundort (Brasilien, Serra Negra), auch mit diagonallen Rillen auf dem Prisma, aber ob alle von dort Fake sind, weiß ich nicht.
Meine Fundstellenvorschlag hat aber nichts mit Zepter oder nicht zu tun, sondern mit Oberflächenstruktur und der Art der Überwachsung.

Offline hiltrud

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Re: Quarz-Kristall, Brasilien
« Antwort #8 am: 15 Jan 25, 11:57 »
Auch bei meinem angefragten Kristall kann man erkennen, dass am unteren Ende des zentralen Milchquarzes der Belag aus ?Kaolinit und kleinen sekundären Quarzen abgeschabt wurde. Das meiste blieb aber stehen, so dass kein Pseudo-Zepter-Effekt entstand.

Online oliverOliver

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Re: Quarz-Kristall, Brasilien
« Antwort #9 am: 15 Jan 25, 12:21 »
der bei uns im Lexikon zu dieser Fundstelle gezeigte "Zepterquarz" ist auch eindeutig fake - das springt sofort ins Auge, auch ohne die hier von Klaus und Amir dankenswerter Weise gegebene Zusatzinformation. Ich werde das mal im Bildtext vermerken.

Brasilien/Südosten (Região Sudeste)/Minas Gerais/Patrocínio/São João da Serra Negra/Serra Negra Lagerstätte
Quarz-Kristall, Brasilien / FO Serra Negra, incl. Diskussion zu Fake-Zeptern von dort


edit: Auch beim Foto des Büttnerschen Quarzes habe ich eine entsprechende Anmerkung hinzugefügt.
« Letzte Änderung: 15 Jan 25, 12:33 von oliverOliver »

Online oliverOliver

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interessanterweise finde ich auf mindat keinen Hinweis auf die fakes - obwohl auch dort Fotos von ultra-eindeutigen "Schnitzstufen" dabei sind. Z.T. auch recht plump gemacht mit deutlichen Bearbeitungsspuren - z.B. diese "Rotkappe"  >:D: https://www.mindat.org/photo-325588.html
« Letzte Änderung: 15 Jan 25, 12:44 von oliverOliver »

Online oliverOliver

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hallo Hiltrud,

Zitat
Unser Fragezeichen zeigt einen Kristall aus dem Fundbereich, der noch nicht zum Zepterquarz umgeformt wurde. Die auf dem Wirtskristall aufgewachsene zweite Generation ist noch komplett.

Von da her wärs sehr nett, wenn du ein Foto deines Quarzes im Lexikon hochladen könntest - damit wir auch ein unverfälschtes Stück drin haben.

lg + ga
oli

Offline aca

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Das ist nicht gut.

Wir wissen nicht, wo Hiltruds Stück herkommt, es ist eine reine Vermutung.
Dass es Stücke gibt, die zu Zeptern abgeschliffen wurden, heißt nicht, dass das für alle Stücke gilt.
Hier werden aus 2 Vermutungen Fakten "konstruiert" und dann auf dieser Basis irgendwelche Bildbeschreibungen kommentiert.

Ich habe ein weiteres Stück, das so aussieht wie die auf Mindat gezeigten, bei dem aber definitiv nichts abgeschliffen ist.
Die Fläche besteht aus grob parallel angeordneten und leicht schräg angewachsenen feinen, länglichen Quarzkristallen und einem cremefarbenen feinkörnigen Material.
Wenn es bearbeitet ist, ist diese etwas poröse Schicht mit einer Verwachsung aus dem feinkörngen Material und Quarz abgeschabt worden.
Sandstrahlen wäre auch denkbar.

Aber es ist genauso gut möglich, dass die ohnehin langsam wachsenden Prismen durch das feinkörnige Material am Wachstum gehindert wurden, während die schnell wachsenden Rhomboederflächen den Wettlauf mit dem aufwachsenden Material "gewonnen haben". Raue Prismen-Oberflächen aus feinen parallel aufgewachsenen Kristallen sind auf Quarz nicht ungewöhnlich.
Dass es horizontale Strukturen auf den Prismen gibt (sieht man auch auf meinem Kristall), wäre vielleicht bei Turmalin erstaunlich, aber bei Quarz nicht.


Offline aca

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Addendum zu meinem Kristall: Die kleinen Kristalle am unteren Rand des "Zepterkopfs" am Übergang zum Prisma haben statt der üblichen Prismenflächen die typischen gestuften Verwachsungen zwischen Kristallen.
Also ist dort eine Schicht abgehoben worden und man kann davon ausgehen, dass dieser Kristall bearbeitet wurde.
(Ich kann z.Z. keine Fotos machen)

Online oliverOliver

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Zitat
Dass es horizontale Strukturen auf den Prismen gibt (sieht man auch auf meinem Kristall), wäre vielleicht bei Turmalin erstaunlich, aber bei Quarz nicht.

Das ist schon klar - aber die sehen m.E. im Normalfall doch deutlich anders aus als die auf den "Schäften" dieser "Zepter". Und machmal sind sie auch im "Überzug" (z.B. https://www.mindat.org/photo-661591.html) - damit sollte eigentlich klar sein was los ist.
Und bei dem einen oben von mir explizit verlinkten mindat-Bild sind auch ganz klar die Bruchstellen des Überzuges zu sehen - zwar anscheinend schwach nachbearbeitet (gestrahlt?), aber trotzdem offensichtlich (wie auch auf den anderen Stufen).
Und die Verteilung/Anordnung der limonitisch verfärbten Bereiche auf den Stücken ist ja auch sehr aufschlussreich.
Und zu guter Letzt sind an manchen XX noch die Anwachsstellen/Negative der xx der 2. Generation erkennbar (wenn auch etwas undeutlich, z.B. https://www.mindat.org/photo-8416.html).
In diesem Fall möcht ich Klaus völlig zustimmen, dass diese Fotos alle gefakte Zepter bzw. manipulierte Stufen zeigen. Und zwar nicht anhand eines einzelnen Merkmals, sondern aufgrund gleich eines ganzen Bündels zusammentreffender Hinweise.
« Letzte Änderung: 15 Jan 25, 17:32 von oliverOliver »