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Arsen löst sich auf???
grauwacke:
Hallo "Arsenfreunde",
Zustimmung zur Äußerung des Chemikers: Arsenoxid, das beim Schneiden entstanden sein kann, löst sich zwar etwas in Wasser, ist aber nicht als hygroskopisch bekannt. Wenn wir dieses Problem aus der Ferne und ohne Analysen (Was enthält die Spülflüssigkeit? Was ist sonst noch in der Mineralstufe enthalten?) auch vielleicht nicht lösen können, so ist es doch sehr wahrscheinlich, daß die "angeflogene" Flüssigkeit lösliche und damit giftige Arsenverbindungen enthält.
Zur Arbeitssicherheit beim Umgang ein Zitat aus Ullmanns Encyklopädie der technischen Chemie: Auf die Anwesenheit von Arsenwasserstoff ... "muß überall dort geachtet werden, wo aus arsenhaltigen Säuren oder arsenhaltigen Metallen Wasserstoff entsteht, z.B. beim Beizen von Metallen mit Schwefel- oder Salzsäure und bei der Naßbearbeitung von Erzen oder Speisen (im metallurgischen Sinn). Die Aufnahme geschieht durch Einatmen des Gases. Feste Arsenverbindungen werden durch die Atmungsorgane in Staubform aufgenommen. Im Körper findet eine Speicherung statt, besonders in Leber, Nieren, Haaren und Nägeln. ... Über Einzelheiten sei auf die Vorschriften der Gewerbeordnung, die Merkblätter ... der Berufsgenossenschaft zur Verhütung von Gesundheitsschädigungen durch Arsen und Arsenwasserstoff und die Vorschriften zur Verhütung von Berufskrankheiten verwiesen."
Gruß
Grauwacke
Schluchti:
So, vorhin hatte ich mal nach einigen (unbearbeitete) Arsenbrocken geschaut, die ich im Keller ca. ein Jahr liegen hatte. Mit Erschrecken mußte ich feststellen, daß sich dort auch eine klare Flüssigkeit gebildet/niedergeschlagen hat. Die Stufen waren teilweise richtig nass. Es war aber keinerlei Geruch feststellbar. Kann es sich nicht doch einfach nur um Wasser aus der Luftfeuchtigkeit handeln, welches an den metallischen und extrem porösen (= riesige Oberfläche) Stufen kondensiert?
uwe:
Hallo Thomas,
das hängt wohl mit der spezifischen Wärme der Brocken zusammern. Im Frühjahr "schwitzen" die Wände im Keller manchmal. Möglicherweise hat wird sich auch aus einem Begleidmineral irgend eine hygroskopische Verbindung gebildet, die nun bei Änderung der Umgebungsbedingungen im Keller das gespeicherte Wasser wieder abgibt. Prüfe doch mal den pH-Wert der Flüssigkeit.
Gruß
Uwe
UlrichW:
Hallo "arsenfreunde",
also wie ich das so sehe, ist die Sache etwas komplizierter. Stark vereinfacht gesagt: Erstens: AsH3 bildet sich nur im aziden reduzerenden Milieu, und ist höchstens eine Nebenraektion bei unserer Fargestellung( wenn überhaupt)
.
Zweitens: Die Bildung von As2O3 aus As und O2 ist so einfach nicht. Andernfalls würden alle Arsenbrocken binnen kurzer Zeit weiss werden.
Tatsächlich bildet sich aber bei Feuchtigkeit mit H2O, Luftsauerstoff und As die Arsenige Säure H2AsO3. Diese Saüre zerfällt aber schnell wieder in As2O3, H3AsO4 und H20. Die H3AsO4 ist aber auch kein Paradebeisppiel für Stabilität in dem Millieu und zerfällt wierder. Der Mechanismus ist relativ komplex, weswegen wir mal die Nebenreaktionen aussen vor lassen. Was aber zu der Fragestellung wichtiger ist, ist das das bei der Eingangsreaktion aufgenommene Wasser wieder frei wird. Dieses Wasser kann nun nicht so schnell verdunsten (kalter feuchter Keller) als neues Wasser aus der Luft zur Oxidation der ged. Arsen aufgenommen wird. Es rinnt am Stein runter und entzieht sich damit der erneuten Verwendung bei der Arsenoxidation. Die Pfütze bildet sich. Gleichzeitig wird aber, da alle diese Reaktionen auch teilweise reversibel sind, die Rückraegtion unterbrochen. Legt man z.B. ein Arsenstück in Wasser zund verschleißt das ganze in einem Glaskolben, so hat man 100Jaher Spass am Arsen. Die Reaktionen finden statt, solange O2 im Wasser da ist. danach pendelt die die Konzentration von Arsen im Wasser auf einen Wert ein und keine weitere Raektionen finden mehr statt. In der Natur, wo aber immer mehr sauerstoff und Wasser zugeführt wird, verrotten die Brocken ganz langsam unter Bildung von Arsenolith und Arsenaten.
Nun stellt sich die Frage, warum Arsen in der Wohnung im Döschen nicht auch Wasser aus der Luft entzieht und ebenso oxidiert wird.
Da kommt die schon eingangs erwähnte Kondensation ins Spiel. Erst wenn sich genügend Wasser auf dem Arsen niederschlägt kann die Reaktion starten. Sie startet sehr langsam, denn eigentlich ist dafür auch eine saure Umgebung notwendig. Diese saure Umgebung baut sich erst langsam auf. Somit passiert beim Waschen erst mal nichts. Bleiben die Stücke aber längere Zeit nass, startet die Raektion ganz langsam, da sich eine saure Schicht über dem Arsen aufbaut (höhere Konzentration von H2AsO3).
So ganz richtig ist es übrigens nicht, daß sich Arsen in trockenen Sammlungsräumen nicht umwandelt. Das tut es schon, nur so langsam, daß wir es nicht bemerken.
GA
Ulrich
geomueller:
Hallo Ulrich,
sehr interessanter Beitrag, klingt logisch, ich glaube damit ist die Frage geklärt.
Danke, Gruß Jürgen
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