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Autor Thema: opalisiertes Holz  (Gelesen 30385 mal)

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Offline holzopal

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opalisiertes Holz
« am: 07 Nov 05, 16:59 »
zwei Stücke oplisiertes Holz.

Rozumberok, Hohe Tatra, CSSR

das rechte Stück ist 10 cm lang

hat von sowas eigentlich jemand schonmal nen kompletten Querschnitt gesehen? ich kenne von opalisierten Hölzern aus Ungarn, Tchechien nur Bruchstücke.

Offline holzopal

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Re: opalisiertes Holz
« Antwort #1 am: 07 Nov 05, 17:05 »
Holzopal

Koroit, Australien

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Offline Andreas-

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Re: opalisiertes Holz
« Antwort #2 am: 07 Nov 05, 17:15 »
Hallo Burkhard,

Ich habe zwar nicht auf der Landkarte nachgesehen, wo Rozumberok liegt, vermute aber die Slowakei. Komplette Querschnitte aus der Slowakei sind leider sehr selten. In Tschechien gibt es - soweit ich weiß - keine opalisierten Hölzer (?). Ich habe lediglich ein Stück aus Tschechien, das in Richtung ansatzweise in Richtung Opal geht (es ist irgendwie eine Mischung zwischen verkieselt und opalisiert).

Hübsche Stücke.

lg
Andreas

Offline Ralf

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Re: opalisiertes Holz
« Antwort #3 am: 07 Nov 05, 23:11 »
Also erst mal Glückwunsch zu den tollen Stücken. Da wird die Holzsammlerszene im Forum ja richtig belebt. Klasse.

Zu den opalisierten Hölzern im allgemeinen ist es so, daß vollständig opalisierte Stücke als kompletter Stamm grundsätzlich extrem selten sind. Ich hab bisher jedenfalls noch keins zu Gesicht bekommen obwohl ich schon sehr viel Material verarbeitet habe. Fast immer handelt es sich entweder um dünne Äste ( die gibts schon vollständig ) oder bestenfalls Halbstämme. " Full rounds " sind meist nur zum Teil opalisiert.

Warum ?? Ja, warum eigentlich ??

Gruß
Ralf

Offline holzopal

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Re: opalisiertes Holz
« Antwort #4 am: 08 Nov 05, 08:51 »
@ Andreas
Du hast natürlich recht, ich hab in meiner Schluderigkeit und Eile (die Kinder wollten was von mir und ich wollte den post noch abschicken) CSSR einfach mit Tschechien übersetzt, was natürlich falsch war.

@ Ralf
das ist ja bei Virgin Valley dasselbe. Kleine Äste gibt es (und Zapfen etc) opalisiert, aber größere Querschnitte nicht. Da scheint ein grundsätzliches Problem zu bestehen. Vielleicht ist ja auch der Prozess der Opalisierung "komplizierter" was die Voraussetzungen angeht, sonst würde er unter den doch häufigen Holzverkieselungen öfter Vorkommen. Oder, wenn man die Theorie der SiO²-Reifung zugrundelegt (Michael Landmesser in Lapis No.7 "Versteinertes Holz"), dann sind die meisten Kieselhölzer schon zu alt, als daß noch Opal vorhanden wäre und opalisierte Hölzer gibt es nur im "passenden Alter". Was allerdings nicht erklärt warum es nur kleine komplette Querschnitte gibt.

Gruß Burkhard

Offline Ralf

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Re: opalisiertes Holz
« Antwort #5 am: 08 Nov 05, 09:31 »
Na dann will ich mal den Diskussionsreigen um die Opalisierung ( völlig unwissenschftlich ) eröffnen.

Möglicherweise benötigt der Prozess der Opalisierung wesentlich mehr Zeit, als die Verkieselung. Dazu könnte kommen, daß bei der Opalisierung etwas andere Bildungsbedingungen vorhanden sein müssen als bei der Verkieselung. Möglicherweise ist ein höherer Sauerstoffanteil und vielleicht auch eine Höhere Feuchtigkeit notwendig.Vielleicht spielt auch die Tiefe in der die Stämme im Boden liegen eine Rolle. Das könnte dazu führen, daß bei diesem Prozess Fäulnis bzw. Verwitterung des noch rezenten Holzes in etwa im gleichen Tempo abläuft wie die Opalisierung. Kleine Äste und Bruchstücke werden schneller von der Opalsubstanz durchdrungen als große Stämme und so vor dem Verfall gerettet.
Zumindest von einer Fundstelle in Bulgarien weiß ich, daß die opalisierten Halbstämme immer in der gleichen Lage, relativ dicht unter der Oberfläche, liegen. Der Opalisierte Teil des Stammes weist immer nach oben, während die untere Hälfte fehlt. Das deutet darauf hin, das der Prozess von oben nach unten stattfindet. Möglicherweise spielen also auch Sickerwässer eine Rolle. Ich weiß allerdings nicht, wie das bei anderen Fundstellen ist.

Eure Meinung?

Ralf

Offline Krizu

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Re: opalisiertes Holz
« Antwort #6 am: 08 Nov 05, 11:41 »
Hallo,

mein Wissensstand zum Thema Kieselsäure:
Die "gemeine" Kieselsäure kann durch z.B. Änderung des pH-Wertes zum Fällen gebracht werden. Meistens (? immer ?) sind dabei kolloidale Nanoteilchen beteiligt. Nur wenn die Verteilugnsbreite, also die Abweichugn vom mittleren Durchmesser gering ist, entsteht der Opal. Das Licht wird an den regelmässigen Strukturen gebeugt. Wenn die Verteilung zu breit ist, organisieren sich die Teilchen nicht. Dann ist nichts mit Opalisieren.

MfG

Frank

Offline Bernd G

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Re: opalisiertes Holz
« Antwort #7 am: 08 Nov 05, 12:53 »
vieleicht hilft das weiter .

link gelöscht, weil gebrochen

ich kenne aber voll opalisierte stämme aus tschechien. durchmesser ca 20cm .

gruß bernd
« Letzte Änderung: 16 Feb 13, 18:42 von oliverOliver »

Offline Andreas-

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Re: opalisiertes Holz
« Antwort #8 am: 08 Nov 05, 13:03 »
opalisierte Stämme aus Tschechien??? Das wäre mir wirklich neu - lasse mich aber gern eines besseren belehren. Wo sollen die her sein? Hast du vielleicht Fotos?


Offline Ralf

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Re: opalisiertes Holz
« Antwort #9 am: 08 Nov 05, 13:25 »
Voll opalisiert kenn ich sie auch nicht, wohl aber teilweise verkieselt und teilweise opalisiert.

Gruß
Ralf

Offline holzopal

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Re: opalisiertes Holz
« Antwort #10 am: 08 Nov 05, 13:46 »
@ Ralf

in dem von mir erwähnen Artikel geht Landmesser davon aus, daß Siliziumdioxid über folgende Stufen "reift"

- frisch gefälltes, amorphes SiO²
- gereiftes amorphes SiO²
- Opal
- Chalcedon
- Quarz

soll heißen Opal ist nur eine Zwischenstufe auf dem Weg zu Quarz. Deshalb gibt es opalisierte Hölzer nur wenige, nämlich immer dann wenn sie im "richtigen Alter" vorliegen. Würden sie weiter in der Fundstelle verbleiben würden sie wohl "weiter-reifen" und als Kieselholz enden.

@ Bernd

Photos wären natürlich schon spannend. hast du sowas zuhause?




Offline Bernd G

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Re: opalisiertes Holz
« Antwort #11 am: 08 Nov 05, 15:24 »
@Andreas-,@holzopal

leider habe ich keine bilder , ich habe das stück in chemnitz gesehen es wurde für das museum in chemnitz gekauft und stammte aus tschechien war aber kein edelopal . die farbe war fast wie bei feueropal. kompletter stammquerschnitt ca 20 cm.
herr modaleck hatte das stück wohl erworben für das chmnitzer museum.
gruß bernd


ps. kann auch slowakei gewesen sein.
« Letzte Änderung: 08 Nov 05, 16:07 von Bernd Gutschera »

Offline Andreas-

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Re: opalisiertes Holz
« Antwort #12 am: 08 Nov 05, 17:20 »
Hmm Ralf, interessanter Ansatz zur Entstehung der opal. Hölzer. Größere opalisierte Stämme gibt es wirklich kaum.
Da auch wiederholt Tschechien genannt wurde, sollte man vielleicht genauer unterscheiden, damit auch alle das gleiche meinen:

a) Mischung zwischen opalisierten und verkieselten Hölzern: Manchmal weiß man bei Hölzern nicht so wirklich, wo man sie einordnen soll. Sind sie nun verkieselt oder opalisiert? Oft ist es eine Mischung von beiden.
ZB Hölzer aus Lesbos: Dort gibt es riesige Baumstämme, die tw verkieselt sind, aber auch einen „Opal-Einschlag“ haben. Selbes gilt für Washington. Dort gehen die Hölzer auch ins opalisierte über. usw.

b) „echte“ opalisierte Hölzer: Hölzer die sich „nur“ in Opal umgewandelt haben. zB das von Burkhard abgebildete Stück aus der Slowakei.
Hier gibt es tatsächlich kaum größere Stämme. Mein größter hat einen Durchmesser von ca. 20 cm. In einigen Museen habe ich durchaus größere gesehen, aber das ist die Ausnahme.
@ Bernd: Wenn das Stück rot-orange war und eine „glasige“ Opalisierung  aufweist, ist es ganz sicher aus der Zentralslowakei, wohl aus der Gegend von Banska Bystrica. Tschechien würde ich jedenfalls ausschließen.

@ Ralf: Das mit der Fundsituation in Bulgarien hört sich wirklich interessant an. Hast du vielleicht Fotos von bulg. Stücken?

Offline Andreas-

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Re: opalisiertes Holz
« Antwort #13 am: 09 Nov 05, 18:26 »
Ich habe gerade ein Foto von einem opal. Holz aus Bulgarien gefunden. Der genaue Fundort ist allerdings unbekannt. Das Foto stammt aus dem Naturkundemuseum Chemnitz.


Offline Ralf

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Re: opalisiertes Holz
« Antwort #14 am: 09 Nov 05, 18:29 »
@Andreas

Leider kann ich im Moment nicht mit Fotos dienen. Das Material ist z.Zt. noch in Bulgarien und es ist ein etwas heikles Thema wg. Besitzrechten und Ausfuhr. Muß mich also noch etwas bedeckt halten. Später dann mehr dazu.

Ich habs auch nur erwähnt, weil es so merkwürdig ist, daß die Stämme alle in der selben Lage opalisiert sind und immer fast genau als Halbstamm. Leider kenne ich die Fundumstände an anderen Fundstellen nicht. Es wäre aber sehr interessant zu erfahren, ob dort die gleichen Beobachtungen gemacht werden.
Natürlich sind mir die Erläuterungen von Herrn Landmesser bekannt und ich will und kann diese ja auch nicht wissenschaftlich untergraben.
Dennoch sei auch erlaubt einmal andere Ansätze zu verfolgen. Zumal die Reifetheorie durchaus noch viele Fragen offenlässt. Nach dieser Theorie müsste z.B. das gleichzeitige Vorkommen von Opal und Quarz ohne Chalcedon ausgeschlossen werden, kommt aber durchaus vor. Sie erklärt außerdem nicht, wieso opalisierte Stämme fast immer unvollständig sind, während verkieselte Stücke ( die ja demnach irgendwann auch einmal opalisiert gewesen sein müssen ) oft vollkommen erhalten sind und aus dem gleichen Erdzeitalter stammen. Weiter ist es etwas rätselhaft wieso bei den doch häufigeren, teilopalisierten Stücken opalisierte und verkieselte Bereiche, sowohl auf der Länge des Stammes als auch bezogen auf den Durchmesser bunt durcheinander gewürfelt sind. Nach der Landmessertheorie müsste dieser Prozess über den ganzen Stamm verlaufend, mehr oder weniger gleichmäßig von außen nach innen erfolgen.

Gruß
Ralf

 

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