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Autor Thema: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben  (Gelesen 60118 mal)

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Offline Psaronius

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Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
« Antwort #60 am: 22 Dec 07, 13:54 »
Hallo Ronny,
als "Holzsammler" hier im Norden kenne ich diese Geschiebehölzer.
Ich bin aber immer etwas skeptisch, wenn alles (Warum eigentlich ?) dem Tertiär zugeornet wird...
Zumal z.B.  auch  Kreide- und Jurahölzer in bestimmten Regionen gefunden werden, und auch diese durch das pleistozäne Eis durch die Gegend transportiert worden sein könnten...
Woher kommt eigentlich die Zuordnung Miozän ? Von welchen primären Fundorten geht man da aus ?
- Außerdem wäre ich an einem Erfahrungsaustausch in Sachen Geschiebehölzer interessiert.
Grüße und "schöne Feiertage"
Psaronius von der Haffküste

Offline RonnyNisz

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Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
« Antwort #61 am: 22 Dec 07, 14:28 »
Hallo Psaronius,
Du hast ja schon mal Zweifel an der Zeitstellung geäußert. Im Museum in Lübeck steht ein großes Stück, das dem Miozän zugeordnet wird. Ich habe bislang nur einige Stücke gefunden, alle in der selben leicht bröckeligen, nicht sonderlich harten Konsistenz. Sehen alle ziemlich gleich aus, Fundorte von der Gudenaa in DK über Harburger Kiesgruben bis Pampau, wo in letzter Zeit äufiger was rauskommt, da sie wieder direkt dort abbauen.

Artur Wittern schreibt in "Welt der Fossilien in HH und SH" : "Nicht alle in HH und SH gefundenen Hölzer können dem Miozän zugeordnet werden, wobei es offen bleiben muß, ob sie dem Anstehenden angehören oder als Geschiebe zu betrachten sind"

Damit ist mein Wissen über die Hölzer denn auch fast schon erschöpft. In Pampau habe ich mal vom Gewicht eher "halbfossile" dunkelbarune Stücke mit Pyrit- und Bernsteinartiger Inkluse gefunden, poste ich bei Gelegenheit mal. Erinnert optisch stark an Braunkohle.

Heftkopie Faserkalk geht morgen aus.

Schöne vorweihnachtliche Grüße,

Ronny

Online Sargentodoxa

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Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
« Antwort #62 am: 22 Dec 07, 19:13 »
Hallo , diese Geschiebehölzer hat die Eiszeit auch bis in die Lausitz verfrachtet. Je südlicher man kommt werden sie seltener und kleiner. Bei der Porösität auch kein Wunder. Berliner und Beeskower Ecke noch häufig und groß, sind sie in der Niederlausitz schon seltener. Aber in Hennersdorf war noch ein kompletter Astquerschnitt zu finden. Sogar noch Bruchstücke in Ottendorf- Okrilla.
In dem Geschiebebuch ( ? Autor ) welches Mitte der 90er Jahre rauskam steht als Zeit sogar konkret Untermiozän. Ich hatte solche Stücke in Anlehnung an Holsteiner und Sternberger Gestein dem Oligozän zugerechnet. Fest steht das ab Mitteloligozän bis Untermiozän die Nordsee häufigen Meeresspiegelschwankungen unterlag. Braunkohlemoore  dehnden sich aus , später wurden sie wieder zurückgedrängt. Dies geschah mehrmals in Norddt. bis hin zur Lausitz. Treibhölzer wurden somit überallhin verfrachtet. Rest hat die Eiszeit gemacht. Auch Psaronius Gedanke ist zumindest im Norden nicht von der Hand zu weisen, man wird nicht alles dem Tertiär zuordnen können.  Schon in der Lausitz stellt sich z. B. in Ottendorf Okrilla , was ist Geschiebe, was Flußgeröll. Ich habe dort ein Angiospermen-? geröll gefunden. SELMEIER beschreibt ein Juglandaceen-Holz von Torno/Leippe als Elbegeröll.
Aber diese Sachen sind aber wieder anders verkieselt. Gruß

Offline Psaronius

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Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
« Antwort #63 am: 22 Dec 07, 20:30 »
Hallo nochmals,
will gar nicht das tertiäre Alter vieler Geschiebehölzer anzweifeln, obwohl ich manchmal nicht einsehe, wie schnell man ein stark abgerolltes Geschiebe sofort altersmäßig einordnet...
Andererseits gibt es z.B. bei uns hier in Meck-Pom. Fundorte von Jura- und Kreidehölzer über Salzstöcken, die teilweise auch durchs Eis  verfrachtet wurden. Auch diese sind verkieselt.
Inkohlte Hölzer dürften zwar meist dem Tertiär entstammen, aber nicht nur. Auf Bornholm gibt es  u.a. Jura-Kohle und dort findet man am Strand häufig Ast- und Stammfragmente aus dem Jura.
Warum sollten da einige Stücke( eventuell im Eis eingefroren) den Transport in Richtung Süden nicht überstanden haben ?
Der relativ weiche Bernstein hat es ja auch geschafft.
Gruß
Psaronius

Offline Bernd G

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Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
« Antwort #64 am: 16 Sep 08, 20:08 »
hornstein mit resten von medullosa (altenburg)
13cm x 7cm

Offline Bernd G

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Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
« Antwort #65 am: 16 Sep 08, 20:09 »
und ein super fund von stefan auch kiesgrube bei frankfurt

Offline Bernd G

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Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
« Antwort #66 am: 16 Sep 08, 20:10 »
schachtelhalm altenburg 9cm x 7cm

Offline noelli

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Re: Re: Versteinerte Hölzer aus Kiesgruben
« Antwort #67 am: 26 Oct 08, 18:27 »
hier mal ein kleiner fund von heute  ;D   20,1 kg     38/20/16 cm
kiesgrube bei bingen
« Letzte Änderung: 04 Dec 13, 13:47 von oliverOliver »

 

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