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Autor Thema: Kupferschieferfossilien präparieren  (Gelesen 6009 mal)

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Offline SIR_ESME

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Kupferschieferfossilien präparieren
« am: 14 Dec 05, 10:38 »
Hallo!

Durch Zufall bin ich auf dieses wirklich tolle Forum gestoßen und sofort wurde wieder meine Leidenschaft für Fossilien geweckt, die seit ein paar Jahren still vor sich hinschlummerte.
Bei der nächstbesten Gelegenheit habe ich dann auch einen Ausflug in den Kupferschiefer unternommen und nun einige Stücke (Fische, Pflanzenrest?) von denen ich mich frage wie ich sie am besten behandle.
Da ich im Forum keine entsprechenden Hinweise gefunden habe möchte ich hier gerne ein paar Fragen stellen.
Zu den Fischen:
Bei Aufschlagen der Platten ergeben sich ja eine Positiv- und eine Negativplatte. Oft haften dort jeweils noch kleine Schuppen oder dergleichen an, die sich aber leicht abzulösen drohen. Ist es zu diesem Zweck ratsam das Fossil mit einer Schutzschicht zu überziehen? Was wäre dafür geeignet? (Hier wird ja öfters in anderen Zusammenhängen Ponal? erwähnt.)
Bei Pflanzenfossilien:
Ich vermute, daß es sich um ein Gingko-Blatt handelt. Leider hebt es sich auf der Platte (durch Mineralisationen auf der gesamten Platte) nur sehr schwach hervor. Als es nass wurde (bei der Bergung hat es genieselt) wurde der Kontrast besser. Gibt es eine Möglichkeit diesen Effekt durch einen geeigneten Überzug dauerhaft zu erzielen und ist es ratsam das zu tun?
Ferner ist die Platte sehr labil aufgrund senkrecht zur Schieferung bestehenden Brüchen. Da die Platte aber wesentlich dicker und größer ist als das Fossil würde ich gerne unten ein paar Schieferlagen abspalten sowie seitlich etws abtrennen. Gibt es einen Möglichkeit (außer einem extrem behutsamen Vorgehen) die Gefahr des unbeabsichtigten Brechens zu reduzieren?
Und noch eine Frage: bei der Bergung ist bereits ein Teil der Platte an einem dieser Senkrechten Brüche abgetrennt worden. Ich würde es vermutlich mit Sekundenkleber oder Zwei-Komponentenkleber kleben, fürchte aber daß beim Zusammenpressen der Stücke Kleber hervorquillt und das Fossil in Mitleidenschaft zieht. Existieren außer der sehr sparsamen Verwendung des Klebers vielleicht Tricks um das zu verhindern? Sollte vielleicht ein anderer Kleber verwendet werden. Vielleicht etwas wasserlösliches was sich nachher etwas abwaschen läßt?

Wie den Fragen zu entnehmen ist bin ich absoluter Neuling auf dem Gebiet der Präparation und würde mich über ein paar Tips riesig freuen.

Gruß Haiko



Offline Darwin

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Re: Kupferschieferfossilien präparieren
« Antwort #1 am: 04 Jul 11, 01:26 »
Hi,
zu dem Hervorheben der Fossis....
Ich suche seit Jahren im Kupferschiefer...und für den besseren Kontrast benutze ich immer Pioloform...

LG

Offline triassammler

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Re: Kupferschieferfossilien präparieren
« Antwort #2 am: 06 Jul 11, 01:24 »
Hallo Haiko!

Ferner ist die Platte sehr labil aufgrund senkrecht zur Schieferung bestehenden Brüchen. Da die Platte aber wesentlich dicker und größer ist als das Fossil würde ich gerne unten ein paar Schieferlagen abspalten sowie seitlich etws abtrennen. Gibt es einen Möglichkeit (außer einem extrem behutsamen Vorgehen) die Gefahr des unbeabsichtigten Brechens zu reduzieren?
Von der Rückseite her satt Sekundenkleber in die Risse träufeln. Die Platte sollte dabei mit der fossiltragenden Vorderseite nach unten liegen. Zwischendrin immer wieder kontrollieren, ob ggf. Kleber durch Risse auf die Vorderseite durchtritt. Wenn ja, Platte umdrehen, damit nicht noch mehr an der Vorderseite austritt. Und obwohl es "Sekundenkleber" heißt, muss er gut 24 Stunden lang komplett aushärten, bevor an weitere Bearbeitung zu denken ist. Bei großen Rissen kann die Prozedur auch noch 1-2 weitere Male wiederholt werden. Danach übersteht die Platte auch die Belastung eines Spaltversuchs. Ausgehärtete Sekundenkleberreste, die optisch stören, können mit Aceton weggerubbelt werden.

Zitat
Und noch eine Frage: bei der Bergung ist bereits ein Teil der Platte an einem dieser Senkrechten Brüche abgetrennt worden. Ich würde es vermutlich mit Sekundenkleber oder Zwei-Komponentenkleber kleben, fürchte aber daß beim Zusammenpressen der Stücke Kleber hervorquillt und das Fossil in Mitleidenschaft zieht.
Wenn es ein kleines Stück ist: Siehe Sekundenkleber. Bei einem größeren Stück wäre ein Zweikomponentenklebstoff auf Epoxidharzbasis geeignet. Hier gilt es, die richtige Klebermenge zu erwischen, da übergetretene Klebstofwülste oder -schmierer nach dem Aushärten nur schwer wieder zu entfernen sind. Am besten mal mit ein paar wertlosen Gesteinsstücken testen, wie sich der Klebstoff so handhaben lässt. Im Zweifelsfall ist weniger mehr: Die zu klebende Fläche muss nicht satt bis an die Ränder bestrichen werden. Wasserlösliche Klebstoffe sind meist nicht besonders widerständig gegen mechanische Beanspruchung, und die Klebungen können sich nach einiger Zeit auch wieder lösen.

Gruß,
Rainer

 

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