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Pseudomorphose nach Silber?
uwe:
Laut Literatur kommen die Nickel/Cobaltsulfide häufig auch "gestrickt" vor (so ist das wirklich beschrieben). Gemäß Kristallklasse gebildete Kristalle sind nicht so häufig. Es gibt z.B. schöne "Igel" von diesen Mineralen, wobei man ja ohnehin nicht weiß, wo Skutterudit aufhört und Chloantit beginnt.
Die lokalen Sammler, die Ihre direkt vor der Haustür liegende Halden während der Aufarbeitung fast täglich abgegrast haben (wir Chemnitzer kamen abends meist erst an, wenn die Schlemaer schon durch waren) waren meist im Bergbau beschäftigt und gehen bei der Mineralbestimmung meist sehr pragmatisch vor. Die Minerale werden so, bezeichnet, wie man das mal vom Steiger erfahren hatte. Genaue Analysen waren bei der Wismut für das normale Volk der untertage Beschäftigten tabu (ebenso wie die Mitnahme von Stufen) Ich will da niemanden zu nahe treten, aber Silber auf dem Etikett verkauft sich halt besser.
Die Halde 250 (gegenüber dem alten Omnibusbahnhof Richtung Schneeberg) war die erste Halde die abgetragen wurde (ich glaube noch zur DDR-Zeit), lange bevor die daneben liegenden Halden 270 und 207 sowie die Halden auf der Alberodaer Seite drann kamen und das neue "Berggeschrei" unter den Sammlern auslösten.
Die 250 war relativ schnell verschwunden. Ich war zwar oft dort, aber außer einem schönen Handstück Chloantit mit Wismut habe ich nichts sulfidisches gefunden. Metalldetektoren waren in der DDR verboten, da sie sich auch zum Minen lokalisieren eignen. Ich nehme an, daß Material von der 250 von untertage stammt und bis nach der Wende eingelagert wurde.
Glück Auf
Uwe
McSchuerf:
--- Zitat ---Ich will da niemanden zu nahe treten, aber Silber auf dem Etikett verkauft sich halt besser.
--- Ende Zitat ---
Uwe, wie meinst Du das?
Jetzt Klartext: Ich wüsste ich doch gerne, was ich da nun gekauft habe?
Pseudomorphose oder Silber oder Chloanthit ???
Und irgendwas auf's Etikett zu schreiben und mir dann anzudrehen, finde ich von den betreffenden Sammlern - auch ohne jetzt jemandem zu nahe treten zu wollen - nicht in Ordnung, vorsichtig ausgedrückt! :(
..dann lieber gar nicht erst auf Börsen oder anderswo verkaufen!
Gruß Peter
uwe:
Tja Peter, es ist halt wie's ist. Eine Röntgenanalyse ist sicher nicht gemacht worden. Es hängt auch von der Matrix ab. Silberbäumchen kommen im Aue/Schlemaer Revier fast immer mit viel Arsen vor. Falls die Matrix carbonatisch ist ist Chloanthit wahrscheinlicher. Die Aggregatform ist sicher nicht entscheidend. Die hängt auch sicher von den Bildungsbdingungen ab. Ich denke aber es wird schon Chloanthit sein.
Zum besseren Verständnis der meisten Sammler im Osten: Wir sind fast alle Lokalsammler und lagestättenorientiert. Die genaue Definition des Fundortes, des Schachtes oder des Ganges hat mitunter eine größere Bedeutung als die genaue Bestimmung. Zum Beispiel: eine winzige Stufe mit Zinnober aus dem Tieftal bei Hartenstein wird bei ernsthaften Sammlern höher bewertet als eine Prachtstufe aus China.
Außerdem, bestimmen kann man immer noch. Eine nicht bekannt Lagerstätte dagegen ist äußerst schwer nachzuvollziehen. Ich habe mal auf einer Halde eine sehr schöne Stufe mit stark glänzenden Kassiterit auf einer hellen Matrix gefunden, die definitiv nicht von dort sein konnte. Ich habe lange herumgefragt ohne den Fundort mit Sicherheit festlegen zu können. Die Stufe war somit wertlos.
Anyway, eine Stufe aus dem erzgebirgischen Bergbau ist immer etwas wert wenn der Fundort bekannt ist.
Glück Auf
Uwe
McSchuerf:
--- Zitat ---Wir sind fast alle Lokalsammler und lagestättenorientiert. Die genaue Definition des Fundortes, des Schachtes oder des Ganges hat mitunter eine größere Bedeutung als die genaue Bestimmung.
--- Ende Zitat ---
..
..tja Uwe..das ist mir schon lange bekannt..ich sammle schon ein bisschen länger und bin unter anderem auch Lokalsammler - nur aus dem Taunus - führe die Lokalsammlung nur als Untersammlung im Rahmen einer großen Systematiksammlung.
und selbst Gefundenes ist natürlich immer von höherem ideellen Wert als z.B. eine gekaufte Cinnoberstufe aus China. Ist mir auch bekannt.. :)
..also nochmal zurück zu meiner Stufe. Unter dem Binokular erkenne ich eindeutig typisch parkettierte-blockige Chloanthit-Kristalle, die z.T. verdrängt werden. Zusätzlich erkenne ich gestrickt aussehende - vermutlich Pseudomorphosen von Chloanthit nach vermutlich Silber; möglich wäre natürlich auch der Safflorit oder eine Pseudomorphose von Chloathit nach Safflorit. Letzteres bezweifle ich aber trotzdem etwas..
Silber selbst hat eindeutig andere Farben - auch wenn angelaufen - und auch wenn ich kein 'Ostsammler' bin.. :)
Gruß Peter
uwe:
Hallo Peter,
es liegt mir fern, die Lokalsammler über die Systematiksammler zu stellen, wie man überhaupt einen Sammler keine Vorschriften machen sollte was und wie er sammelt. Wir haben hier im Osten eben zu lange im eigenen Saft gekocht. Es ist amüsant, aber viele Sammle hier sind ausgesprochene Fundamentalisten. Minerale die nicht im sächsischen Erzgebirge gefunden wurden sind nichts wert. Ich habe auf einer hiesigen Börse erlebt, daß ein Scheelit aus Zinnwald für 100,- DM und ein Scheelit aus Cinovec nur 10,- DM zu bekommen war. Die Lagerstätte ist die gleiche und die Gänge sind grenzübergreifend. Ich habe natürlich den aus Cinovec gekauft.
Mit den erzgebrigischen Arsenaten ist das so eine Sache Chloanthit, Safflorit und Löllingit kommen nebeneinander vor. Die Unterscheidung ist wirklich schwer. Die Kristallformen sind sehr unterschiedlich. Ganz zu schweigen davon hier eine Paragenese bestimmen zu wollen.
Ich habe übrigens das Bild eines Belegstückes von der Halde 207 / Schlema angehängt. Hier ist derbes Silber in Skutteruditkristallen - zu erkennen an Farbe und Härte. Hier hast Du natürlich recht. Silber ist an der Farbe und auch am Glanz gut zu erkennen. Möglicherweise war Silber hier der Kristallisationskern ?
Glück Auf
Uwe
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