Bergbau im Erzgebirge bleibt im WartestandSächsische Zeitung Online, Freitag, 07.11.2014
Freiberg. Rund ein Jahr nach der Eröffnung eines neuen Bergwerks in Niederschlag bei Oberwiesenthal im Erzgebirge stecken andere Projekte weiter in der Warteschleife. Momentan pausiere die Entwicklung etwas, sagte Sachsens Oberberghauptmann Bernhard Cramer in Freiberg. Trotz der Preisschwankungen am Rohstoffmarkt sei das Erzgebirge für Bergbauunternehmen aber weiter attraktiv. Als vor einem Jahr in Niederschlag ein neues Bergwerk in Betrieb ging, hofften die Menschen auf eine neue Bergbau-Konjunktur im Erzgebirge. Doch seither ist es recht still geworden. [
Deutsche Presse-Agentur]
Für Pöhla (Wolfram, Zinn) sowie Schleife (Kupferschiefer) in der Oberlausitz gibt es laut Cramer Bewilligungen. Es müsse jetzt abgewartet werden, was die Unternehmen machen. Zudem habe das Oberbergamt im Frühjahr die insgesamt 18. Erlaubnis zur Erkundung von Lagerstätten vergeben. Diesmal gehe es um Nickel und andere Bodenschätzen im Bereich des Hohwaldes in Ostsachsen.
Vor fast genau einem Jahr war mit dem neuen Bergwerk in Niederschlag die Wiederauferstehung des Erzgebirgs-Bergbaus gefeiert worden, dessen rund 800-jährige Geschichte 1991 beendet zu sein schien. Rund drei Jahre dauerte der Aufbau der Anlagen. In dem neuen Bergwerk werden Fluss- und Schwerspat gefördert, die vor allem in der chemischen Industrie gebraucht werden.
Erwartungen waren höher„Wir arbeiten noch immer im Probebetrieb“, sagte der Geschäftsführer der Erzgebirgischen Fluss- und Schwerspatwerke, Martin Zimmermann. Er räumte ein, dass die Erwartungen anfangs höher waren. „Aus meiner Sicht sieht es dort ganz gut aus“, meinte Cramer. Der Übergang vom Probe- in den Regelbetrieb sei eben „viel Arbeit“. Es gehe aber gut voran.
Im nächsten Jahr soll bei Geyer die Erkundung von Lagerstätten per Hubschrauber fortgesetzt werden. Die nächsten Flüge seien im Herbst 2015 geplant, teilte das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcen-Technologie mit. Dabei messen Experten aus etwa 100 Metern Höhe mit einer Sonde elektromagnetische Signale aus dem Untergrund und schließen daraus auf dessen Leitfähigkeit und die im Gestein verborgenen Minerale. Die Wissenschaftler wollen dabei zunächst bis in etwa 150 Meter, später bis 500 Meter Tiefe vor allem nach Zinn, Wolfram, Zink und Indium suchen.
Experten der TU Bergakademie Freiberg untersuchen zudem alte Bergbauhalden in Altenberg und in Freiberg mit Bohrungen auf deren Inhaltsstoffe. Zudem soll eine kleinere Abraumhalde im Osterzgebirge auf Scandium hin erkundet werden.